Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Vor der Installation einer Anlage sollten verschiedene finanzielle, rechtliche und organisatorische Punkte beachtet werden. Zunächst einmal ist es ratsam verschiedene Kostenvoranschläge einzuholen und diese zu bewerten. Ebenso sollten die Finanzierung und Fördermöglichkeiten geklärt werden. Um einen vorzeitigen Maßnahmebeginn zu vermeiden, sollte der Auftrag erst nach Erhalt des Förderbewilligungsbescheides erteilt werden.

Für die Wirtschaftlichkeitskalkulation sind etwa folgende Faktoren zu beachten:

    • Investitionskosten
    • Steuerlast/ Steuererleichterung (Abschreibungen, Mehrwertsteuer-Erstattung)
    • Vergütung für Einspeisung und vermiedene Kosten durch den Eigenverbrauch
    • Betriebskosten 
      • Wartung, Reparaturen, Rücklagen (z.B. für den Austausch von Wechselrichtern)
      • Versicherungen

 

Die Investitionskosten für eine Photovoltaikanlage werden hauptsächlich durch die installierte Leistung und somit durch die Anlagengröße bestimmt. Für den Endverbraucher ist der (schlüsselfertige) Systempreis, also der tatsächliche Anlagenkomplettpreis (PV-Module, Anschlusskästen, Unterkonstruktion, Wechselrichter, Verkabelung, Anschluss, Transport, Gerüst und Montage) ausschlaggebend. Verschiedene Angebote können mit der Kenngröße der spezifischen Kosten vergleichbar gemacht werden. Diese wird in Euro pro Kilowattpeak angegeben.

Preisentwicklung der durchschnittlichen Nettokosten pro Kilowattpeak von schlüsselfertigen PV-Dachanlagen bis 10 kWp in Deutschland

Preisentwicklung PV

 

In der Abbildung ist zu erkennen, dass die Anlagenpreise in den letzten Jahren stark gesunken sind. Der spezifische Anlagenpreis ist dabei von der zu installierenden Leistung abhängig: Je größer die Anlage, desto geringer sind die spezifischen Kosten. Bei größeren Dachanlagen sind mittlerweile Kosten (Stand 2020) unter 700 €/kWp netto zu erwarten, wobei die Preise immer von den jeweilig individuellen Gegebenheiten abhängen.

Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage ist maßgeblich von der Einspeisevergütung abhängig, welche in Deutschland durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) geregelt wird. Die Höhe des Fördersatzes hängt vom Monat der Inbetriebnahme, dem Installationsort der Anlage und der installierten Leistung ab (s. Bundesnetzagentur). In das Stromnetz eingespeiste Kilowattstunden, werden nach dem EEG dem Betreiber von bis zu 750 kWp großen PV-Anlagen über 20 Jahre sowie dem restlichen Inbetriebnahmejahr vergütet. Bei Anlagen über 750 kWp besteht die Möglichkeit einer 20-jährigen Vergütungszeit über Ausschreibungen, der Vergütungswert bestimmt sich aus dem bezuschlagten Gebotswert.

Nach §48 EEG 2017 wird auszugsweise auf folgenden Flächen eine Einspeisevergütung für PV-Anlagen bis 750 kWp gewährt:

  • Auf, an oder in einem Gebäude oder einer sonstigen baulichen Anlage, errichtet zu einem anderen Zweck als der Erzeugung von PV-Strom
  • Auf Deponien nach § 38 BauGB
  • Im Bereich eines Bebauungsplans nach § 30 BauGB (Zeitpunkt der Aufstellung ist zu beachten):
  • In einem Gewerbe- oder Industriegebiet nach § 8 und § 9 Baunutzungsverordnung
  • Auf bereits versiegelten Flächen
  • Innerhalb eines 110-Meter-Seitenrandstreifen längs von Autobahnen und Schienenwegen
  • Konversionsflächen aus wirtschaftlicher, verkehrlicher, wohnungsbaulicher oder militärischer Nutzung
Entwicklung Einspeiseverguetung PV
 
 

 Für viele PV-Anlagenbetreibende kann der Verbrauch des eigenerzeugten Stroms mit Überschusseinspeisung die wirtschaftlichste Nutzungsform darstellen. Je höher der Strompreis bei Bezug aus dem Netz, desto höher ist die Stromkostenersparnis und umso rentabler wird der Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage. Im Vergleich zu einer Volleinspeiseanlage mit Stromeinspeise- und -bezugszähler ist bei Überschusseinspeisung ein zusätzlicher Zähler für die Messung der Stromerzeugung nötig. Anstelle des Strombezugs- und Stromeinspeisezählers kann auch ein Zweirichtungszähler eingesetzt werden. Damit die wirtschaftlichen Vorteile des Eigenverbrauchs voll ausgenutzt werden können, sollte der Zweirichtungszähler über alle Phasen saldierend zählen, d.h. die Ströme über alle Phasen miteinander verrechnen.

