Wildpoldsried – Modelldorf der Energiewende

In einer Zeit, in der Klimaschutz und nachhaltige Energie immer wichtiger werden, zeigt C.A.R.M.E.N. e.V. Kommunen, die mit innovativen Projekten und engagiertem Handeln eine Vorreiterrolle übernehmen. Diese Gemeinden setzen neue Maßstäbe und beweisen, wie die Energiewende vor Ort erfolgreich gestaltet werden kann. Wildpoldsried zeigt als Musterdorf der Energiewende, wie Bürgerbeteiligung, Wind, Sonne und Biomasse gemeinsam weit mehr Strom erzeugen als vor Ort verbraucht wird und so Vorbildwirkung und wirtschaftlichen Nutzen schaffen.

Best Practice des Monats: 
C.A.R.M.E.N. e.V. stellt Kommunen vor, die Energiewende und Klimaschutz aktiv gestalten.

Standort

Wildpoldsried ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu und liegt etwa 10 km von Kempten entfernt.

Art des Projekts

Obwohl die Gemeinde Wildpoldsried lediglich rund 2.600 Einwohnende zählt, gilt sie als einer der Vorreiterstandorte beim Thema Erneuerbare Energien in Bayern und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Insbesondere die Nutzung von Wind, Sonne und Biomasse als Energiequellen brachten der Gemeinde die Rolle als Musterdorf für die Energiewende und zahlreiche Auszeichnungen ein. Heute wird in Wildpoldsried rund achtmal so viel Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt, wie am Standort verbraucht wird.

Projektbeteiligte

Bis Mitte der 1990er Jahre reichen die Bemühungen insbesondere einiger engagierter Landwirte und des damaligen Bürgermeisters zurück, die lokale Energiewende in Wildpoldsried anzustoßen. Als erstes Großprojekt resultierte daraus die Inbetriebnahme zweier Windkraftanlagen im Jahr 2000 durch eine Bürgerenergiegesellschaft, bestehend aus 30 Wildpoldsriedern. Inzwischen sind mehr als 800 Personen an den verschiedenen Energieprojekten beteiligt – rund 400 davon stammen aus der Gemeinde selbst.

Umsetzung

Unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger wurde seit 1999 ein ökologisches Profil für die Gemeinde erarbeitet. Dem ersten Bürgerwindkraft-Projekt folgten bald zahlreiche weitere, sodass bis heute 11 Windkraftanalgen in Wildpoldsried und der angrenzenden Kommune errichtet wurden. Hinzu kamen und kommen zahlreiche weitere Aktivitäten seitens der ortsansässigen Privatpersonen, Landwirt*innen, Unternehmen und der Gemeinde, die den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz vorantreiben. Als wesentlich für die Umsetzung der lokalen Energiewende erwies sich die hohe Akzeptanz – sowohl von Seiten der Bürger*innen als auch durch die Kommunalpolitik.

Nutzen

Aufgrund des starken Fokus auf die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den Energieanlagen profitieren einerseits die Wildpoldsrieder*innen selbst finanziell, z. B. von der Vermarktung des erzeugten Stroms. Allein durch die Windkraft konnten 2018 rund 31.324 MWh im Gemeindegebiet erzeugt werden. Durch die hohe Erzeugung Erneuerbarer Energien wird eine große Menge an CO2-Emissionen vermieden und somit ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Zugleich fungiert der Modellstandort als Vorlage und Vorbild für andere Gemeinden und trägt dadurch zur Akzeptanz und zum Gelingen der Energiewende bei.

Förderung

Die beiden im April 2002 in Betrieb genommenen Bürgerwindkraftanlagen wurden in Form eines Investitionszuschusses von 200.000 DM durch den Freistaat Bayern gefördert. Das gemeindeeigene Wärmenetz wurde im Rahmen des Gesamtkonzeptes „Nachwachsende Rohstoffe in Bayern“ aus Mitteln des Freistaates gefördert und von der Europäischen Union kofinanziert.

Weitere Hintergrundinformationen erhalten Sie auf der Webseite der Gemeinde Wildpoldsried.

Eine Übersicht unserer Best Practice Beispiele finden Sie hier.