Der Handel bewirbt Holzbriketts als effiziente und umweltfreundliche Brennstoffe für Scheitholzöfen oder kleine Holzkessel. Wissenschaftler des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) sowie der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) haben analysiert, ob bei den handelsüblichen Holzbriketts die Qualität nach DIN EN ISO-Norm eingehalten wird. Sie regelt unter anderem Parameter wie Heizwert, Aschegehalt und chemische Inhaltsstoffe. Bei den Stichproben wurde eine große Bandbreite bei den Brennstoffqualitäten festgestellt. Die Ergebnisse hat das TFZ jetzt veröffentlicht.
Für die Untersuchungen hatten die Forscher insgesamt 38 Holzbriketts aus dem deutschen Handel beschafft und analysiert. Die Einkäufe erfolgten in der Wintersaison 2022/2023. „Auf dem deutschen Markt sind einerseits Holzbriketts von sehr hoher Qualität erhältlich“, sagt Dr. Daniel Kuptz, wissenschaftlicher Mitarbeiter des TFZ. Etwa 53 Prozent der untersuchten Holzbriketts erfüllten alle Anforderungen der höchsten Qualitätsklasse A1, die den gesetzlichen Vorgaben für das Verbrennen von Holzbriketts entspricht. „Allerdings haben wir auch etliche Abweichungen von der Norm festgestellt“, so Kuptz weiter. Bei einigen Sortimenten wurden zu hohe Asche-, Stickstoff- oder Cadmiumgehalte festgestellt. Auch der für die DINplus-Zertifizierung geforderte Mindestwert der mechanischen Festigkeit wurde regelmäßig unterschritten. Heizwert und Wassergehalt hingegen entsprachen in allen Fällen den Normvorgaben nach DIN EN ISO 17225-3.
Zertifizierte Ware bietet höhere Sicherheit bei der Qualität
Ähnliche Ergebnisse zeigten sich auch bei der Untersuchung aus dem Jahr 2011, bei der das TFZ erstmalig Holzbriketts aus dem deutschen Handel analysiert hatte. Die Brikettsortimente wiesen ebenfalls deutliche Qualitätsschwankungen auf. Nur knapp 60 Prozent der damals eingekauften Briketts würden die heutigen Standards der Klasse A1 erfüllen. „Damit gibt es nach zwölf Jahren nur wenig Fortschritt bei der Brennstoffqualität“, so Kuptz. Trotzdem rät der Wissenschaftler zu zertifizierter Ware aus deutscher Produktion: „Auch bei zertifizierten Holzbriketts kann es Abweichungen geben. Insgesamt ist die Chance auf gute Qualität damit aber höher als bei nicht zertifizierter Ware.“
Positiv bewerten die Wissenschaftler die beiliegenden Produktinformationen. Waren diese im Jahr 2011 noch die Ausnahme, lagen im Vergleichsjahr 2023 detaillierte Informationen zu Sicherheitsfragen und korrekter Handhabung bei.
Die vollständige Untersuchung hat das TFZ im Bericht Nr. 96 „Brennstoffqualität von Holzbriketts aus dem deutschen Handel“ veröffentlicht. Er steht unter www.tfz.bayern.de kostenlos zum Download zur Verfügung.
Zur Pressemitteilung des TFZ.
