Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Um den aktuellen Anforderungen der Verordnungen und Gesetze besser gerecht werden zu können, wurden nationale, europäische und internationale Normen zur Bestimmung des biobasierten Rohstoffanteils sowie der biologischen Abbaubarkeit bzw. Kompostierung von polymeren Werkstoffen, Produkten und Verpackungen erstellt.

 biobasiert bioabbaubar

biobasiert:

Biobasiert bzw. biogen bedeutet laut DIN EN 16575, dass ein Produkt ganz oder teilweise aus Nachwachsenden Rohstoffen (Biomasse) hergestellt wird.

Immer mehr Produkte werben damit, dass sie „biobasiert“ sind, d. h. aus Nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Um diese Marketingaussage überprüf- und messbar zu machen, hat DIN CERTCO, Berlin ein Zertifizierungssystem für biobasierte Produkte entwickelt.

In der internationalen Norm ASTM 6866 ist festgelegt, wie der Anteil biobasierter Rohstoffe in Produkten normgerecht bestimmt werden kann. Dabei bedient man sich der Radiokarbonmethode. Der Anteil des leicht radioaktiven 14C Kohlenstoffisotops ist in biobasierten Rohstoffen deutlich höher als in fossilen Rohstoffen. Die hier aufgeführten Zertifizierungsprogramme beziehen sich daher auf den biobasierten Kohlenstoffanteil.

DIN CERTCO

Die deutsche Zertifizierungsstelle DIN CERTCO vergibt je nach Höhe des biobasierten Anteils unterschiedliche Logos mit entsprechenden Prozentangaben.

Voraussetzung dafür, dass ein Produkt bei DIN CERTCO zertifiziert werden kann, ist, dass es mindestens 50 % organisches Material und mindestens 20 % biogenen Kohlenstoff enthält.
Das Label, mit dem ein Unternehmen sein Produkt nach erfolgreicher Zertifizierung kennzeichnen kann, gibt Auskunft über seinen Gehalt an biogenem Kohlenstoff. Dabei werden die Produkte in drei Klassen eingeteilt: Enthält 20-50 %, 50-85 % und mehr als 85 % biogenen Kohlenstoff.

DIN CERTCO biobasiert nebeneinander

Mehr Infos bei: DIN CERTCO: DIN-Geprüft Biobasiert

Vinçotte 

Die belgische Zertifizierungsstelle Vinçotte vergibt ein Logos zur Kennzeichnung des Anteils biobasierter Rohstoffe. Hier werden in Abhängigkeit von der Höhe des Anteils Sterne vergeben.

Vinçotte: biobasierter Kunststoff, ASTM D6866csm vincotte OK biobased 4 ecb62bbe57

* zwischen 20 und 0 %,

** zwischen 40 und 60 %,

*** zwischen 60 und 80 %,

**** über 80 %

biologisch abbaubar

Naturstoffe wie Holz zeigen extrem unterschiedlich lange Haltbarkeit. In neuseeländischen Sümpfen konnten unversteinerte Holzstämme mit einem geschätzten Alter von bis zu 50.000 Jahren entdeckt werden. Das zeigt sehr deutlich, dass die biologische Abbaubarkeit von Naturmaterialien, aber eben auch von Chemikalien oder Kunststoffen, stark von den herrschenden Umweltbedingungen und der Anwesenheit von Saprobionten (Organismen die organische Substanzen zersetzen können) abhängig ist. Auch Faktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit, pH-Wert und Schichtdicke und Oberfläche des Gegenstandes spielen eine wichtige Rolle bei der Geschwindigkeit eines biologischen Abbauprozesses.

Für die biologische Abbaubarkeit von Kunststoffen spielt die Rohstoffherkunft, also die Tatsache ob fossile oder nachwachsende Rohstoffe bei der Herstellung des Produkts verwendet wurden, keine Rolle. Entscheidend dafür, ob ein Material biologisch abbaubar ist, ist nur seine chemische Struktur. Nur wenn Saprobionten bzw. deren Enzyme die Moleküle, aus denen der Kunststoff besteht, spalten und vollständig zersetzen können, ist dieser auch biologisch abbaubar. Entscheidend ist auch ob der Abbau bis zur vollständigen Mineralisierung fortschreitet, so dass die organische Verbindung bis hin zu anorganischen Stoffen wie Kohlendioxid, Sauerstoff und Mineralien zerlegt wird oder ob abbaustabilen Transformationsprodukten übrig bleiben.

