Was gilt es beim Wärmepumpeneinbau zu beachten?

Die Wärmepumpe ist die am häufigsten eingebaute Heizung im Jahr 2025 – Tendenz steigend. Dennoch gibt es bei fehlender Expertise wiederkehrende Mängel bei der Installation von Wärmepumpen, die sich vermeiden lassen. Wer sich eine Wärmepumpe einbauen lässt, ist gut beraten, sich vorab Angebote bei mehreren Fachunternehmen einzuholen. Da Preise, Ausführung und Installationsqualität in der Heizungsbaubranche noch immer teils stark variieren lohnt es sich bei der Beauftragung genau hinzusehen: Verbaut der Fachbetrieb etwa 30 Anlagen oder mehr im Jahr? Liegt ein Kältemittelschein vor? Bietet das Unternehmen einen Werkskundendienst oder Wartungsservice an? Auch das Gütesiegel “Fachbetrieb Wärmepumpe” des Bundesverband Wärmepumpe dient der Orientierung. Ausgezeichnet werden Betriebe, welche die Qualifikation ihrer Mitarbeiter nachgewiesen haben und einen hohen Qualitätsanspruch etabliert haben.

Bei mangelnder Erfahrung kommt es immer wieder zu vermeidbaren Fehlern bei Planung, Installation oder Betrieb von Wärmepumpen. Eine praxisnahe Kurzstudie des Institut für Bauforschung untersuchte im Auftrag des Bauherren-Schutzbund die 10 häufigsten Fehler beim Wärmepumpeneinbau in Neubauten und Sanierungsobjekten. Sie zielt darauf ab, wiederkehrende Mängel zu identifizieren, sie anhand von typischen Fallbeispielen zu erläutern, Eigentümerinnen und Eigentümer von Wärmepumpen zu informieren und somit das allgemeine Schadenspotenzial einzudämmen. Die analysierten Fallbeispiele entstammen der aktuellen Praxis verschiedener Versicherungen, Sachverständigenbüros und der Praxistätigkeit des Instituts für Bauforschung und stellen Mängel und Schäden dar, die überdurchschnittlich häufig auftreten.

Welche Fehlerquellen es bei Installation und Betrieb einer Wärmepumpe laut der Studie zu beachten gibt und Ratschläge für den Schadenfall hat C.A.R.M.E.N. e.V. zusammengefasst.

Unsachgemäße Installation der Wärmepumpeinheiten
  • Rückstau am Kondensatablauf führte zu Wasserschaden in der Steuereinheit –> Kondensatleitung frostfrei und mit ausreichend Gefälle zum Ablaufen installieren
  • Starke und häufige Vereisung des Verdampfers durch gestörten Luftstrom –> Außeneinheit für störungsfreie Luftzirkulation mit ausreichend Abstand zu Wänden installieren
  • Vorzeitiger Lager-, Ventil und Dichtungsverschleiß durch Vibration und ungleichmäßige Belastungen –> auf korrekte Ausrichtung achten, Schwingungsdämpfer einsetzen
Unzureichende Wartung
  • Defekt am Ventilator der Außeneinheit durch Feuchtigkeit und starke Verunreinigung mit Fremdkörpern am Motorlager über einen längeren Zeitraum hinweg –> Empfehlung einer jährlichen Sichtprüfung und Reinigung der Außeneinheit, frühzeitige fachgerechte Wartung bei ungewöhnlichen Geräuschen
  • Defekter Kompressor durch Kältemittelverlust aufgrund von Leckage –> Turnusmäßige Wartung mit Dichtheitsprüfung durch Fachbetrieb, insbesondere bei Kältemitteleinsatz mit gesetzlicher Verpflichtung durch die Verordnung (EU) 2024/573
Regelungs- Steuerungs- und Bedienungsfehler
  • Fehlerhafte Parametrierung (Sensoren falsch zugeordnet, Heizkurve falsch eingestellt) führt zu häufigen Schaltzyklen und kalten Räumen –> regelmäßige Updates der Regelungssoftware und Überprüfung der Schaltzyklen
  • Häufiges Takten und höherer Stromverbrauch aufgrund veränderter Einstellungen durch Nutzer –> Informieren und Sensibilisieren der Nutzer zu Betriebsweise der Wärmepumpe und optimale Einstellung der Heizkörpern

Als Fazit betont die Kurzstudie die Bedeutung detaillierter Planung, fachgerechte Installation und sachgemäße Bedienung und regelmäßige Wartung sowie eine gute Kommunikation mit den Nutzern, um wiederkehrende Mängel bei Installation einer Wärmepumpe einzudämmen. Eigentümerinnen und Eigentümern werden regelmäßige Sichtkontrollen und eine jährliche Wartung durch ein Fachunternehmen sowie, wenn möglich, eine Überwachung der Anlage (bspw. durch Nutzung einer Herstellerapp zur Visualisierung) empfohlen. Insbesondere bei ungewöhnlich hoher Taktung, kalt bleibenden Räumen, auffälligen Geräuschen an Außeneinheit oder Inneneinheit, hohem Heizstabeinsatz und signifikantem Abweichen der gemessenen Jahresarbeitszahl zur bei der Planung errechneten Jahresarbeitszahl sollten Verbraucher frühzeitig Kontakt zu einem Fachunternehmen suchen, um mögliche Schadensfälle vorzubeugen. Hierdurch lassen sich die häufigsten Fehler beim Wärmepumpeneinbau vermeiden.

Weitere Informationen rund um die Wärmepumpe finden Sie in unserer C.A.R.M.E.N.-Broschüre “Nutzung von Umweltwärme mit Wärmepumpen”