Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Ob eine Wasserkraftanlage wirtschaftlich ist, hängt von den Investitions-, Betriebskosten und Erlösen ab. Die Kosten für den Bau einer Anlage schwanken erheblich, da sie sich nach der Leistung, den Gewässereigenschaften und der durchzuführenden Maßnahmen richten. Dies trifft vor allem auf große Wasserkraftwerke zu, deren Neubau Kosten von bis zu mehreren hundert Millionen Euro verursachen kann. Im Bereich der Kleinwasserkraft liegen die Investitionskosten bei etwa 5.000 bis 13.000 €, wobei die Wahl von vorgeprägten Standorten die Kosten senken kann (Quaschnig 2011: Regenerative Energiesysteme). Damit sich eine Anlage rechnet muss sie gut auf die Voraussetzungen und Eigenschaften des Gewässers abgestimmt sein.

Staatlich wird die Wasserkraft durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert. Dafür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Die Förderung, die derzeit auf 20 Jahre festgelegt ist, richtet sich nach der Leistung der Anlage. Zurzeit liegt der aktuell anzulegende Wert des Förderanspruchs bei bis zu 12,52 ct pro kWh, welcher ab dem 01. Januar 2016 mit einer Degression von 0,5 % gemäß § 27 Abs.1 Nr. 1 EEG belegt wird, d. h. einer jährlichen Verminderung des Förderanspruchs von Neuanlagen jeweils ab dem 01. Januar eines Jahres, die in dem betreffenden Jahr in Betrieb gehen. 

Das neue EEG 2014 schreibt im Gegensatz zu seinen Vorläufern eine gesetzliche Direktvermarktung des erzeugten Stroms aus Erneuerbare-Energie-Neuanlagen verbindlich vor, d. h. der Strom muss über einen Direktvermarkter an der Strombörse veräußert oder unmittelbar einem anderen Abnehmer verkauft werden. Die Differenz zwischen dem erzielten Verkaufspreis und dem technologiespezifischen Förderanspruch wird ähnlich dem früheren Marktprämienmodell auch im EEG 2014 durch Zahlung einer Marktprämie abgedeckt, die sich am mittleren, monatlichen Marktwert des Stroms aus der jeweiligen Erzeugungstechnologie bemisst.

Ausnahmen von der verpflichtenden Direktvermarktung werden anhand § 37 und § 38 EEG reguliert. Betroffen sind zum einen kleine Neuanlagen, die vor dem 01. Januar 2016 in Betrieb gegangen sind und eine installierter Leistung von 500 kW nicht überschreiten bzw. ab dem 01. Januar 2016 mit einer Leistung von höchstens 100 kW ihren Betrieb aufgenommen haben. Solche Kleinanlagen genießen weiterhin den Anspruch auf eine garantierte Einspeisevergütung in Höhe der anzulegenden Förderbeträge. Ebenfalls von der Pflicht zur Direktvermarktung freigestellt, sind Anlagen, die eine Ausnahme geltend machen. Diese kann bspw. durch einen vorübergehenden Verlust des Direktvermarkters auftreten. In dieser Zeit erhalten die Anlagenbetreiber für ihren Strom die um 20 % reduzierte Einspeisevergütung, was im Vergleich zur Marktprämie einen finanziellen Verlust darstellt, wodurch ein erheblicher Anreiz geschaffen ist, schnellstmöglich erneut in die Direktvermarktung zu wechseln.

Bestandsanlagen, die nachgerüstet bzw. ertüchtigt werden, können unter bestimmten Voraussetzungen für den gesamten Stromertrag oder zumindest anteilig ebenfalls die neuen Vergütungssätze für eine Dauer von 20 Jahren zzgl. des Inbetriebnahmejahres in Anspruch nehmen. Neuanlagen sind hierzu nur befugt, sofern sie im räumlichen Zusammenhang mit ganz oder teilweise bereits bestehenden oder vorrangig zu anderen Zwecken als der Erzeugung von Strom aus Wasserkraft neu zu errichtendenen Stauanlagen oder ohne durchgehende Querverbauung installiert werden.

Die anzulegenden Förderansprüche für Wasserkraftanlagen laut EEG 2014 in Abhängigkeit vom Inbetriebnahmejahr sind untenstehender Tabelle zu entnehmen.

EEG 2014 - Aktuelle Vergütungssätze in ct pro kWh; Degression 0,5 %

Inbetriebnahme

≤ 500 kW

≤ 2 MW

≤ 5 MW

≤ 10 MW

≤ 20 MW

≤ 50 MW

> 50 MW

ab 01.08.2014

12,52

8,25

6,31

5,54

5,34

4,28

3,50

2015

12,52

8,25

6,31

5,54

5,34

4,28

3,50

2016

12,46

8,21

6,28

5,51

5,31

4,26

3,48

2017

12,40

8,17

6,25

5,48

5,29

4,24

3,47

2018

12,33

8,13

6,22

5,46

5,26

4,22

3,45

2019

12,27

8,09

6,18

5,43

5,23

4,20

3,43

2020

12,21

8,05

6,15

5,40

5,21

4,17

3,41

2021

12,15

7,97

6,12

5,38

5,18

4,15

3,40

2022

12,09

7,97

6,09

5,35

5,16

4,13

3,38

2023

12,03

7,93

6,06

5,32

5,13

4,11

3,36


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