Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – Einzelmaßnahmen

Seit 1. Januar 2021 ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft, die aus drei Teilprogrammen besteht:

  1. BEG WG: Vollsanierung oder Neubau von Wohngebäuden auf Effizienzhaus-Niveau
  2. BEG NWG: Vollsanierung oder Neubau von Nichtwohngebäuden auf Effizienzhaus-Niveau
  3. BEG EM: Einzelmaßnahmen an bestehenden Wohn- oder Nichtwohngebäuden

Zunächst können jedoch nur Anträge auf Zuschüsse für Einzelmaßnahmen an Bestandsgebäuden (Programmteil 3) gestellt werden. Zum 1. Juli 2021 starten dann auch die beiden Programmteile BEG WG und BEG NWG, bis dahin bleibt eine Antragstellung im KfW-Förderprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ möglich. Ab 1. Juli 2021 erhalten Antragsteller zudem in allen drei Teilprogrammen die Möglichkeit zu wählen, ob sie von einem Direktzuschuss für ihr Vorhaben profitieren wollen oder einen zinsgünstigen Förderkredit mit Tilgungszuschuss in gleicher Höhe wie dem Direktzuschuss in Anspruch nehmen möchten.

Förderfähige Einzelmaßnahmen an Bestandsgebäuden

  • Maßnahmen an der Gebäudehülle Dämmung der Fassade, des Daches, der Geschossdecke und der Bodenfläche sowie neue Fenster und Haustüren
  • NEU! Sommerlicher Wärmeschutz Ersatz oder erstmaliger Einbau von außenliegenden Sonnenschutzeinrichtungen mit optimierter Tageslichtversorgung, zum Beispiel über Lichtlenksysteme oder strahlungsabhängige Steuerung
  • Anlagentechnik (außer Heizung) Einbau und Austausch oder Optimierung raumlufttechnischer Anlagen, Einbau digitaler Systeme zur Verbrauchsoptimierung (Efficiency Smart Home) im Wohngebäude, in Nichtwohngebäuden Einbau von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Kältetechnik zur Raumkühlung und Beleuchtungssystemen
  • Effiziente Heizungstechnik mit Nutzung erneuerbarer Energien Wärmepumpe, Solarthermie-Anlage, Pelletheizung, Pelletofen mit Wassertasche, Stückholzkessel, Hackschnitzelkessel, EE-Hybridheizungen, Gas-Hybridheizungen, Anschluss an ein Gebäudenetz und an ein öffentliches Wärmenetz
  • Errichtung und Erweiterung eines Gebäudenetzes sowie der Anschluss an ein Gebäudenetz oder öffentliches Wärmenetz
  • Visualisierung des Ertrags Erneuerbarer Energien in allgemein zugänglichen Gebäuden
  • Heizungsoptimierung hydraulischer Abgleich inklusive Einstellung der Heizungskurve, Austausch von Heizungspumpen, Dämmung von Rohrleitungen, Optimierung von Wärmepumpen, Einbau von Flächenheizungen, Niedertemperaturheizkörper und Wärmespeichern, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik

Für alle geförderten Maßnahmen sind technische Mindestanforderungen zu erfüllen, die in der Regel über die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes hinaus gehen.

Neu! Einzelmaßnahmen sind im Neubau nicht mehr förderfähig. Erneuerbare Heizsysteme im Neubau können daher nur noch über die förderfähigen Kosten im Rahmen der systemischen Förderung der KfW-Effizienzhaus-Programme bezuschusst werden. Damit entfällt seit dem 1. Januar 2021 die bisherige Kombinationsmöglichkeit der beiden Programme. Als Ausgleich wird der Fördermittelgeber den Einbau von Heizungsanlagen im Neubau, die erneuerbare Energien nutzen, mit dem Start der Teilprogramme BEG WG und BEG NWG über die Einführung sogenannter „EE-Klassen“ besonders honorieren. Als Neubauten gelten im übrigen Gebäude, deren Bauantrag bzw. Bauanzeige zum Zeitpunkt der Antragstellung weniger als fünf Jahre zurückliegen. Das Jahr der Fertigstellung ist nicht relevant.

Neu! Eine Förderung der neuen Heizanlage wird seit dem 1. Januar 2021 auch dann gewährt, wenn der alte Ölkessel einer Austauschpflicht gemäß § 72des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) unterliegt. Dies ist insbesondere für Erben oder Käufer von alten Häusern eine erfreuliche Nachricht.

Art und Höhe der Förderung

Die Förderung erfolgt als Zuschuss in Form einer Anteilsfinanzierung und beträgt je nach beantragter Maßnahme bis zu 50 % der förderfähigen Investitionskosten. Antragsteller, die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind, können die Kosten einschließlich der Umsatzsteuer ansetzen.

