Warum die Entscheidung für Holz, Biowerkstoffe oder Biokunststoffe mehr ist als ein Trend: Weihnachten naht und viele Eltern fragen sich: Wie lässt sich Freude schenken – ohne dabei die Umwelt zu belasten? Die gute Nachricht: Die Auswahl an nachhaltigen Materialien für Spielzeug wächst stetig. Von klassischem Holz über innovative Biowerkstoffe bis hin zu Bio-Kunststoffen gibt es zahlreiche Optionen, die sowohl ökologisch als auch pädagogisch wertvoll sind. Doch was steckt hinter den Begriffen und wie können sich Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst entscheiden?
Holz – der zeitlose Klassiker
Holzspielzeug steht seit Jahrzehnten für Qualität und Nachhaltigkeit. Es ist langlebig, reparierbar und vermittelt eine natürliche Haptik. Zertifizierungen wie PEFC/FSC garantieren, dass das Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammt. Für Eltern, die Wert auf Regionalität und Robustheit legen, bleibt Holz eine gute Wahl. Zudem ist Holz CO₂-neutral, wenn es aus nachhaltigen Quellen stammt und kann am Ende seines Lebenszyklus meist problemlos recycelt oder energetisch verwertet werden. Ein Augenmerk sollte aber auf die eingesetzten Farben und Lacke gerichtet werden.
Moderne Biowerkstoffe: WPC und NFK
Neben Holz gewinnen Werkstoffe wie WPC (Wood-Plastic-Composites) und NFK (Naturfaserverstärkte Kunststoffe) an Bedeutung. Sie kombinieren die Stabilität von Kunststoffen mit dem ökologischen Vorteil pflanzlicher Fasern. Ideal für Bauteile, die besonders belastbar sein müssen – etwa Fahrzeuge oder Konstruktionsspielzeug. Durch die Nutzung von Reststoffen aus der Landwirtschaft oder Holzindustrie wird zusätzlich die Ressourceneffizienz gesteigert.
Biokunststoffe: Zwei Dimensionen der Nachhaltigkeit
Auch Biokunststoffe spielen eine Rolle. Hier gilt es, zwei Aspekte zu unterscheiden:
Biobasiert: Hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke oder Zuckerrohr, reduzieren sie die Abhängigkeit von Erdöl und senken CO₂-Emissionen.
Biologisch abbaubar: Unter passenden Bedingungen können diese Materialien biologisch abbauen und dadurch das Risiko für die Entstehung von dauerhaftem Mikroplastik reduzieren. Befürchtungen einer begrenzten Haltbarkeit des Materials sind meist unbegründet.
Biobasierte Kunststoffe wie PLA (Polymilchsäure) oder Bio-PE (Bio-Polyethylen) sind inzwischen in vielen Spielzeugsegmenten zu finden. Das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe treibt die Entwicklung solcher innovativen Materialien voran. Ihr Ziel: fossile Rohstoffe durch nachwachsende Alternativen ersetzen und die Bioökonomie als tragende Säule einer nachhaltigen Industrie etablieren.
Warum nachhaltiges Spielzeug wichtig ist
Die Wahl des Materials beeinflusst nicht nur die Umweltbilanz, sondern auch die Zukunft unserer Kinder. Wer heute bewusst einkauft, setzt ein Zeichen für Ressourcenschonung und Klimaschutz. Gleichzeitig lernen Kinder durch nachhaltiges Spielzeug, dass Qualität und Umweltbewusstsein zusammengehören – eine Botschaft, die ihre späteren Konsumentscheidungen prägen kann.
Ob Holz, WPC, NFK oder Biokunststoff: Die Vielfalt nachhaltiger Materialien wächst. Mit jedem bewussten Kauf leisten Verbraucherinnen und Verbraucher einen Beitrag zur Bioökonomie und zu einer umweltfreundlichen Zukunft. Zu Weihnachten kann man so nicht nur Freude schenken, sondern auch Verantwortung für die Zukunft zeigen.
Infobox: Material-Check
Holz:
✔ Natürlich, regional, langlebig, reparierbar
✔ PEFC/FSC-Zertifizierung beachten
WPC (Wood-Plastic-Composites):
✔ Mischung aus Holzfasern und Kunststoff
✔ Robust, für belastbare, wasserfeste Teile geeignet
NFK (Naturfaserverstärkte Kunststoffe):
✔ Pflanzliche Fasern + Kunststoff
✔ Gute Stabilität, weniger fossile Rohstoffe
Bio-Kunststoffe:
✔ Biobasiert: Aus nachwachsenden Rohstoffen
✔ Biologisch abbaubar: Zerfällt unter bestimmten Bedingungen
✔ Ideal für CO₂-Reduktion, reduzieren das Risiko von Mikroplastik
Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher
Materialangaben prüfen: Holz, WPC, NFK oder biobasierte Kunststoffe? Zertifikate wie PEFC/FSC geben Orientierung.
Langlebigkeit bevorzugen: Nachhaltigkeit bedeutet auch, dass Spielzeug weitergegeben werden kann.
Transparenz der Hersteller: Offene Informationen zu Materialien und Herkunft sind ein gutes Zeichen.
Regionalität berücksichtigen: Kurze Transportwege senken den ökologischen Fußabdruck.
Bildungsaspekt bedenken: Nachhaltiges Spielzeug vermittelt Werte. Kinder lernen früh, dass Herkunft und Materialien wichtig sind – ein Impuls für spätere Konsumentscheidungen.

Nico Arbeck C.A.R.M.E.N.-Experte für Biowerkstoffe
Weitere Informationen und einen Überblick zu aktuellen Publikationen und Veranstaltungsterminen gibt es unter www.carmen-ev.de/biowerkstoffe/ sowie unter www.carmen-ev.de/einkauf-und-umwelt
