Nachhaltiges Handeln beginnt vor Ort — im monatlichen Best‑Practice‑Format stellt C.A.R.M.E.N. e.V. kommunale Vorreiterinnen und Vorreiter im Klimaschutz vor. In diesem Monat steht die Gemeinde Weißenbrunn im Fokus. Hier entsteht derzeit ein Bürgerwindprojekt. Initiiert und maßgeblich vorangetrieben wurde das Projekt durch den Bürgermeister von Weißenbrunn, Jörg Neubauer. Zentrale Elemente des Projekts sind die Beteiligung der Bevölkerung, ein regionaler Stromtarif sowie weitere Maßnahmen zur kommunalen Wertschöpfung und Akzeptanzförderung.

Standort
Weißenbrunn ist eine oberfränkische Gemeinde mit rund 2.700 Einwohnerinnen und Einwohnern im Landkreis Kronach.Das Bürgerwindprojekt liegt im Windvorranggebiet zwischen Gössersdorf und Rugendorf bei Weißenbrunn.
Art des Projekts
Der Bürgerwindpark wurde von der Gemeinde Weißenbrunn in enger Zusammenarbeit mit einem regionalen Projektierer und dem dezentralen Energieversorger Münch Energie realisiert. Auf der Anhöhe, auf der bereits Windenergieanlagen unterschiedlicher Betreiber in Betrieb sind, werden weitere ungenutzte Flächen für eine Erweiterung vorgesehen. Ziel ist es, die regionale Wertschöpfung zu stärken und die Vorteile für die Gemeinde vor Ort zu sichern. Geplant sind fünf Windenergieanlagen des Typs Nordex N175 mit jeweils 6,8 MW Nennleistung und einer Gesamthöhe von etwa 266 Metern. Der Bau der Anlagen ist im Gange und die Inbetriebnahme bis Ende 2026 vorgesehen.
Umsetzung
Bevor das Projekt in die weitere Planungsphase gehen konnte, wurden Gespräche mit den Flächeneigentümerinnen und – eigentümern geführt. Mithilfe eines Flächenpoolings und der Aussicht, einen Beitrag für die Region leisten zu können, wurde die Akzeptanz für das Projekt gefördert. Beim Flächenpooling werden alle in einem Windvorranggebiet liegenden Grundstücke gemeinschaftlich berücksichtigt. Alle Beteiligten haben Anrecht auf Pachterlöse, auch wenn die Windenergieanlage nicht auf dem eigenen Grundstück errichtet wird. Die nachfolgende Planungs- und Realisierungsphase erfolgt in Abstimmung zwischen Gemeinde, Projektierer, Projektentwickler, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Bürgerinnen und Bürgern. Auf Anwohnerbelange wurde etwa durch eine erhöhte Abstandsfestlegung zu Wohnhäusern (mindestens 1 Kilometer) und durch regelmäßige Informationsveranstaltungen reagiert, um Transparenz und Akzeptanz zu fördern. Zusätzlich wurden verschiedene Maßnahmen zur Akzeptanzförderung, wie finanzielle Beteiligungsmöglichkeit und ein regionaler Stromtarif, entwickelt. Unterstützt wurde der gesamte Prozess durch die Windkümmerer®, im Rahmen der bayerischen Windenergieoffensive AUFWIND. Diese beraten und unterstützten ausgewählte Kommunen bei ihren Vorhaben.
Nutzen
Der Bürgerwindpark soll die regionale Wertschöpfung stärken und nach Angaben des Projektträgers rund 2,5 Millionen Euro in umliegende Gemeindekassen bringen. Für Privatpersonen besteht eine Beteiligungsmöglichkeit über Crowdinvestments. Für die lokale Stromversorgung ist ein regionaler Bürgerstromtarif mit einer 20‑jährigen Energiepreisgarantie vorgesehen, durch den dezentral erzeugte erneuerbare Energie zu langfristig planbaren Kosten angeboten werden soll. So ist ein direkter finanzieller Nutzen für alle Einwohnerinnen und Einwohner möglich. Ein geplanter „Energiespielplatz“ und ein Multicourt für Ballsport werden zusätzlich einen greifbaren Mehrwert für die Bevölkerung vor Ort bringen und das Freizeitangebot verbessern.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bürgerwindparks.
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