Nachbericht zum C.A.R.M.E.N.-Fachgespräch „Windkraft im Wald“

Am 4. Februar 2026 veranstaltete C.A.R.M.E.N. e.V. in Kooperation mit dem Bayerischen Waldbesitzerverband e.V., dem Bayerischen Bauernverband und den Familienbetrieben Land und Forst Bayern e.V., das zweite Mal das Fachgespräch „Windkraft im Wald“ für private Wald- und Flächenbesitzende sowie fachlich und inhaltlich Interessierte. Die rund 106 Teilnehmenden informierten sich dabei umfassend zu naturschutzfachlichen, planerischen und praktischen Aspekten und konnten sich über ein Marktplatzformat intensiv mit Akteuren der Branche austauschen und vernetzen.

Durch den ersten Teil der Veranstaltung führte die Moderatorin Sylvia Stegmüller vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi). Frau Stegmüller richtete erste begrüßende und einführende Worte an das Auditorium.

Die anschließende Begrüßungsrede hielt die Amtschefin Dr. Sabine Jarothe vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) in Vertretung von Herrn Staatsminister Hubert Aiwanger.

Das Vortragsprogramm eröffnete Jörg Meyer vom StMWi. Herr Meyer ging dabei auf die naturverträgliche Gestaltung von Windenergiestandorten im Wald ein. Er stellte planerische und bauliche Maßnahmen zur naturverträglichen Gestaltung vor. Um dauerhaft freizuhaltende Flächen ökologisch aufzuwerten, zeigte Herr Meyer, wie zum Beispiel Magerrasen-Flächen entwickelt, strukturreiche Waldsäume und -innenränder geschaffen und Strukturelemente eingebaut werden können.

Im Anschluss berichtete Stefan Tölzer, von der Lechwerke AG, über Windenergieanlagen im Wald aus der Sicht eines Netzbetreibers. Dabei gab er ein Update dazu, wo die Energiewende in der Region aktuell steht, und zeigte Lösungsvorschläge für eine bezahlbare Energiewende.

Worauf man bei der Integration von Windanlagen in die Landschaft achten muss, erklärte Prof. Dr. Sören Schöbel-Rutschmann von der Technischen Universität München. Dabei zeigte Herr Schöbel-Rutschmann zu Beginn, wie sich der Wald in den letzten Jahrtausenden verändert hat. Im Anschluss ging er auf verschiedene Konzepte ein, wie man Windenergieanlagen in den Wald beziehungsweise in die Landschaft integrieren kann.

Auf Herrn Schöbel-Rutschmanns Vortrag folgte eine ausgedehnte Mittagspause. In der Mittagspause fand auch dieses Mal die Durchführung eines Marktplatzes statt. Hier konnten die Teilnehmenden an 12 Ständen mit namhaften Akteuren der Windbranche ins Gespräch kommen, sich austauschen und vernetzen. Dieses Vernetzungsangebot wurde intensiv genutzt.

Götz Freiherr von Rotenhan vom Bayerischen Waldbesitzerverband e.V. startete nach der Mittagspause mit seinem Vortrag, wie Windenergie als Säule in einem diversifizierten Forstbetrieb fungieren kann. Dabei beschäftigt er sich mit den Fragen, warum Windenergie Waldbesitzende überhaupt beschäftigt, warum die Diversifizierung in Forstbetrieben wichtig ist und welche Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Thema „Windkraft im Wald“ bestehen. Dabei brachte er persönliche Erfahrungen aus eigenen Projekten mit ein. Als Fazit und Beantwortung der zu Beginn gestellten Fragen schloss Herr von Rotenhan damit ab, das Windkraft als Baustein zukunftssicherer Forstbetriebe gesehen werden kann.

Das Fachgespräch wurde durch eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Windkraft im Wald – Chancen und Herausforderungen“ abgerundet. Dr. Lena Käsbauer vom Bayerischen Bauernverband moderierte die Diskussion. Die Teilnehmenden der Diskussionsrunde setzten sich aus den vier Referenten, Herrn Meyer, Herrn Tölzer, Herrn Schöbel-Rutschmann und Herrn von Rotenhan, sowie Frau Stegmüller und Herrn Christian Bürger, ebenfalls vom Bayerischen Bauernverband, zusammen.

In der anschließenden zweistündigen Kaffeepause war es erneut möglich den Marktplatz zu nutzen.

Die rege Beteiligung in Form von Diskussionsbeiträgen und Fragen über die gesamte Veranstaltung hinweg zeigte das Interesse der Teilnehmenden sowie die Aktualität des Themas. Das Fachgespräch konnte einen fachlich fundierten, theoretischen und praktischen Einblick in das Thema Windkraft im Wald geben und Chancen, Potentiale sowie Herausforderungen sowohl rechtlicher als auch praktischer Natur herausarbeiten. Des Weiteren diente die Präsenzveranstaltung in Zusammenhang mit dem Marktplatz als Plattform für Austausch und Netzwerken. Über die gesamte Veranstaltung hinweg führten die Teilnehmenden in den Pausen intensive Gespräche. Es konnte beobachtet werden, dass auch innerhalb der Branche ein großer Bedarf an Austausch besteht. Das Fachgespräch etabliert sich somit, neben fachlicher Wissensvermittlung und Austausch- und Netzwerkmöglichkeiten zwischen privaten Wald- und Flächenbesitzenden und Akteuren der Branche, zunehmend auch als Netzwerkveranstaltung für die Branche in Bayern. Bereits kurz nach Veranstaltungsende erfolgten mehrere positive Rückmeldungen seitens der Teilnehmenden.

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