Hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion eröffnet das C.A.R.M.E.N.-Symposium 2026 in Straubing
Wie kann die Bioökonomie dazu beitragen, Klimaschutz, wirtschaftlichen Erfolg und regionale Wertschöpfung miteinander zu verbinden? Dieser Frage widmeten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zum Auftakt des C.A.R.M.E.N.-Symposiums, welches am 06. und 07. Juli 2026 im Hotel ASAM in Straubing stattfand, im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. Neben dem Oberbürgermeister Markus Pannermayr und Landrat Tobias Beck, waren die drei Säulenleiter des KoNaRos und weitere Akteure der Region der Nachwachsenden Rohstoffe auf der Bühne. Moderatorin des Vormittags war Frau Constanze von Hassel, Herausgeberin und Chefredakteurin der Bayerischen Gemeindezeitung. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung des Bioökonomie-Standorts Straubing, aktuelle Herausforderungen sowie die Chancen einer nachhaltigen Wirtschaftsweise.

Zu Beginn blickten die Diskutierenden auf die Entwicklung Straubings zu einem der führenden Bioökonomie-Standorte Deutschlands zurück. Vor rund 25 Jahren begann der konsequente Aufbau eines Kompetenzzentrums für nachwachsende Rohstoffe. Heute profitiert die Region von einer engen Zusammenarbeit zwischen Forschung, Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Einigkeit bestand darin, dass dieser Erfolg nur durch das langjährige Engagement zahlreicher Akteurinnen und Akteure möglich wurde.
Im weiteren Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit längst ein wesentlicher Innovations- und Wettbewerbsfaktor ist. Insbesondere im Bereich der Biotechnologie verfüge die Region über hervorragende Voraussetzungen und großes Entwicklungspotenzial. Gleichzeitig betonten die Teilnehmenden, dass technologische Innovationen nur dann ihre volle Wirkung entfalten können, wenn sie in der Gesellschaft auf Akzeptanz stoßen und die Menschen für Bioökonomie und nachhaltiges Wirtschaften begeistert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Wissenstransfer. Forschungsergebnisse müssten verständlich kommuniziert und zielgruppengerecht vermittelt werden, damit neue Erkenntnisse möglichst schnell den Weg in Unternehmen und Gesellschaft finden. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis wurde dabei als entscheidender Erfolgsfaktor hervorgehoben.Als wichtiger Motor der regionalen Entwicklung wurde der TUM Campus Straubing genannt. Mit inzwischen 25 von geplanten 34 Professuren und rund 1.200 Studierenden habe sich der Campus zu einem bedeutenden Wissenschaftsstandort entwickelt. Das kontinuierliche Wachstum unterstreiche die Attraktivität des Standorts und stärke dessen Bedeutung für Forschung, Innovation und Fachkräfteentwicklung.
Die Podiumsteilnehmenden waren sich zudem einig, dass Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze darstellen. Vielmehr bilde eine leistungsfähige Wirtschaft die Grundlage dafür, innovative Technologien zu entwickeln und nachhaltige Lösungen erfolgreich in den Markt zu bringen. Die Bioökonomie eröffne neue Wertschöpfungsketten, stärke regionale Wirtschaftskreisläufe und reduziere gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen.Mit Blick auf die Zukunft überwog Zuversicht. Viele technische Lösungen stünden bereits zur Verfügung. Nun gelte es, diese schneller in die praktische Anwendung zu bringen und die Rahmenbedingungen für Innovationen weiter zu verbessern. Der Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaftsweise biete große Chancen – für den Standort Straubing und weit darüber hinaus.

An die Podiumsdiskussion schlossen sich Fachforen an, die aktuelle Entwicklungen aus Bioökonomie, Energiewende und nachhaltiger Ressourcenwirtschaft aufgriffen. Das Themenspektrum reichte von der Zukunft von Wald, Holz und regionaler Wertschöpfung über Holzenergie in Wärmenetzen sowie Lastmanagement und Netzintegration bis hin zu Kreislaufwirtschaft und innovativen Rohstoffen. Weitere Schwerpunkte bildeten flexible Wärmesysteme für die Energiewende, die Rolle von Biogas als Energie- und Rohstoffquelle, innovative Ansätze im Bereich erneuerbarer Kraftstoffe sowie nachhaltige Energielösungen für landwirtschaftliche Betriebe. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse, Praxisbeispiele und Lösungsansätze für eine klimafreundliche und zukunftsfähige Energie- und Rohstoffversorgung.
Den feierlichen Abschluss des ersten Symposiumstages bildete am Montagabend ein Festakt im Rittersaal des Straubinger Herzogschlosses. Nach der musikalischen Eröffnung durch das Straubinger Streichquartett begrüßte Edmund Langer, Geschäftsführer von C.A.R.M.E.N. e.V., die Gäste. Im Mittelpunkt des Abends standen die Verleihung des Förderpreises Nachwachsende Rohstoffe 2025 sowie des Ernst-Pelz-Preises 2025 durch den Bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger.
Im Anschluss an die Preisverleihung hielt die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Michaela Kaniber, den Festvortrag anlässlich 25 Jahre Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (KoNaRo). Die Preisträger erhielten anschließend Gelegenheit zur Erwiderung, bevor Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr mit seinem Schlusswort den offiziellen Teil des Festabends beendete. Beim anschließenden Buffet bot sich den Gästen die Möglichkeit zum persönlichen Austausch und zur Vernetzung.

Das C.A.R.M.E.N.-Symposium verdeutlichte einmal mehr die zentrale Rolle der Bioökonomie als Bindeglied zwischen Klimaschutz, Innovation und regionaler Wertschöpfung. Der interdisziplinäre Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft liefert wichtige Impulse, um nachhaltige Lösungen schneller in die Praxis zu überführen und den Transformationsprozess aktiv zu gestalten.