  Vincotte biodegradable nebeneinander

 

Kompostierbar

Kompostierung beschreibt den Zersetzungsprozess organischen Abfalls über mikrobielle Verdauung zur Gewinnung von Kompost. Kompost ist von vielerlei Nutzen, beispielsweise zur Verbesserung und Düngung des Bodens. Für den Kompostierungsprozess benötigt der organische Abfall die richtige Temperatur und das richtige Maß an Wasser und Sauerstoff. In einem Haufen organischen Abfalls befinden sich Millionen winziger Mikroben, die diesen durch ihr Verdauungssystem wandern lassen und so die organischen Materialien in Kompost verwandeln. Damit ein Produkt als vollständig kompostierbar bezeichnen zu können, muss es alle Bedingungen erfüllen, die die europäische Richtlinie DIN EN 13432 und/oder die US-amerikanische Norm ASTM D6400 stellen. Beide Spezifikationen fordern, dass ein biologisch abbaubares/kompostierbares Produkt vollständig zersetzt wird, und zwar in einem festgelegten Zeitrahmen und ohne umweltschädliche Reststoffe zu hinterlassen.

 

Biologisch abbaubare Kunststoffe gelten zudem als kompostierbar, wenn sie sich unter definierten Bedingungen in einem Kompostierungssystem innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne, d.h. eines Kompostierungszykluses einer technischen Kompostanlage vollständig zu Wasser, Kohlendioxid und Biomasse zersetzen.

Die DIN EN 14995 legt die Kompostierbarkeit von Kunststoffen fest, während sich die DIN EN 13432 mit der Kompostierbarkeit von Verpackungen beschäftigt, die Kriterien bezüglich der Kompostierbarkeit sind allerdings bei beiden Normen gleich.

Um oben genannten Normen zu entsprechen, muss ein biologisch abbaubarer Kunststoff oder eine biologisch abbaubare Verpackung folgende Kriterien erfüllen:

•Angabe der Werkstoffinhaltsstoffe

•Biologischer Abbau (im Labortest müssen mind. 90 % des Materials innerhalb von 6 Monaten abgebaut sein)

•Desintegration, d.h. nach einer Kompostierung dürfen nach max. 12 Wochen höchstens 10 % des ursprünglichen Trockengewichts des Prüfmaterials in einer > 2-mm-Siebfraktion enthalten sein

•Überprüfen der Kompostqualität (z.B. mittels Pflanzenwachstumstest)

•Zusatzstoffe, die zu weniger als einem Masse-Prozent enthalten sind, müssen für die Kompostierung unbedenklich sein

•In der Verpackung verbleibende Reststoffe oder mögliche mit dem Produkt entsorgte Stoffe müssen für die Kompostierung unbedenklich sein

•Die Gesamtsumme der organischen Verbindungen, für die der biologische Abbau nicht bestimmt werden muss, darf nicht größer als 5 % sein

•Organische Zusatzstoffe mit Masseanteilen von >1 % im Produkt müssen die Anforderungen von biologisch abbaubaren Zusatzstoffen nachweisen

Sind alle diese Anforderungen erfüllt und von einer zugelassenen Zertifizierungsstelle positiv geprüft, darf das Produkt als Zeichen der Kompostierbarkeit das „Keimling-Logo" oder das „OK compost-Logo" oder "industriell kompostierbar" tragen.industriell kompostierbar nebeneinander

 

  

 

Gartenkompostierbar

Vincotte und DIN CERTCO hat zusätzlich noch ein Logos für im heimischen Garten kompostierbare Biokunststoffe entwickelt:  „OK compost home“ und "Gartenkompostierbar".Gartenkompostierung nebeneinander

 

 


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