Auf unserer Themenseite stehen ab sofort ausführliche Informationen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen und zur Rolle von Carbon Dioxide Removal (CDR) in der unternehmerischen Klimastrategie zur Verfügung. Die Inhalte geben einen kompakten Überblick über den betrieblichen Klimaschutz, die Möglichkeiten der CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre sowie den freiwilligen Kohlenstoffmarkt. Es wird aufgezeigt, wie CO2-Zertifikate aus CDR-Projekten generiert werden. Zudem zeigen die Inhalte, wie CO2-Entnahmen in eine ganzheitliche Klimastrategie von Unternehmen eingebunden werden können.
Die dauerhafte Entnahme von Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Atmosphäre hat neue Impulse erhalten. Noch ist die Nachfrage nach entsprechenden Projekten und Zertifikaten relativ gering. Das Interesse insbesondere an neuartigen CO2-Entnahmen hat jedoch deutlich zugenommen. Neben Finanzinstituten sind es vor allem Unternehmen, für die erwartet wird, dass sie im Rahmen ihrer Klimastrategie zukünftig verstärkt in Entnahmetätigkeiten investieren werden. Dies gilt allerdings nur, falls sich die Rahmenbedingungen weiter in Richtung Nachfrage entwickeln sollten.
Carbon Dioxide Removal (CDR)
Unter CO2-Entnahmen werden Tätigkeiten verstanden, die das Treibhausgas CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Es handelt sich um Tätigkeiten, die mit natürlichen oder technischen Mitteln vom Menschen realisiert werden. Diese laufen zusätzlich zu den sonstigen natürlichen Prozessen ab. Beispiele sind das Speichern des CO2 in Biomasse, etwa das Aufforsten und die Nutzung von Holz als langlebige Baustoffe. Außerdem gehören die Kohlenstoffspeicherung in Böden und die Nutzung von Pflanzenkohle dazu. Neuartig sind die Kohlenstoffbindung in Gesteinen sowie komplexere und meist kostspieligere technische Prozesse wie das Abscheiden und Speichern von CO2 aus Bioenergieanlagen (BECCS) oder direkt aus der Luft (DACCS). Der englische Begriff für CO2-Entnahme ist Carbon Dioxide Removal, kurz CDR.
Generell gilt der Grundsatz, dass CDR nicht die Einsparbemühungen unterlaufen darf. Dennoch kann CDR in einem begrenzten Umfang Negativemissionen leisten und somit zum Erreichen der globalen Klimaziele beitragen. Das Ziel ist Netto-Null (englisch: Net Zero). Dies ist derjenige Zustand, bei welchem die Treibhausgasemissionen soweit wie möglich minimiert und unvermeidbaren Residualemissionen durch Neutralisierung ausgeglichen sind.
CDR sollte Verbunden sein mit positiven Nebeneffekten. Die Inwertsetzung von Klimaleistungen kann beispielsweise zusätzliche Einkommensquellen eröffnen. CDR kann aber auch Risiken bergen. Langjährige Erfahrungen liegen mit natürlichen Entnahmen wie der Aufforstung vor, auch die Wiedervernässung von Mooren gehört zu den etablierteren Tätigkeiten. Dahingegen handelt es sich bei BECCS und DACCS um neuartige CO2-Entnahmen.
Impulse für CDR
Die Branche erhofft sich in den nächsten Jahren Impulse durch bessere und erweiterte Förderung und durch Änderungen im regulatorischen Rahmen.
Ein 2024 in Kraft getretener Unionsrahmen könnte maßgeblich werden für eine weitere Markt- und Nachfrageentwicklung rund um dauerhafte CO₂-Entnahmen, kohlenstoffspeichernde Landbewirtschaftung (englisch: Carbon Farming) und CO₂-Bindung in Produkten. Die „Carbon Removal and Carbon Farming Regulation“ (CRCF) der Europäischen Union (EU) hat unter anderem das Ziel, die Glaubwürdigkeit von Zertifikaten zu unterstützen, die aus CDR-Projekten innerhalb der EU generiert werden. Ambitionierte Qualitätsstandards sind für eine Weiterentwicklung des CDR-Markts grundlegend.
Außerdem befasst sich ein Reformvorschlag der Europäischen Kommission mit der Öffnung des Europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) für permanente Senken. Diese Option für den Compliance-Markt des Emissionshandels der Jahre 2031 bis 2040 könnte eine verlässliche Nachfrage schaffen. Zudem könnte sie eine Weiterentwicklung des CDR-Markts insgesamt anstoßen.
Unternehmen investieren in CDR
Unternehmen sind angehalten, ihr Geschäftsmodell nachhaltig weiterzuentwickeln, dazu ihren Energie- und Ressourcenverbrauch zu senken sowie ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren und zu vermeiden. Sie investieren strukturiert in entsprechende Maßnahmen. Beispielsweise nehmen sie in ihren Prozessen Effizienzverbesserung vor oder sie nutzen Erneuerbare Energien, Nachwachsende Rohstoffe und erneuerbaren Kohlenstoff anstelle fossiler Rohstoffe. Schließlich berichten sie darüber. Das Vermeiden und Reduzieren der Treibhausgasemissionen geschieht im Rahmen ihrer individuell anhand einer Treibhausgasbilanz entwickelten Klimastrategie. Zusätzlich können sie in ein möglichst passendes Portfolio aus CO2-Entnahmen investieren. Sie tun dies zur Übernahme von Verantwortung oder um Entnahmetechnologien voranzubringen und eigenes Know-how aufzubauen, vielleicht um unvermeidbare Restemissionen im Netto-Null-Zieljahr zu neutralisieren.
Die Hintergründe und Perspektiven von CO2-Entnahmen in der unternehmerischen Klimastrategie finden sie hier zusammengefasst.
Weitere Informationen zur Nachhaltigkeit finden Sie auf unserer Themenseite: https://www.carmen-ev.de/nachhaltigkeit/
Weitergehende Informationen
Um die Nachfrage nach hochwertigen Entnahmen und Emissionsminderungen zu unterstützen, wurde der „EU CRCF Buyers‘ Club“ für CO2-Entnahmen und klimaeffiziente Landwirtschaft von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Als Plattform für den freiwilligen Markt soll er Käufer und Verkäufer zusammenbringen. Bis Ende 2026 soll über die Plattform eine erste Reihe von Käufen von dauerhaften CO2-Entnahmen vorgenommen werden. Interessierte Käufer können sich an einer Umfrage der Europäischen Kommission beteiligen und registrieren.
Nähere Informationen über den Zertifizierungsrahmen der CRCF, die Zertifizierungsmethoden und das Anerkennungsverfahren der Zertifizierungssysteme sowie über den „EU CRCF Buyers‘ Club“ und der Möglichkeit einer Interessenbekundung an dem Club gibt es auf einer Internetseite der Europäischen Kommission. Dort können auch die Dokumente und Sitzungsaufzeichnungen der Expertengruppe eingesehen werden, welche die Zertifizierungsmethoden erarbeitet:
https://climate.ec.europa.eu/eu-action/carbon-removals-and-carbon-farming_en
Weitere Informationen: Dipl.-Ing. (FH) Gilbert Krapf, C.A.R.M.E.N. e.V., Abteilung Nachhaltigkeit
