Ohne Dialog keine Energiewende: C.A.R.M.E.N.-Forum setzt klare Impulse

Straubing, 21. April 2026 * Wie kann die Energiewende wirksam kommuniziert und gemeinsam mit der Gesellschaft gestaltet werden? Diese zentrale Frage stand im Fokus des diesjährigen C.A.R.M.E.N.-Forums, das am gestrigen Tag zahlreiche Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und kommunaler Praxis nach Straubing führte. Die Veranstaltung bot eine Plattform für intensiven Austausch, neue Perspektiven und praxisnahe Lösungsansätze rund um die Kommunikation der Energiewende.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Geschäftsführer von C.A.R.M.E.N. e.V., Edmund Langer, der den Vorstandsvorsitzenden vertrat, die rund 110 Teilnehmenden. In seiner Ansprache betonte er die gestiegene Bedeutung Erneuerbarer Energien vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Entwicklungen. Zugleich hob er hervor, dass Fortschritte in der Energiewende nicht allein von technischen Lösungen abhängen, sondern maßgeblich von gelungener Kommunikation und Überzeugungsarbeit getragen werden. Es „braucht Räume, in denen Perspektiven aufgezeigt, kontroverse Diskussionen geführt und gemeinsame Lösungen entwickelt werden können“, so der Geschäftsführer. Im Anschluss richteten der Oberbürgermeister der Stadt Straubing, Markus Pannermayr, sowie die stellvertretende Landrätin Martha Altweck-Glöbl Grußworte an die Teilnehmenden. Beide betonten die Bedeutung des Forums als wichtige Plattform für Vernetzung und Wissenstransfer und zeigten sich erfreut darüber, dass die Veranstaltung erneut zahlreiche engagierte und kompetente Akteure in die Region gebracht hat.

Auch der Staatssekretär für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Tobias Gotthardt, griff diese Gedanken in seiner anschließenden Rede auf. Er hob hervor, dass Bayern bereits einen sehr hohen Anteil seiner Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien deckt. Anhand aktueller Zahlen und Entwicklungen gab er einen umfassenden Überblick über den Status quo in den Bereichen Solarenergie, Windkraft, Biomasse, Holzenergie und Wasserkraft. Gleichzeitig unterstrich er die Notwendigkeit, die Energiewende gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gestalten: Akzeptanz, Transparenz und Beteiligung seien entscheidende Faktoren für den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien. Durch das Programm führte Moderatorin Nathalie Höglmeier von der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) mit großer Souveränität, Fachkenntnis und spürbarem Engagement. Sie gestaltete den Tag dynamisch, band das Publikum aktiv ein und sorgte für einen kontinuierlichen Dialog zwischen Referierenden und Teilnehmenden.

Ein inhaltlicher Höhepunkt des Vormittags war der Vortrag von Dr. Brudermann von der Universität Graz zum Thema „Strategien der Klimakommunikation“. Mit seiner lebendigen und humorvollen Art gelang es ihm, komplexe Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln. Anhand zahlreicher Beispiele aus seiner Forschung und persönlichen Erfahrungen zeigte er auf, wie Kommunikation im Kontext von Klimaschutz und Energiewende gelingen kann. Dabei sorgten seine pointierten Anekdoten und praxisnahen Impulse immer wieder für Aha-Momente im Publikum. Ein gelungenes Praxisbeispiel folgte kurz vor der Mittagspause: Manuel Heim und Xaver Egert präsentierten die Gemeinde Unterhaching als Vorreiter im kommunalen Klimaschutz. Sie berichteten von bereits umgesetzten Maßnahmen und zeigten auf, wie konsequentes Handeln und langfristige Strategien eine Kommune auf den Weg zur Energieautarkie führen können. Ihr Beitrag machte deutlich, welches Potenzial auf lokaler Ebene vorhanden ist und wie dieses erfolgreich genutzt werden kann, wenn die Bevölkerung frühzeitig eingebunden wird.

Am Nachmittag wurde das Thema Kommunikation aus unterschiedlichen Perspektiven weiter vertieft. Namhafte Referentinnen und Referenten aus Beratung, Wissenschaft, Forschung und Medien gaben Einblicke in ihre Arbeit und berichteten von Herausforderungen, die ihnen immer wieder begegnen. Ergänzt wurden diese Beiträge durch Stimmen aus der Unternehmenspraxis sowie von kommunalen Vertreterinnen und Vertretern. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere Kommunen derzeit vor großen Herausforderungen stehen: Begrenzte personelle Ressourcen, komplexe Rahmenbedingungen und vielfältige Aufgaben erschweren häufig eine konsequente Umsetzung der Energiewende vor Ort.

Ein zentrales Fazit des Forums: Die Transformation des Energiesystems ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie erfordert das Zusammenwirken aller – über Institutionen, Generationen und gesellschaftliche Gruppen hinweg. Die Energiewende ist nicht allein Sache der jungen Generation, sondern ebenso eine Verantwortung der älteren – und kann nur gemeinsam erfolgreich gestaltet werden.

Das C.A.R.M.E.N.-Forum 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Dialog, Wissenstransfer und gegenseitiges Verständnis für das Gelingen der Energiewende sind. Mit zahlreichen Impulsen, neuen Kontakten und konkreten Ansätzen für die Praxis endete eine rundum gelungene Veranstaltung, die einmal mehr die Bedeutung von Kommunikation als Schlüssel zur Transformation unterstrich.

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Pressekontakt: Christina Frank Öffentlichkeitsarbeit | 09421 960 323 | christina.frank@carmen-ev.de