Klarer Zukunftskurs: Grüner Strom Label e.V. beendet das Grünes Gas-Label im Jahr 2029

Pressemeldung des Grüner Strom Label e.V.:

Das Grünes Gas-Label für Erdgastarife mit Biogasanteil und Investitionsverpflichtung wird bis Ende 2029 eingestellt. Der Verein fokussiert seine Arbeit auf das Grüner Strom-Label – ein Schritt, der den Kurs hin zu einer erneuerbaren Energieversorgung unterstreicht. 

Der Grüner Strom Label e.V. stellt das Grünes Gas-Label bis Ende 2029 ein und richtet seinen Fokus konsequent auf das Grüner Strom-Label. Die Entscheidung wurde von den Trägerverbänden getroffen. Der Trägerkreis besteht aus den Verbänden NABU, BUND, Eurosolar, Deutscher Naturschutzring, die Verbraucher Initiative und IPPNW. 

Gas passt langfristig nicht in die reine Wärmeversorgung

„Die Entscheidung, das Label ‚Grünes Gas‘ Ende 2029 auslaufen zu lassen, ist ein wichtiger und zukunftsweisender Schritt der gesamten Trägerschaft“, erklärt Marcus Bollmann, Vorstandsvorsitzender und Vertreter des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Seit seiner Einführung hat das Label dazu beigetragen, die Erzeugung von grünem Biogas an klaren Qualitätsstandards auszurichten. Heute ist jedoch klar, dass die Herausforderungen der Energiewende neue Antworten erfordern. Mit dem Auslaufen des Labels setzen wir deshalb ein klares Signal: Unser Fokus liegt auf Lösungen, die für die konsequente Umsetzung eines erneuerbaren Energiesystems stehen.“ 
 
Die Entscheidung basiert auf den aktuellen und zukünftigen Entwicklungen in der Energie- und Wärmewende: Die klimabezogenen Anforderungen sehen eine deutliche Reduktion fossiler Energieträger vor und für die Dekarbonisierung werden schnelle, nachhaltige Alternativen benötigt. Fossiles Erdgas ist langfristig keine Option für ein erneuerbares Energiesystem. Auch grüne Gase – wie Biomethan oder grüner Wasserstoff – werden absehbar nicht in ausreichendem Umfang und zu vertretbaren Kosten verfügbar sein. Daher sollten sie möglichst effizient und gezielt eingesetzt werden, etwa in der Kraft-Wärme-Kopplung oder als Rohstoff in der Industrie. Für die breite Wärmeversorgung stehen damit künftig andere erneuerbare Lösungen im Vordergrund.

Die Trägerverbände sind sich einig, dass politische und gesellschaftliche Weichenstellungen darauf ausgerichtet sein sollten, die Rolle von Gas als Übergangstechnologie zu reduzieren. Auch regulatorische Rahmenbedingungen sollten so gestaltet werden, dass gasbasierte Produkte und entsprechende Labels perspektivisch an Bedeutung verlieren. Vor diesem Hintergrund ist die Beendigung des Grünes Gas-Labels ein vorausschauender und konsequenter Schritt hin zu einer zukunftsfähigen Ausrichtung.

Tarife mit dem Grünes Gas-Label unterstützen weiterhin die Energiewende

Gastarife, die mit dem Grünes Gas-Label ausgezeichnet sind, erfüllen weiterhin die Kriterien des Gütesiegels. Das Kernkriterium: Pro verbrauchte Kilowattstunde Gas wird ein fester Betrag in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in Energiewende-Projekte investiert. 

„Auch heute noch leisten Verbraucher*innen und Energieversorger mit zertifizierten Gastarifen einen wertvollen Beitrag für die Energie-Zukunft. Wir stellen sicher, dass die finanziellen Mittel weiterhin in zukunftsfähige Energiewende-Projekte fließen.“, erklärt Christian Knops, Co-Geschäftsführer des Grüner Strom Label e.V. „Gleichzeitig entwickeln wir das Grüner Strom-Label weiter und machen es fit für die kommenden Anforderungen der Energiebranche.“, so Knops weiter.

Das Grüner Strom-Label im Fokus

Der Grüner Strom Label e.V. konzentriert sich auf das Grüner Strom‑Label. Denn auch hier gilt das gleiche Kernkriterium, wie beim Grünes Gas-Label: Jede verbrauchte Kilowattstunde löst Investitionen aus. Neben Projekten in den Bereichen Energieerzeugungsanlagen, -Infrastruktur und -Effizienz wird durch die Investitionsverpflichtung auch die Wärmewende vorangetrieben. Die Investitionszuschüsse ermöglichen den Ausbau erneuerbarer Wärmetechnologien wie Wärmepumpen, Abwärmenutzung oder Solarthermie. Beispiele für diese Projekte sind die Abwasser-Wärmepumpe in Fulda, die Abwasser als Wärmequelle für die Wärmeversorgung einsetzt, die Großwärmepumpe in Münster, die mit Grüner Strom-zertifiziertem Ökostrom betrieben wird oder das Nahwärmenetz bei Nürnberg, das Biomasse und Solarthermie einsetzt. Diese und weitere Projekte treiben die Wärmewende an.

Insgesamt konnten durch die Gütesiegel Grüner Strom und Grünes Gas bisher über 2.100 Energiewende-Projekte mit über 117 Millionen Euro unterstützt werden.

Weitere Informationen dazu unter: https://gruenerstromlabel.de/