C.A.R.M.E.N.-Check: (Erfolgreiche) Kommunikation zur Energie- und Ressourcenwende

Der Wandel hin zu Erneuerbaren Energien und effizienter Ressourcennutzung ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben unserer Zeit. Neben technischen Innovationen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rücken dabei zunehmend gesellschaftliche Aspekte in den Mittelpunkt. Denn nachhaltige Veränderungen lassen sich nur dann erfolgreich umsetzen, wenn sie verständlich vermittelt werden und die Menschen vor Ort in Entscheidungsprozesse eingebunden sind. Kommunikation und Beteiligung gelten daher als wesentliche Voraussetzungen für einen tragfähigen Wandel.

Gerade auf kommunaler und regionaler Ebene zeigt sich, wie eng technische Lösungen und gesellschaftliche Akzeptanz miteinander verknüpft sind. Projekte zur Nutzung Erneuerbarer Energien, zur Steigerung der Energieeffizienz oder zur Verwendung Nachwachsender Rohstoffe wirken unmittelbar in den Lebensraum der Bevölkerung hinein. Transparente Informationen, frühzeitiger Dialog und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse können dazu beitragen, Vertrauen zu schaffen und Konflikte zu vermeiden. Gleichzeitig eröffnen Beteiligungsformate die Möglichkeit, lokales Wissen einzubringen und innovative Lösungen gemeinsam zu entwickeln.

Ein Blick auf verschiedene bayerische Kommunen zeigt, wie dieser Ansatz konkret umgesetzt werden kann. Die oberbayerische Gemeinde Unterhaching beispielsweise gilt als ein Vorreiter im kommunalen Klimaschutz und verbindet seit vielen Jahren technische Maßnahmen mit einer konsequenten Einbindung der Bevölkerung. Bereits 1992 setzte die Kommune auf Förderprogramme für Energiesparmaßnahmen und entwickelte später ein umfassendes Klimaschutzkonzept, das heute zu großen Teilen umgesetzt ist. Mit dem Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, verfolgt Unterhaching eine klare und langfristige Strategie. Zentrale Bausteine sind unter anderem die Nutzung von Geothermie zur Wärmeversorgung, der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden sowie die Unterstützung energetischer Sanierungen im privaten Bereich. Gleichzeitig wird großer Wert daraufgelegt, die Bürgerinnen und Bürger aktiv mitzunehmen: Mit der „Klimawerkstatt“ wurde ein offenes Beteiligungsformat geschaffen, in dem Ideen entwickelt und Projekte gemeinsam vorangebracht werden können. Ergänzend informiert die „Klima-Post“ regelmäßig über Fortschritte, Veranstaltungen und konkrete Mitmachmöglichkeiten. Aktionen mit Schulen, lokale Initiativen sowie niedrigschwellige Angebote wie Sammelbestellungen für Balkon-Photovoltaik oder ein ausleihbares Lastenrad zeigen, wie Klimaschutz im Alltag verankert werden kann. Das Beispiel Unterhaching macht deutlich, dass die Energiewende besonders dort erfolgreich ist, wo technische Innovationen auf transparente Kommunikation und echte Beteiligung treffen – und liefert damit wertvolle Impulse auch für andere Kommunen.

Damit wird deutlich: Die Energie- und Ressourcenwende ist nicht nur ein technologischer, sondern auch ein gesellschaftlicher Transformationsprozess. Kommunen, die aktiv auf ihre Bürgerinnen und Bürger zugehen, schaffen die Grundlage für langfristige Akzeptanz und Mitwirkung.

Wie Kommunikation und Beteiligung in diesem Kontext konkret ausgestaltet werden können und weitere Beispiele aus der Praxis sind deshalb Thema des 33. C.A.R.M.E.N.-Forums „Ohne Kommunikation und Beteiligung kein Wandel – Herausforderungen der Energie- und Ressourcenwende“. Im Rahmen der Veranstaltung werden aktuelle Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen aus unterschiedlichen Perspektiven zusammengeführt und diskutiert. Das Programm richtet sich an alle, die die Energiewende vorantreiben wollen: Kommunen, Beratende, Privatpersonen, Multiplikatoren und alle thematisch Interessierten. Der fachliche Austausch verdeutlicht, dass der Umbau der Energie- und Ressourcensysteme nicht allein eine Frage der Technik ist, sondern wesentlich vom Dialog und vom gegenseitigen Verständnis lebt. Es ist eine Aufgabe von vielen!

Das Forum findet am 20. April 2026 im Herzogschloss in Straubing statt. Denn Straubing hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als wichtiger Standort für Forschung, Vernetzung und Wissenstransfer im Bereich Energie und Ressourcen etabliert. Ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung ist das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (KoNaRo), welches in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Eine dieser drei Säulen ist C.A.R.M.E.N. e.V., der an zwei Bayerische Ministerien angebunden ist und seit über 30 Jahren bayernweit an der Schnittstelle von Erneuerbaren Energien, Nachwachsenden Rohstoffen und nachhaltiger Ressourcennutzung tätig ist. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der verständlichen Aufbereitung komplexer Zusammenhänge. Mit Beratungen, Fachveranstaltungen, Publikationen und Dialogformaten schafft C.A.R.M.E.N. e.V. Räume für sachliche Einordnung und Diskussion.

Christina Frank, C.A.R.M.E.N.-Expertin für Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen von Best Practice-Beispielen stellt C.A.R.M.E.N. e.V. monatlich auf der Website Vorreiter im Bereich der Energiewende und des Naturschutzes vor. Dazu zählen etwa Kommunen, die sich durch Bürgerenergieprojekte und den Einsatz von Erneuerbaren Energien besonders hervortun. Weitere Informationen dazu unter www.carmen-ev.de/service/best-practice/