Hemmnisse und Lösungsansätze bei der Förderung biobasierter Dämmstoffe

Biobasierte Dämmstoffe gelten als klimafreundliche Alternative, werden aber bislang selten eingesetzt. Das Forschungsprojekt BioDämm der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) hat untersucht, woran das liegt und welche Rolle Kommunen dabei spielen. In einem Workshop am Standort Straubing am 25. Februar wurde nun mit Fachleuten zu kommunalen Förderprogrammen diskutiert. 

Wie lassen sich biobasierte Dämmstoffe stärker in privaten Wohngebäuden einsetzen? Und wie können Kommunen dabei unterstützen? Diese Fragen standen im Fokus des Forschungsprojekts BioDämm („Biobasierte Dämmstoffe für Wohngebäude in Bayern“) der HSWT, welches durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus gefördert wurde. Drei Jahre lang hat das Projektteam unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Menrad untersucht, warum biobasierte Dämmstoffe im privaten Wohnbau bislang nur selten genutzt werden und welche Faktoren ihren Einsatz hemmen oder fördern. 

Biobasierte Dämmstoffe: technisch stark, aber selten genutzt

Obwohl biobasierte Dämmstoffe bei Wärmedämmung, sommerlichem Hitzeschutz und Schallschutz mit konventionellen Materialien mithalten können, bleiben sie im Markt ein Nischenprodukt. Eine deutschlandweite Onlinebefragung im Projekt zeigte eine deutliche Diskrepanz zwischen Einstellung und Nutzung: Auch wenn viele die ökologischen Vorteile anerkennen, setzen nur 10 Prozent der Befragten ausschließlich biobasierte Dämmstoffe ein. Weitere 25 Prozent nutzen biobasierte Materialien in Kombination mit konventionellen Dämmstoffen. 

Für über 80 Prozent sind jedoch vor allem technische Eigenschaften wie die Dämmeigenschaft entscheidend. „Unsere Daten verdeutlichen, dass technische Eigenschaften wie Wärmedämmung oder Brandschutz für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer entscheidend sind“, betont Isabella Limbrunner, die das Projekt im Rahmen ihrer Promotion wissenschaftlich bearbeitet. „Nachhaltigkeit wird zwar geschätzt, spielt aber bei der tatsächlichen Materialwahl eine geringere Rolle.“  

Kommunale Förderprogramme oft schwer zugänglich

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Wissen über biobasierte Dämmstoffe fehlt vielerorts. Die Literatur zeigt, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher oft unzureichend informiert sind. 54,6 Prozent der Befragten, die biobasierte Lösungen nutzen, aber keine Förderung beantragt haben, wussten nach eigenen Angaben nicht über bestehende Förderprogramme Bescheid. Hohe Suchkosten für Bauende sowie eine ungünstige Platzierung im Handel erschweren die Nutzung zusätzlich. 

Da weder Bund noch Freistaat Bayern den Einsatz biobasierter Dämmstoffe spezifisch fördern, können Kommunen eine entscheidende Rolle übernehmen. Einige tun dies bereits – doch die Nutzung bleibt überschaubar. Nur 30 Prozent der Personen, die biobasierte Dämmstoffe eingesetzt haben, stellten einen Förderantrag. Von diesen empfanden 44 Prozent den Prozess des Förderantrags als „schwer“ oder „sehr schwer“. 47,2 Prozent kritisierten lange Entscheidungszeiten. Gleichzeitig halten 67,6 Prozent aller Befragten finanzielle Unterstützung für eine geeignete Maßnahme, um biobasierte Dämmstoffe attraktiver zu machen.

Workshop: Austausch über Hemmnisse und Lösungsansätze

Im Workshop „Biobasierte Dämmstoffe und kommunale Förderprogramme“ am 25. Februar in Straubing diskutierten Fachleute aus Kommunen, Behörden, Energieagenturen und Verbänden, wie der Einsatz nachhaltiger Dämmstoffe in Bayern gestärkt werden kann. Genannt wurden fehlende Informationen, Unsicherheiten zu Vorteilen biobasierter Materialien und mangelnde Transparenz kommunaler Förderprogramme. Zugleich wurde betont, dass gut strukturierte und verlässliche Programme den Absatz, das Bewusstsein für ökologische Vorteile und die Wettbewerbsfähigkeit biobasierter Dämmstoffe deutlich erhöhen könnten.