Mais anbauen – Informationsreihe

Teil 6: Erosionen

Bei Erosionen durch Wind und Wasser geht wertvoller Boden verloren, was sich negativ auf die Bodenfruchtbarkeit und damit auf die Ertragsfähigkeit des Bodens auswirkt. Ebenfalls besteht die Gefahr von Verschlämmungen sowie Gewässerbelastungen, wenn Phosphat oder Pflanzenschutzmittel vom Feld ausgespült werden. Bodenerosion können vor allem bei Ackerkulturen mit weiten Reihenabständen und spätem Reihenschluss wie z. B. Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais auftreten. Starkregenereignisse, wie sie in letzter Zeit verstärkt auftraten und in Zukunft sicher an Bedeutung gewinnen werden, haben einen bedeutenden Effekt auf die Bodenerosion. Neben den Regenmengen spielen die Hangneigung, die Exposition der Anbaufläche, die Beschaffenheit des Bodens sowie die Bodenbedeckung mit Pflanzen eine wichtige Rolle. Ein Hilfsmittel zur Berechnung des Erosionsrisikos von Flächen und für Ableitungen von Handlungsempfehlung ist die Allgemeine Bodenabtragsgleichung (ABAG).

Gesetzliche Regelungen

Aufgrund der großen Bedeutung von Erosionsschäden hat der Gesetzgeber lenkend eingegriffen und eine Verordnung zur Einteilung landwirtschaftlicher Flächen nach dem Grad der Erosionsgefährdung erstellt (ESchV), die anhand eines Erosionskatasters einzelne Flächen wie folgt einteilt:

Wassererosionsklassen: 0: keine Erosionsgefährdung, 1: Erosionsgefährdung, 2: hohe Erosionsgefährdung

Winderosionsklassen:    0: keine Erosionsgefährdung, 1: Erosionsgefährdung

In Bayern befinden sich ca. 75 % der Ackerflächen in der Stufe 0. Erosionsgefährdete Feldstücke befinden sich vor allem im Hügelland zwischen Donau, Isar und Inn, im Bayerischen Wald, auf den Fränkischen Platten und im westlichen Spessart.

In Abhängigkeit von der Erosionsgefährdungsklasse (1-2) sind bei der Bewirtschaftung der Flächen Auflagen hinsichtlich des Zeitraumes, wann nicht gepflügt werden darf, und welche Bedingungen für den Pflugeinsatz gelten, zu erfüllen. Ausnahmen sind möglich, wenn quer zur Hangneigung bewirtschaftet wird und/oder direkt nach dem Pflügen gesät wird. Bei Erosionsschutzklasse 2 (bei Wassererosion) sind die Ausnahmen zum Pflügen bei Reihenkulturen mit einem Reihenabstand ab 45 cm (somit auch bei Mais) ausgeschlossen. Gleiches gilt für die Winderosionsklasse 1 mit Ausnahme beim Pflügen, wenn bis zum 1. Dezember ein Grünstreifen von mind. 2,5 Meter Breite und in einem Abstand von maximal 100 Metern quer zur Hauptwindrichtung eingesät wird.

Die Auflagen bei den Erosionsschutzmaßnahmen entfallen, wenn Maßnahmen aus dem KULAP Förderprogramm (Winterbegrünung, Mulch-, Streifen- oder Direktsaatverfahren) einbezogen werden.

Ein landwirtschaftlicher Betrieb erhält so für jede seiner Flächen eine Einstufung hinsichtlich der Erosionsgefahr durch Wasser und Wind und kann daraus Maßnahmen zur Erosionsminderung ableiten.

Die Informationsbroschüre „Cross Compliance 2022″ enthält dazu die einzuhaltenden Regelungen im Detail. In der kommenden GAP (ab 01.01.2023) ist der Erosionsschutz in den sog. Konditionalitäten also Grundbedingungen innerhalb der GLÖZ-Standards Nr. 5 verankert (GLÖZ 5: Verringerung des Risikos der Bodenschädigung und -erosion.

Die Maßnahmen beim Erosionsschutz müssen sicherstellen, dass der konzentrierte Oberflächenabfluss vermindert, der Sedimentrückhalt erhöht und der Sedimenteintrag in Gewässer verringert wird.

Herausforderungen und Lösungen im Maisanbau

Mais wird erst ab April/Mai ausgesät. Wird keine Zwischen- oder Vorfrucht angebaut, bleibt der Boden lange unbedeckt. Außerdem wird Mais mit weiten Reihenabständen von ca. 75 cm angebaut. Dadurch besteht nach der Saat bis zum Reihenschluss die Gefahr von Bodenerosionen.

Folgende Maßnahmen mindern die Erosionsgefahr:

  • Fruchtfolge: Hier gilt die Devise – Der Boden sollte immer bedeckt sein. Dies bedeutet den Einbau von Zwischenfrüchten bzw. Vorfrüchten, die bis kurz vor der Maissaat auf dem Feld stehen und eine bodenschützende Mulchschicht hinterlassen.
  • Bodenbearbeitung: Diese sollte so schonend wie möglich erfolgen. Im besten Fall wird nur eine Minimalbodenbearbeitung (z. B. Mulch-Direktsaat) zwischen den Saatreihen durchgeführt. Beim Strip-Tillage Verfahren wird der Boden nur in dem Streifen bearbeitet in dem eingesät wird. Der Zwischenraum bleibt mit einer Mulchauflage bedeckt und schützt den Boden vor Wind und Wassererosionen.
  • Integration von Untersaaten: Diese bedecken den Boden zwischen den Maisreihen und durchwurzeln ihn.
  • Geeignete Reihenabstände und Sortenwahl: Die Auswahl von Maissorten mit einer schnellen Jugendentwicklung und der Anbau in engeren Reihen.
  • Anlagen von Erosionsschutzstreifen: Diese sollten eine ausreichende Breite von mindestens fünf Metern aufweisen und quer zur Erosionsrichtung angelegt werde. Auf dem Erosionsschutzstreifen können Winter- oder frühe Sommerkulturen angebaut werden.

Für Querlesende:

Die wichtigsten Möglichkeiten, Wasser- und Winderosionen zu vermeiden bzw. minimieren

  1. dauerhafte Bodenbedeckung und Erhöhung der Infiltrationsleistung des Bodens (Fruchtfolgen anpassen)
  2. Mulchauflage fördern: Bodenbearbeitung und Saat daran ausrichten
  3. Grundbodenbearbeitung und Aussaat quer zum Hang
  4. Kalkversorgung in der Fruchtfolge optimieren, verbessert die Regenverdaulichkeit des Bodens
  5. Fruchtfolgegestaltung: eine für Hanglagen – eine für plane Flächen
  6. Anlegen von Hecken zur Vermeidung von Winderosion – Erosionsschutzstreifen
  7. Einsäen von Grünstreifen als Wassererosionsschutz, als Filter und als Pufferstruktur quer zur Hanglänge und vor Gewässern
  8. Anbau von Dauerkulturen (u.a. Miscanthus, Durchwachsende Silphie) auf erosionsgefährdeten Flächen
  9. geeignete Reihenabstände und Sorten wählen
  10. Mischanbau oder Untersaaten bei Mais

Im nächsten Teil der Informationsreihe, der in drei Wochen erscheint, geht es um die Düngung.

Zum Nachlesen finden Sie hier Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5

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