Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Bei einem Wärmenetz handelt es sich um Rohrleitungen, durch die Wärme Verbrauchern zur Verfügung gestellt wird. Die Wärme wird beispielsweise in einem Heizwerk, in einem Heizkraftwerk oder in einer Biogasanlage erzeugt und durch das Wärmenetz an Schulen, Krankenhäuser, Hotels und Wohngebäude geliefert. Sofern in räumlicher Nähe verfügbar, empfiehlt es sich so genannte Abwärme in das Netz einzuspeisen und den Nutzern zur Verfügung zu stellen. Als Abwärme bezeichnet man Wärme, die zum Beispiel in der Industrie oder bei einem Stromerzeugungsprozess zunächst ohne Verwertung als Beiprodukt anfällt. Abgestimmt auf die lokalen Gegebenheiten kann u. U. eine Kombination verschiedener Wärmequellen wie auch die Einbindung thermischer Solarenergie in Erwägung gezogen werden. Die Kunden nutzen die Wärme zur Raumbeheizung, zur Trinkwassererwärmung oder als Prozesswärme in industriellen Anlagen.

Bei Nah- und Fernwärmenetzen handelt es sich in der Regel um erdverlegte Rohrleitungen, durch welche das Wärmeträgermedium von der Wärmequelle zum Wärmenutzer und wieder zurück strömt. Für den Bau der Wärmenetze verwendet man meist vorisolierte Rohre. Das Rohr besteht aus einem Mediumrohr, in dem der Wärmeträger fließt, einem Dämmmantel, welcher den Wärmeverlust an die Umgebung vermindert, und einem Mantelrohr, welches die Dämmung vor mechanischer Beschädigung schützt. In der Dämmung verlaufen häufig Datenleitungen und ein Lecküberwachungssystem.

Über das Verteilnetz wird die Wärme einer oder mehrerer Wärmequellen einem oder mehreren Nutzern zur Verfügung gestellt. In der Regel erfolgt der Wärmetransport, indem Wasser mit einem bestimmten Temperaturniveau durch Rohrleitungen von der Wärmequelle zur Wärmesenke gefördert wird. Die Rohrleitungen können ober- oder unterirdisch verlegt sein. Je nach Ausdehnung des Verteilnetzes spricht man von Nah- oder von Fernwärme. Wärmequellen können beispieslweise ein Heizwerk, ein Heizkraftwerk, ein Blockheizkraftwerk (BHKW) oder ein industrieller Prozess sein, in das Verteilnetz eingespeist wird dann beispielsweise Wärme aus einem Biomasseheiz(kraft)werk, aus Biogas, aus Tiefengeothermie, aus einer großen thermischen Solaranlage, aus der Müllverbrennung oder industrielle Abwärme. Genutzt wird die Wärme meist von privaten, gewerblichen oder kommunalen Nutzern zur Raumbeheizung, Trinkwassererwärmung und als Prozesswärme. Die Netze unterscheiden sich in der Netzstruktur und in den Betriebsparamtern.

Angesichts knapper Rohstoffpotenziale sowie angesichts der Tatsache, dass es sich bei Holzheizwerken um kapitalintensive Projekte mit langen Amortisationszeiten handelt, muss es bei Wärmenetzen mit Holzheizwerk das Ziel sein, eine möglichst effiziente Wärmebereitstellung zu erreichen. Zu beachten sind insbesondere die Nutzungsgrade der Wärmeerzeuger, ggf. der Wärmeverlust der Wärmeverteilung und der Hilfsenergiebedarf. Wärmeverluste bedeuten auch Holzbrennstoff, der bezahlt werden muss, ohne ggf. eine Vergütung vom Wärmekunden dafür zu erhalten, bzw. eine Steigerung der Betriebskosten beim Wärmekunden. Es sollten ausschließlich hocheffiziente Anlagen realisiert werden.

In Bayern werden derzeit (2016) etwa 3.500 Biomasseheizwerke und -heizkraftwerke im Leistungsbereich von mehr als 150 kW betrieben. Sie liefern jährlich etwa 6,4 TWh Wärme. Rund 280 Anlagen arbeiten mit Kraft-Wärme-Kopplung. Diese Infrastruktur gilt es langfristig zu erhalten und zu optimieren. Bei den meisten älteren Anlagen lässt sich bereits durch einfache Maßnahmen ein signifikantes Verbesserungspotenzial erschließen, sowohl im Bereich der Wärmeerzeugung als auch bei der Wärmeverteilung. Ziele der Betriebsoptimierung sind beispielsweise eine Brennstoffeinsparung, eine Reduzierung der Wärmeverluste und des Hilfsenergiebedarfs, eine bessere Auslastung der Anlagen, eine Leistungssteigerung und eine Verlängerung der Lebensdauer der Anlagenkomponenten. Modernisierungen und Verbesserungen haben sowohl die Technik als auch die Wirtschaftlichkeit im Blick, sie bewirken i.d.R. auch eine Effizienzverbesserung und eine Verminderung von Schadstoffemissionen. Voraussetzung sind ein Monitoring der Anlage, also die messtechnische analytische Erfassung des Betriebsverhaltens, und ein Betriebsoptimierungskonzept.


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