Eine der wichtigsten Stellschrauben für den Klimaschutz in Deutschland ist die Wärmewende: weg von Öl und Gas, hin zu effizienter, klimafreundlicher Wärme aus Erneuerbaren Energien. Die Fernwärme Marktl GmbH & Co. KG betreibt in Marktl am Inn ein modernes Fernwärmenetz. In der Heizzentrale werden mehrere erneuerbare Energiequellen kombiniert und energieeffizient gespeichert. Der Projektplan sieht eine Fertigstellung bis Ende 2026 vor. Der Bürgermeister der Marktgemeinde, Benedikt Dittmann, unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens: „Das Konzept überzeugt mich auf ganzer Linie: Es nutzt die Dynamik des Strommarktes optimal aus und stärkt gleichzeitig die regionale Forstwirtschaft durch den Bezug heimischer Hackschnitzel. Dieser Mix garantiert einen krisenfesten und dauerhaft wettbewerbsfähigen Preis für die Verbraucher.“

Standort
Die oberbayerische Marktgemeinde Marktl liegt im Landkreis Altötting. Der Markt hat rund 2.900 Einwohnerinnen und Einwohner.
Art des Projekts
Das kommunale Fernwärmenetz mit einer Heizzentrale, in der ausschließlich Erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden, sieht die Versorgung eines Teilgebietes der Marktgemeinde vor. Betreiberfirma des gemeinsamen Projekts der Marktgemeinde und der MaxSolar GmbH ist die Fernwärme Marktl GmbH & Co. KG. Die Heizzentrale ist modular aufgebaut und bietet ausreichend Platz, um die Erzeugungs- und Speicherkapazitäten bei einer späteren Verdichtung und Ausweitung des Fernwärmenetzes bedarfsgerecht zu erweitern. Sowohl die Großwärmepumpe als auch der Hackschnitzelkessel und der Wärmespeicher können entsprechend erweitert bzw. ergänzt werden. So lässt sich das Versorgungsgebiet schrittweise verdichten und ausweiten.
Umsetzung
In der Heizzentrale wird die Grundversorgung durch eine Großwärmepumpe bereitgestellt, die eine Heizleistung von etwa 600 kW besitzt und mit Strom aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien betrieben wird. Der Strombezug erfolgt marktorientiert und netzentlastend, d. h. der Strom wird dann aus dem öffentlichen Netz bezogen, wenn dieser besonders günstig ist. Zur Spitzenlastdeckung und als Redundanz dient ein Hackschnitzelkessel mit 330 kW. Sowohl die Leistung der Großwärmepumpe als auch die Biomasseerzeugung können bei einer nachträglichen Verdichtung und Ausweitung des Fernwärmenetzes erweitert werden. Ein wichtiger Bestandteil des Systems ist ein 102 m³-Wärmespeicher, der nach dem Pendelspeicher-Prinzip arbeitet. Auch die Speicherkapazität kann bei steigendem Wärmebedarf erweitert werden. Der Pufferspeicher ermöglicht die gezielte Erzeugung von Wärme zu günstigen Stromzeiten sowie die bedarfsgerechte Versorgung des Netzes. Die Anlage kann optional zudem um einen Elektrokessel ergänzt werden.
Nutzen
Das System liefert eine fossil‑freie Wärmeversorgung ohne Öl und Gas und erhöht dadurch die Versorgungssicherheit. Durch den dynamischen Strombezug von Ökostrom in Kombination mit der Pufferspeicherung entsteht eine preis‑ und netzoptimierte Betriebsweise, die den Kunden kostengünstige Grundlastwärme bietet und gleichzeitig das Stromnetz entlasten kann. Für Anschlussnehmer bietet die Fernwärmeoption einen größeren Komfort, Wegfall eigener Heiztechnik sowie Platzersparnis im Gebäude.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Fernwärmeprojekts.
Publikationen, Termine und Informationen zum Thema bieten Ihnen unsere Übersichtseiten zum Thema Umweltwärme sowie Holzenergie & Wärmenetze.
Eine Übersicht unserer Best Practice Beispiele finden Sie hier.
