Als schnell wachsende Pflanze mit vielseitigen Inhaltsstoffen und nahezu vollständiger Verwertbarkeit ist Hanf ein wahres Multitalent. Diese Eigenschaften und die besondere Bedeutung für die Bioökonomie wurden von C.A.R.M.E.N. e.V. in einer Broschüre zusammengestellt. Sie richtet sich an alle, die sich für nachhaltige Innovationen in Landwirtschaft, Industrie und Gesellschaft interessieren und stellt die Weichen für eine neue Wertschätzung dieser traditionsreichen Kulturpflanze.
Inhaltsstoffe mit Potenzial
Hanf bietet eine Fülle an Möglichkeiten, die lange Zeit ungenutzt geblieben sind. Aufgrund der psychoaktiven Wirkung mancher Stoffe, wie dem prominenten Tetrahydrocannabinol (THC), wurde der Anbau jeglicher Hanfsorten verboten und blieb in Deutschland bis 1996 illegal.
Mit über 100 bekannten Cannabinoiden hat die Pflanze weitaus mehr zu bieten und darf als Nutzhanf wieder legal angebaut werden. Beinahe 600 identifizierte Inhaltsstoffe stecken im Hanf, mit enormen Potenzialen für Ernährung, Naturheilkunde oder als Rohstoff für verschiedenste Produkte. Die Samen des Hanfs sind ernährungsphysiologisch von hohem Wert. Sie können als Zutat für Müslis, Snacks oder Backwaren genutzt werden. Aus ihnen lässt sich zudem ein hochwertiges Speiseöl gewinnen, das durch ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3-und Omega-6-Fettsäuren überzeugt.
Hanfprotein zählt zu den hochwertigsten pflanzlichen Eiweißquellen. Es enthält alle neun essentiellen Aminosäuren, die der menschliche Körper nicht selbst bilden kann. Die Hanffaser ist leicht, atmungsaktiv, wärmeregulierend und von Natur aus schädlingsresistent – Eigenschaften, die sie sowohl für die Textilindustrie als auch für das ökologische Bauen attraktiv machen.
Ausblick
Nutzhanf vereint in einzigartiger Weise ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile und ist eine vielseitige Kulturpflanze mit großem Potenzial für die europäische Bioökonomie. Als ressourcenschonende Kulturpflanze mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bietet er überzeugende Antworten auf zentrale Herausforderungen unserer Zeit, von Klimaschutz über ländliche Entwicklung bis hin zur Reduktion fossiler Rohstoffe. Der Anbau stärkt ländliche Regionen, verbessert die Bodenqualität und trägt zur Biodiversität bei. Als schnell wachsender, anspruchsloser Rohstoff liefert Hanf nachhaltige Produkte für Ernährung, Bau, Textilien, Pharmazie und Biochemie, nahezu ohne Abfall.
Download
Die Broschüre “Nutzhanf – ein oft verkanntes Universaltalent” kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.
Weitere Informationen
- C.A.R.M.E.N.-Workshop-Reihe 2026: Dialogforum Nutzhanf & Naturfasern: Interessierten sind eingeladen, die Zukunft der bayerischen Naturfaserwirtschaft gemeinsam zu gestalten.
- C.A.R.M.E.N.-Themenseiten Industriepflanzen: https://www.carmen-ev.de/industriepflanzen/, unter diesem Link stehen auch Veranstaltungstermine und vertiefende Publikationen bereit.
- C.A.R.M.E.N.-FAQ-Nutzhanf: https://www.carmen-ev.de/service/faqten/faq/faq-alternative-kulturen/
- Weitere C.A.R.M.E.N.-Infos und Aktionen rund um das Thema “Hanf” finden Sie hier: https://www.carmen-ev.de/tag/hanf/
