Die aktuelle Konjunkturumfrage von C.A.R.M.E.N. e.V. zeigt für die Branche der Nachwachsenden Rohstoffe eine insgesamt stabilisierte wirtschaftliche Entwicklung. Erstmals seit Herbst 2023 berichten wieder mehr Unternehmen von steigenden als von rückläufigen Umsätzen. Während sich die Umsatzentwicklung spürbar verbessert hat, bleiben Investitionen und Personalentwicklung verhalten. Besonders kritisch bewerten die Unternehmen weiterhin die politischen Rahmenbedingungen.
Die Umsatzentwicklung der vergangenen zwölf Monate fällt insgesamt positiv aus. 71 Prozent der befragten Unternehmen konnten ihre Umsätze steigern oder zumindest auf dem Vorjahresniveau halten. Besonders erfreulich ist der deutliche Anstieg des Anteils der Betriebe mit Umsatzzuwächsen von fünf Prozent und mehr: Dieser erhöhte sich gegenüber der Herbstumfrage 2025 von 15 auf 26 Prozent. Gleichzeitig halbierte sich der Anteil der Unternehmen mit Umsatzrückgängen von zehn Prozent und mehr von 14 auf sieben Prozent. Damit überwiegen erstmals seit Herbst 2023 wieder die positiven Umsatzmeldungen.
Weniger dynamisch zeigt sich dagegen die Entwicklung bei den Investitionen. Nur noch 21 Prozent der Unternehmen haben ihre Investitionen ausgeweitet – einer der niedrigsten Werte seit Beginn der Erhebung. Ebenso viele Betriebe reduzierten ihre Investitionstätigkeit. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass lediglich 14 Prozent der Unternehmen vollständig auf Investitionen verzichteten. Auch im Personalbereich bleibt die Entwicklung zurückhaltend. Lediglich 13 Prozent der Betriebe bauten Beschäftigung auf – der zweitschlechteste Wert seit Beginn der Konjunkturumfrage im Jahr 2010. Gleichzeitig reduzierten 21 Prozent der Unternehmen ihren Personalbestand. Zwei Drittel der Betriebe konnten ihre Beschäftigtenzahl jedoch konstant halten.
Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate zeigen sich die Unternehmen vorsichtig optimistisch. Die Erwartungen an die Umsatzentwicklung gehen zwar weiter auseinander, insgesamt rechnen jedoch weiterhin viele Betriebe mit einer positiven Geschäftsentwicklung. Sowohl der Anteil der Unternehmen, die mit deutlichen Umsatzsteigerungen rechnen, als auch der Anteil der Betriebe, die Umsatzrückgänge erwarten, ist gestiegen. Dagegen nimmt die Zahl der Unternehmen mit stabilen Umsatzerwartungen ab.
Bei den geplanten Investitionen zeichnet sich eine weitgehend stabile Entwicklung ab. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Investitionen erhöhen oder auf dem bisherigen Niveau halten wollen, bleibt nahezu unverändert. Gleichzeitig planen weniger Betriebe als noch im Herbst 2025, vollständig auf Investitionen zu verzichten. Allerdings wollen mehr Unternehmen ihr Investitionsbudget reduzieren.
Im Personalbereich setzen die Unternehmen noch stärker auf Kontinuität. Mehr als vier von fünf Betrieben beabsichtigen, ihre Beschäftigtenzahl konstant zu halten – der zweithöchste Wert seit Beginn der Erhebung. Lediglich 14 Prozent planen Neueinstellungen, während nur fünf Prozent einen Personalabbau erwarten.
Unverändert kritisch fällt dagegen die Bewertung der politischen Rahmenbedingungen aus. Lediglich drei Prozent der Unternehmen beurteilen diese derzeit als gut – der niedrigste Wert seit 2014. Gleichzeitig bewerten 68 Prozent die politischen Rahmenbedingungen als schlecht. Nach dem zwischenzeitlichen Stimmungsaufschwung im Frühjahr 2025, der vermutlich mit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung zusammenhing, hat sich die Einschätzung damit wieder deutlich eingetrübt. Der entsprechende Stimmungsindex liegt erneut auf dem niedrigen Niveau zum Ende der vorherigen Bundesregierung und damit nahe den historischen Tiefständen.
Insgesamt deutet die aktuelle Konjunkturumfrage darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Lage der Branche nach dem starken Einbruch der vergangenen Jahre (2022-2024) stabilisiert hat. Die seit Herbst 2024 beobachtete Erholung hat sich zuletzt jedoch nicht weiter fortgesetzt. Ob die aktuelle Seitwärtsbewegung lediglich eine Konsolidierungsphase oder bereits den Beginn einer neuen Entwicklung darstellt, werden die kommenden Konjunkturumfragen zeigen. Dass die Unternehmen ihre Zukunftsaussichten insgesamt etwas positiver einschätzen als die aktuelle Geschäftslage, lässt dennoch auf eine weitere Verbesserung der Branchenentwicklung hoffen.
Circa 4.300 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.
Pressekontakt: Christina Frank | Öffentlichkeitsarbeit | 09421 960 323 | christina.frank@carmen-ev.bayern.de
