Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert bilaterale Verbundprojekte mit Singapur zum Thema „Integriertes Kohlenstoffmanagement durch biologische und hybride Verfahren“
Die Republik Singapur ist für Deutschland ein wichtiger Forschungs- und Innovationspartner. Die langjährige wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit soll in einem Bereich der Grünen Zukunftstechnologien durch strategische Projektförderung weiter intensiviert werden soll.
Die Förderrichtlinie „Integriertes Kohlenstoffmanagement durch biologische und hybride Verfahren“ leistet einen Beitrag zur „Hightech Agenda Deutschland“ der Bundesregierung. Die Fördermaßnahme adressiert insbesondere Recycling-Technologien, CO2-Abscheidung und -Nutzung und CO2-Entnahme unter Nutzung biologischer und hybrider Verfahren.
Außerdem sollen die geförderten Projekte zur Zielerreichung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung beitragen. Insbesonders folgende Sustainable Development Goals (SDG) stehen dabei im Fokus:
- „Nachhaltige Industrialisierung und Infrastrukturen durch Innovation“,
- „Nachhaltige Städte und Gemeinden“,
- „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster“ und
- „Maßnahmen zum Klimaschutz“.
Förderschwerpunkte
Inhaltlich fokussiert die Richtlinie zwei Themenfelder:
- Biologische und hybride Umwandlung von CO2 und C1‑Strömen
Entwicklung, Optimierung oder Skalierung innovativer biotechnologischer Verfahren zur Umwandlung von CO2 oder abgeleiteten C1-Verbindungen (z.B. Kohlenmonoxid, Ameisensäure, Methanol, Methan) in hochwertige Kohlenstoffverbindungen - Nachhaltige Beschaffung und Recycling von Kohlenstoff‑Rohstoffen
Schaffung regionaler bzw. globaler Wertschöpfungsketten für Abfallstoffe oder etwa Mineralisierungsprodukte aus neuartigen Abfallstoffen
Vorteilig ist, wenn die Projektskizze zusätzlich weitergefasste Unterthemen berücksichtigt, etwa soziale Akzeptanz, Gesundheitsfragen oder industrielle Symbiosen.
Für jedes Konzept ist eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsbewertung etwa mittels Lifecycle Assessment, Life Cycle Costing oder Techno-Economic Assessment verpflichtend. Energie‑ und Kohlenstoff-/Treibhausgasbilanzen müssen insbesondere in die Planung neuer Technologien integriert werden.
Ziel
Die Maßnahme zielt darauf ab, die neue innovative Technologie zu entwickeln, die Technologiereife zu erhöhen (mind. TRL 3) und spätere Marktreife zu erreichen. Soweit möglich, sollen Testfelder, Reallabore und Pilotstädte/-regionen zur Erprobung einbezogen werden. Es ist wünschenswert, dass die entwickelten Konzepte in Großstädten und Metropolregionen der beteiligten Länder umgesetzt werden können. Durch die Projektförderung sollen deutsch‑singapurische Netzwerke sowie die Nachwuchsförderung gestärkt werden.
Antragberechtigte
Gefördert werden Verbundvorhaben mit mindestens einem deutschen und einem singapurischen Partner. Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und gewerbliche Unternehmen, insbesondere KMU. Forschungspartner aus Singapur beantragen parallel bei A*STAR.
Fördermittel
Die Zuwendungen werden in der Regel für eine Laufzeit von bis zu 36 Monaten als nicht rückzahlbarer Zuschuss mit maximal 560 000 Euro je Verbundprojekt für die deutsche Seite gewährt. Die Fördersätze sind auf bis zu 50% für industrielle Forschung bzw. 25% für experimentelle Entwicklung jeweils bezogen auf beihilfefähige Kosten festgelegt. Weitere Aufschläge, etwa für KMUs oder nicht-wirtschaftliche Forschungsvorhaben sind möglich. Grundsätzlich förderfähig sind Kosten für:
- Personal
- Projektbezogene Ausstattung
- Auftragsforschung
- Reisen und Aufenthalte
- Wissenschaftskommunikation
- Patente
Die Laufzeit der Förderrichtlinie ist derzeit bis zum 30. Juni 2027 befristet.
Antrag und Verfahren
Die Antragstellung erfolgt als zweistufiges Verfahren. In der ersten Verfahrensstufe ist dem DLR Projektträger bis spätestens 20. August 2026 zunächst die Projektskizze von deutschen Antragstellern gemeinsam mit einem singapurischen Kooperationspartner einzureichen. Zur Erstellung von Projektskizzen und förmlichen Förderanträgen ist das elektronische Antragssystem „easy-Online“ zu nutzen (https://foerderportal.bund.de/easyonline).
In der zweiten Verfahrensstufe kann für positiv-bewertete Projektskizzen ein förmlicher Förderantrag gestellt werden.
Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMFTR derzeit folgenden Projektträger beauftragt:
DLR Projektträger Europäische und internationale Zusammenarbeit Heinrich-Konen-Straße 1 53227 Bonn Internet: http://www.internationales-buero.de
Ansprechpartner sind: Fachlicher Ansprechpartner: Herr Dr. Ludwig Kammesheidt Telefon: 02 28/38 21-1729 Telefax: 02 28/38 21-1444 E-Mail: ludwig.kammesheidt@dlr.de
Administrative Ansprechpartnerin: Frau Birgit Ehrenberg Telefon: 02 28/38 21-1471 Telefax: 02 28/38 21-1444 E-Mail: birgit.ehrenberg@dlr.de
Quelle: Bekanntmachung des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Weitere Informationen
C.A.R.M.E.N. e.V. berät und informiert Sie gerne. Eine Übersicht zu Carbon Capture and Utilization sowie unsere Ansprechpartnerinnen finden Sie hier: https://www.carmen-ev.de/carbon-capture-and-utilization/
Informationen zum abgeschlossenen Cross-Cluster-Projekt CCU in Bayern sind hier einsehbar: https://www.carmen-ev.de/2026/03/12/projektergebnisse-des-cross-cluster-projekts-ccu-in-bayern-handlungsempfehlungen-fuer-eine-nachhaltige-co%e2%82%82-nutzung/