Förderfähig Einzelmaßnahmen Basis-
Fördersatz
Fördersatz mit
Austausch Ölheizung
Erneuerbare Heizsysteme und Gas-Hybridheizungen
* Gas-Brennwertheizung („Renewable Ready“) 20 %
* Gas-Hybridheizung30 %40 %
* Solarkollektoranlage30 %
* Biomasseheizung ohne bzw. mit Innovationsbonus35 % bzw. 40 %45 % bzw. 50 %
* Wärmepumpe35 %45 %
* Innovative Heiztechnik (erneuerbare Energien)35 %45 %
* Erneuerbare Energien Hybridheizung35 %45 %
* Anschluss an ein Gebäude- oder ein öffentliches Wärmenetz301 % bzw. 352 %401 % bzw. 452 %
Maßnahmen an der Gebäudehülle20 %
Maßnahmen an der Gebäudetechnik20 %
Maßnahmen zur Heizungsoptimierung20 %
Fachplanung und Baubegleitung 50 %
1 Anteil erneuerbare Energien mind. 25 % 2 Anteil erneuerbare Energien mind. 55 %

Die Fördersätze beim Heizungstausch entsprechen weitgehend den 2020 geltenden Fördersätzen im BAFA-Programm „Heizen mit Erneuerbaren Energien“. Auch der 2020 neu eingeführte 10 %-Bonus bei Demontage eines Ölofens oder Ölkessels wird im BEG EM fortgeführt. Lediglich für Holzfeuerungen, die besonders niedrige Feinstaubemissionen nachweisen können, wird ein um 5 Prozentpunkte höherer Zuschuss ausgereicht.

Bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und der Gebäudetechnik ist eine Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energie-Effizienzexperten zwingend vorgeschrieben. Wer jedoch nur die Heizung modernisiert oder optimiert kann die Maßnahme auch ohne Einbindung eines Effizienzexperten durchführen.

Neu! Ist die beantragte energetische Sanierungsmaßnahme Teil eines längerfristigen, individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), der innerhalb eines Zeitraums von max. 15 Jahren umgesetzt wird, so erhöhen sich die in der Tabelle genannten Fördersätze um weitere 5 %. Ein Sanierungsfahrplan wird allerdings nur bei Wohngebäuden honoriert. Voraussetzung ist, dass der Sanierungsfahrplan im Rahmen der Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude (EBW) gefördert wird.

Welche Kosten können zum Ansatz gebracht werden?

Die förderfähigen Investitionskosten sind im Programm sehr weit gefasst. So können nicht nur die Kosten für die Ausführung und Funktionstüchtigkeit der Maßnahme selbst zum Ansatz gebracht werden, sondern es werden auch sogenannte Umfeldmaßnahmen gefördert. Dazu zählen alle Arbeiten, die unmittelbar zur Vorbereitung und Umsetzung einer förderfähigen Maßnahme erforderlich sind (inkl. Inbetriebnahme), und/oder die zu einer Energieeffizienzsteigerung der Gebäudeanlagentechnik führen. Bei einer Heizungsmodernisierung sind beispielsweise der Bau eines Heizraums, ein neuer Schornstein, der Einbau von Flächenheizungen oder die Demontage und Entsorgung des alten Wärmeerzeugers zu nennen. Wer sein Dach saniert, kann u. a. eine Dachbegrünung bezuschusst bekommen. Darüber hinaus sind Baunebenkosten, wie Baustelleneinrichtungen oder Baustoffuntersuchungen förderfähig.

Eine detaillierte Auflistung der förderfähigen Maßnahmen finden Sie hier.

Höchstgrenzen förderfähiger Kosten (brutto)

Die Höhe der förderfähigen Kosten beträgt bei Wohngebäuden bis zu 60.000 Euro je Wohneinheit und bei Nichtwohngebäuden bis zu 1.000 Euro je m² Nettogrundfläche, maximal jedoch 15 Mio. Euro. Die Bagatellgrenze liegt bei 2.000 Euro brutto.

Für die Baubegleitung gibt es je nach Gebäudeart eigenständige Höchstbeträge: Sie sind bei Wohngebäuden gedeckelt auf 5.000 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser, 2.000 Euro je Wohneinheit für Mehrfamilienhäuser und bei Nichtwohngebäuden beträgt die Höchstgrenze 5 Euro je m² Nettogrundfläche. Maximal werden über alle Gebäudearten jedoch nur 20.000 Euro je Zuwendungsbescheid anerkannt.

Antragstellung, vorzeitiger Maßnahmebeginn und Bewilligungszeitraum

Alle Antragsteller müssen vor Umsetzung der Maßnahme online einen Förderantrag beim BAFA einreichen. Als Maßnahmebeginn gelten der Abschluss eines Lieferungs- und/oder Leistungsvertrages. Planungsleistungen sind im Vorfeld erlaubt. Nach Erhalt der Eingangsbestätigung kann der Auftrag erteilt werden.

Contractoren aufpasst! Stellt ein Contractor einen Förderantrag, so muss eine Erklärung zwischen Contractor und Contractingnehmer abgegeben werden, dass ein konsentierter Entwurf eines Contractingvertrages vorliegt. Ein rechtsgültiger Abschluss eines Contractingvertrages gilt jedoch bereits als Maßnahmenbeginn! Lediglich wenn ein eindeutiges Rücktrittsrecht für den Fall der Ablehnung des Förderantrags im Vertrag vereinbart ist, liegt kein Beginn des Vorhabens vor.

Nach Erhalt des Zuwendungsbescheides beträgt der Bewilligungszeitraum 24 Monate. Bei begründetem Antrag kann er um 24 Monate verlängert werden. Nach Fertigstellung bzw. Inbetriebnahme der Maßnahme, aber spätestens sechs Monaten nach Ende des Bewilligungszeitraums muss der Verwendungsnachweis eingegangen sein.

Alle Angaben ohne Gewähr! Verbindliche Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten der Bewilligungsbehörde BAFA – Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG)

Tipp! Ein Bauherr kann zudem über das KfW-Programm 167 einen Ergänzungskredit beantragen. Dieser hilft, eventuelle Finanzierungslücken zu decken.