Ein Produktlabel für erneuerbaren Kohlenstoff: OK Renewable von TÜV Austria

Der Übergang zu einer klimaneutralen und zirkulären Wirtschaft erfordert, fossilen Primärkohlenstoff durch erneuerbaren Kohlenstoff aus Biomasse und Recyclingströmen sowie abgeschiedenen Kohlenstoff zu ersetzen. Mit steigenden regulatorischen Anforderungen müssen Unternehmen nicht nur die Nachhaltigkeit ihrer Produkte erhöhen, sondern ihre Fortschritte auch transparent und verständlich kommunizieren.

Klare Kommunikation ermöglichen

Eine Möglichkeit dazu bietet das Zertifizierungssystem OK Renewable, unabhängig verifiziert von TÜV AUSTRIA, indem in nur einem Label der erneuerbare Kohlenstoffgehalt unabhängig von dessen Herkunft quantifiziert wird. Erneuerbarer Kohlenstoffanteil bezeichnet den Anteil aus bio-basiertem, CO₂-basiertem und recyceltem Kohlenstoff im Produkt. Anstelle separater Label vereint Renewable Carbon Share alle erneuerbaren Kohlenstoffströme in einem klaren Rahmen. Für Unternehmen bedeutet das Label eine deutliche Vereinfachung in der Kommunikation. Statt mehrerer Labels reicht künftig ein einziges Zertifikat aus, um biobasierte, recyclingbasierte oder CO₂-basierte Kohlenstoffanteile auszuweisen. Ein hoher Anteil an erneuerbaren Kohlenstoff zeigt eine hohe Substitution fossilen Kohlenstoffs an.

Ein Merkmal von OK Renewable ist die Kombination aus getrennten und auf Massenbilanz basierenden Produktketten-Ansätzen innerhalb eines einzigen Systems. Integrierte chemische Produktionssysteme können daher an der Transformation teilnehmen, ohne dass vollständige physische Trennung ggf. verschiedener erneuerbarer Rohstoffe notwendig ist.

Laut TÜV AT ist „OK renewable“ als Meta-Label konzipiert und baut auf bestehenden Zertifikaten auf. Aktuell wird es von neun führenden Zertifizierungsanbietern anerkannt, deren Nachweise als gültige Grundlage für erneuerbare Kohlenstoffquellen akzeptiert werden. Damit wird die Zertifizierung effizienter und der administrative Aufwand reduziert. Sie ist besonders relevant im Hinblick auf die europäische Empowering-Consumers-Richtlinie (EmpCo) und die zunehmende Prüfung von Umweltansprüchen. Unternehmen benötigen evidenzbasierte Aussagen, die regulatorischen Überprüfungen und Markterwartungen standhalten können. Eine unabhängige Zertifizierung stellt sicher, dass diese Behauptungen robust, transparent und überprüfbar bleiben.

“Die Diskussion verlagert sich allmählich von der Frage, ob Unternehmen die Abhängigkeit von fossilen CO2 verringern sollten, hin dazu, wie sie diesen Fortschritt transparent und überprüfbar nachweisen können“, sagt Anja De Jonghe, Business Unit Manager Sustainability bei TÜV AUSTRIA Belgien. “Unabhängige Zertifizierung liefert die von Regulierungsbehörden und Markt geforderten Beweise.”

Über die Produktkommunikation hinaus zeigen Informationen zum Anteil erneuerbarer Kohlenstoffe auch Fortschritte bei breiteren Unternehmenszielen zur Nachhaltigkeit, einschließlich Scope-3-Emissionsreduktion und langfristiger Defossilisierungsstrategien. Da sich die Märkte zunehmend auf den erneuerbaren Kohlenstoffgehalt konzentrieren, bietet Renewable Carbon Share ein zukunftsorientiertes Werkzeug für die Industrie.

Da erneuerbare Kohlenstoffquellen in industriellen Lieferketten immer wichtiger werden, werden transparente Verifikationsmechanismen wie OK Renewable eine wachsende Rolle dabei spielen, die Umweltleistung nachzuweisen, glaubwürdige Nachhaltigkeitsansprüche zu unterstützen und Unternehmen dabei zu helfen, ihren Übergang vom fossilen Kohlenstoff mit Zuversicht zu kommunizieren.

Quellen

Seite von TÜV Austria: https://be.tuvaustria.com/defossilisation-made-visible-why-ok-renewable-is-becoming-the-reference-label-for-renewable-carbon-products/

Seite von TÜV Austria: https://en.tuv.at/ok-renewable/


C.A.R.M.E.N. e.V. berät und informiert Sie gerne. Eine Übersicht zu Carbon Capture and Utilization sowie unsere Ansprechpartnerinnen finden Sie hier: https://www.carmen-ev.de/carbon-capture-and-utilization/.

Informationen zum abgeschlossenen Cross-Cluster-Projekt CCU in Bayern sind hier einsehbar: https://www.carmen-ev.de/2026/03/12/projektergebnisse-des-cross-cluster-projekts-ccu-in-bayern-handlungsempfehlungen-fuer-eine-nachhaltige-co%e2%82%82-nutzung/