Am 20. Januar 2026 fand in der Tourismus-Information Viechtach eine Informationsveranstaltung zum Thema PEFC-Regional-Label für heimisches Holz aus dem Bayerischen Wald statt. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Waldbesitzern über Sägewerke und Verarbeiter bis hin zu Architekten, Planern und Gestaltern – folgten der Einladung und unterstrichen damit das große Interesse an einem glaubwürdigen Herkunftsnachweis für regionales Holz.
Praxisnahe Lösung
Nach der Begrüßung durch Alexander Schulze (C.A.R.M.E.N. e.V.) stellten Stefan Meyerhofer (PEFC, Referat Produktkettenzertifizierung) und Dr. Jürgen Bauer (HW-Zert) den Weg zum PEFC-Regional-Label vor und erläuterte, wie das PEFC-Regional-Label als rechtssicherer Nachweis für die Herkunft von Holz eingesetzt werden kann. Neben den formalen Anforderungen und den Vermarktungschancen hob er einen wesentlichen Vorteil für die Region hervor: Im Bayerischen Wald liegt bereits eine hohe Dichte an PEFC-zertifizierten Wäldern und Betrieben vor. Damit bestehen sehr gute Ausgangsvoraussetzungen, um die Regionalisierung auf dieser Basis mit einem überschaubaren zusätzlichen Aufwand umzusetzen. Wie das in der Praxis ausschauen kann, erläuterte Franz Steiner (Steiner Franz OHG Sägewerk und Holzhandel), der von seinen Erfahrungen mit der PEFC-Zertifizierung im Sägewerk berichtete. Die folgende Aussprache und Diskussion zeigten ein lebhaftes und konstruktives Bild: Die Teilnehmenden brachten ihre praktischen Erfahrungen, Erwartungen und auch kritischen Fragen ein. Intensiv diskutiert wurden vor allem die konkrete Umsetzung in der Praxis, der organisatorische Aufwand, die Einbindung bestehender Abläufe sowie der konkrete Mehrwert für die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette. Dabei wurde deutlich, dass großes Interesse an dem Regional-Label besteht und grundsätzlich Bereitschaft vorhanden ist, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Nächste Schritte in Planung
Das PEFC-Regional-Label wird von vielen Beteiligten als realistische und sinnvolle Chance gesehen, die regionale Holzwirtschaft im Bayerischen Wald weiter zu stärken. Die bereits vorhandene Zertifizierungsbasis bietet hierfür einen entscheidenden Vorteil. Gleichzeitig wurde betont, dass der Erfolg maßgeblich vom Engagement, der Akzeptanz und der aktiven Nutzung durch die Akteure in der Praxis abhängt. „Einfach mal machen“, lautete das Plädoyer von Prof. Markus Lemberger (Regionalmanagement Wirtschaftsförderung im Landkreis Cham) in seiner abschließenden Zusammenfassung. In den kommenden Schritten gilt es nun, den Dialog fortzuführen, Informations- und Weiterbildungsangebote zu entwickeln und gemeinsam zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Einführung eines PEFC-Regional-Labels entlang der gesamten Wertschöpfungskette gegeben sind.
