Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Um den aktuellen Anforderungen der Verordnungen und Gesetze besser gerecht werden zu können, wurden nationale, europäische und internationale Normen zur Bestimmung des biobasierten Rohstoffanteils sowie der biologischen Abbaubarkeit bzw. Kompostierung von polymeren Werkstoffen, Produkten und Verpackungen erstellt.

 biobasiert bioabbaubar

 

Biobasiert bzw. biogen bedeutet laut DIN EN 16575, dass ein Produkt ganz oder teilweise aus Nachwachsenden Rohstoffen (Biomasse) hergestellt wird.

Immer mehr Produkte werben damit, dass sie „biobasiert“ sind, d. h. aus Nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Um diese Marketingaussage überprüf- und messbar zu machen, hat DIN CERTCO, Berlin ein Zertifizierungssystem für biobasierte Produkte entwickelt.

In der internationalen Norm ASTM 6866 ist festgelegt, wie der Anteil biobasierter Rohstoffe in Produkten normgerecht bestimmt werden kann. Dabei bedient man sich der Radiokarbonmethode. Der Anteil des leicht radioaktiven 14C Kohlenstoffisotops ist in biobasierten Rohstoffen deutlich höher als in fossilen Rohstoffen. Die hier aufgeführten Zertifizierungsprogramme beziehen sich daher auf den biobasierten Kohlenstoffanteil.

Naturstoffe wie Holz zeigen extrem unterschiedlich lange Haltbarkeit. In neuseeländischen Sümpfen konnten unversteinerte Holzstämme mit einem geschätzten Alter von bis zu 50.000 Jahren entdeckt werden. Das zeigt sehr deutlich, dass die biologische Abbaubarkeit von Naturmaterialien, aber eben auch von Chemikalien oder Kunststoffen, stark von den herrschenden Umweltbedingungen und der Anwesenheit von Saprobionten (Organismen die organische Substanzen zersetzen können) abhängig ist. Auch Faktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit, pH-Wert und Schichtdicke und Oberfläche des Gegenstandes spielen eine wichtige Rolle bei der Geschwindigkeit eines biologischen Abbauprozesses.

Kompostierung beschreibt den Zersetzungsprozess organischen Abfalls über mikrobielle Verdauung zur Gewinnung von Kompost. Kompost ist von vielerlei Nutzen, beispielsweise zur Verbesserung und Düngung des Bodens. Für den Kompostierungsprozess benötigt der organische Abfall die richtige Temperatur und das richtige Maß an Wasser und Sauerstoff. In einem Haufen organischen Abfalls befinden sich Millionen winziger Mikroben, die diesen durch ihr Verdauungssystem wandern lassen und so die organischen Materialien in Kompost verwandeln. Damit ein Produkt als vollständig kompostierbar bezeichnen zu können, muss es alle Bedingungen erfüllen, die die europäische Richtlinie DIN EN 13432 und/oder die US-amerikanische Norm ASTM D6400 stellen. Beide Spezifikationen fordern, dass ein biologisch abbaubares/kompostierbares Produkt vollständig zersetzt wird, und zwar in einem festgelegten Zeitrahmen und ohne umweltschädliche Reststoffe zu hinterlassen.

Vincotte und DIN CERTCO hat zusätzlich noch ein Logos für im heimischen Garten kompostierbare Biokunststoffe entwickelt:  „OK compost home“ und "Gartenkompostierbar".


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