Mais anbauen – Informationsreihe

Teil 1: Einführung ins Thema

Der Maisanbau wird v.a. in den letzten Jahren häufig negativ dargestellt. Die Kulturpflanze und vorrangig deren Anbau hat vor allem in der Öffentlichkeit gelitten, einhergehend mit negativen Assoziationen. Und obwohl Silomais mit 67 % hauptsächlich für die Tierfütterung angebaut wird, ist die negative Assoziation vorrangig mit der Biogasproduktion verknüpft. Inwieweit dies berechtigt ist und welche Lösungsansätze es gibt, das negative Image aufzubrechen, soll in einer hier erscheinenden Informationsreihe über die nächsten Monate erörtert werden.

Probleme und Vorurteile im Anbau werden angesprochen und diskutiert. Im Fokus stehen v.a. ackerbauliche Lösungsmöglichkeiten, wie Maisanbau nachhaltiger, im Sinne der Umwelt- und des Wasserschutzes, gestaltet werden kann.

Allgemeines zum Maisanbau

Wie aus dieser Grafik ersichtlich wird Mais mit ca. 67 % hauptsächlich in der Nutztierfütterung als Körnermais oder Silomais eingesetzt und nur zu 33 % als Biogassubstrat. Mais ist auf Grund seiner hohen Ertragsleistung pro Hektar, des geringen Bewirtschaftungsaufwandes, der hohen Flächen- und Energieeffizienz sowie im Vergleich zu anderen Kulturarten geringen Pflanzenschutzmittelbedarf, eine der wirtschaftlichsten Futter- und Energiepflanzen in unseren Breitengraden.

Ein kleiner Teil wird als Zuckermais angebaut sowie in der Industrie zur Stärke- oder Ethanolproduktion verwendet. Als Nachwachsender Rohstoff wird die Kulturart aber auch stofflich genutzt, z. B. für die Herstellung von Trinkbechern, Stiften oder als sog. Playmais (Kinderspielzeug). Seit der Einführung des Bonus für Nachwachsende Rohstoffe im EEG (Erneuerbare Energiegesetz) im Jahr 2004 wird Silomais zusätzlich zur Biogasproduktion und somit zur Strom- sowie Wärmegewinnung und das Gärprodukt als wertvoller Dünger genutzt. Durch diese Mehrfachnutzung (Tierfutter, Energiegewinnung, Ernährung, Industrierohstoff, NawaRo) hat sich der Anbau von Mais in manchen Regionen verstärkt. Insgesamt gesehen ist die Anbaufläche von Mais seit einigen Jahren stabil und teilweise sogar rückläufig. Dennoch steht die Kulturpflanze und deren Bewirtschaftung vor allem in der Öffentlichkeit in der Kritik.

In Bezug auf Umwelt- und Wasserschutz sind beim Maisanbau vor allem die weiten Reihenabstände, der späte Reihenschluss sowie die hohe Stickstoffversorgung im Frühjahr problematisch. Um diesen Herausforderungen zu begegnen und damit den Schutz von Boden, Wasser, Flora und Fauna sicherzustellen, gibt es verschiedene gesetzliche Regularien. Neben der Einhaltung der guten fachlichen Praxis beinhaltet derzeit noch das Regelwerk des Cross Compliance, das Greening sowie die Düngeverordnung Vorgaben, damit der Maisanbau auf gut bayerisch gesagt „g’scheid“ erfolgen kann. Die Vorschriften enthalten Anforderungen an den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand der Flächen und umfassen Maßnahmen, u. a. im Düngemitteleinsatz, im Pflanzen- und Bodenschutz und in der Fruchtfolgegestaltung. Inwieweit die kommende Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) mit den Öko-Regelungen hier weitere Regularien forciert, bleibt abzuwarten.

Neben diesen Regularien und einer obligatorisch am Bedarf der Pflanze ausgerichteten Düngung gibt es vielfältige freiwillige pflanzenbauliche Maßnahmen, die umweltrelevanten Herausforderungen im Maisanbau zu meistern, wie z. B. Mulchsaat, Untersaat, Strip Tillage Verfahren, vielfältige Fruchtfolgen, Anbau von Zwischenfrüchten, oder der Mischanbau von Mais mit anderen Kulturarten.

Ausblick zur Informationsreihe:

In den kommenden Teilen dieser Reihe zum Maisanbau, die alle drei Wochen erscheinen, wird zunächst über ein paar grundsätzliche Hintergründe bzw. Fakten und den Istzustand zum Maisanbau informiert. Im Anschluss wird das betriebliche Management für den Maisanbau besprochen.

Im Fokus des betrieblichen Anbaumanagements steht dabei immer, Lösungsansätze aufzuzeigen, wie der Maisanbau für einen weitestgehend wasser- und umweltschonenden Anbau, gestaltet werden kann.

Der vorgesehene Veröffentlichungsablauf:

TeilThema
1Einführung ins Thema
2Hintergründe und Fakten zum Maisanbau:
a.  Entwicklung des Maisanbaus
b. Energie- und CO2-Bilanz des Maisanbaus zur Biogasgewinnung
c.  Nachhaltigkeit von landwirtschaftlichen Betrieben mit Maisanbau
d.  Herausforderung beim Maisanbau?
3Biodiversität und Fruchtfolge
4Humusbilanz
5Bodenbearbeitung und Saat
6Düngung
7Pflanzenschutz
8Ernte und Transport
9Maisanbau im ökologischen Landbau und Fazit

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Dies erinnert Sie alle drei Wochen an den nächsten Teil.