EIgenverbrauch

Mit der EEG-Novelle 2017 wurde die Freiflächenausschreibungsverordnung (FFAV) durch ein neues Ausschreibungsverfahren abgelöst. Die Ausschreibungen werden von der Bundesnetzagentur durchgeführt. Freiflächenanlagen werden dabei gemeinsam mit Dachanlagen betrachtet. Es gibt für unterschiedliche Technologien verschiedene Ausschreibungsrunden. Photovoltaikanlagen müssen in die Ausschreibung, wenn sie eine Leistung von über 750 kWp aufweisen und Zahlungen im Sinne des EEG erhalten werden wollen. Für PV-Anlagen sind folgende Ausschreibungsarten relevant:

  • Ausschreibungen und Sonderausschreibungen nur für Photovoltaikanlagen,
  • technologieoffene Ausschreibungen, bei der Photovoltaikanlagen mit Onshore-Windkraftanlagen konkurrieren müssen und
  • Innovationsausschreibungen, welche erstmals 2020 durchgeführt werden.

Die Ausschreibungsvolumina für die Jahre 2020 bis 2022 sind im § 28 EEG 2017 festgelegt:

Für Sonderausschreibungen im Bereich PV gelten folgende Termine:

  • 2020: insg. 1,4 GW (März: 300 MW, Juli: 300 MW, September: 400 MW, Dezember: 400 MW)
  • 2021: insg. 1,6 GW (März., Juli, September, Dezember: je 400 MW)

Für die regulären PV-Ausschreibungen gilt:

  • 2020: insg. 400 MW (Februar: 100 MW, Juni: 150 MW, Oktober: 150 MW)
  • 2021: insg. 350 MW (Februar: 150 MW, Juni: 100 MW, Oktober: 100 MW)
  • 2022: insg. 600 MW (Februar, Juni, Oktober: je 200 MW)

Die technologieoffenen Ausschreibungen sind wie folgt definiert:

  • 2020: insg. 400 MW (April, November: je 200 MW)
  • 2021: insg. 400 MW (April, November: je 200 MW)
  • 2022: Das restliche Ausschreibungsvolumen, welches bei Innovationsausschreibungen nicht genutzt worden ist bestimmt dieses Ausschreibungsvolumen

Innovationsausschreibungen:

  • 2020: September: 650 MW
  • 2021: September: 500 MW

Freiflächen sind in aller Regel auf 10 MW begrenzt, Dachflächen sind nur bezüglich der Gebäudegröße limitiert. Es gilt das „Pay-as-bid“-Verfahren, das heißt bei einem Gebot, welches einen Zuschlag erhält, wird der jeweilige Gebotswert über 20 Jahre gewährt. Ein vorgegebener Gebotshöchstwert darf nicht überschritten werden. Es ist bezüglich der Baugenehmigung ein Aufstellungsbeschluss, ein Offenlegungsbeschluss oder ein Bebauungsplan der Gemeinde vorzulegen. Die Formulare der Bundesnetzagentur sind zu nutzen, korrekt auszufüllen und fristgerecht einzureichen, ansonsten wird das Gebot ausgeschlossen. Bei der Teilnahme an einer Gebotsrunde ist eine Gebühr zu entrichten und eine Erstsicherheit zu leisten. Bei einem erfolgreichen Gebot ist des Weiteren eine Zweitsicherheit innerhalb zehn Werktage nötig. Danach hat man zwei Jahre Zeit die PV-Anlage Inbetrieb zu nehmen, ansonsten verfällt die Zweitsicherheit. Bei erfolglosem Gebot werden die Erstsicherheit und ein Teil der Gebühr wieder erstattet. Die Sicherheiten können auch als Bürgschaften hinterlegt werden. Die jeweiligen Verfahren werden auf der Seite der Bundesnetzagentur näher erläutert.

Die geeigneten Flächenkulissen sind denen von PV-Anlagen bis 750 kWp sehr ähnlich, aber noch erweitert um freigegebene Flächen des Bundes oder der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sowie optional auf Ackerflächen oder Grünlandflächen im benachteiligten Gebiet. Davon ausgenommen sind Natura 2000-Gebiete und gesetzlich geschützte Biotope. Ob Acker- oder Grünland im benachteiligten Gebiet für Ausschreibungen erlaubt werden ist Ländersache. Bayern hat sich dafür entschieden beide Flächentypen dafür zu öffnen. Es sind im benachteiligten Gebieten auf Acker- und Grünlandflächen 70 Zuschläge pro Jahr möglich. Die benachteiligten Gebiete, wie sie für die Ausschreibungen relevant sind, sind im Energie-Atlas Bayern dargestellt.


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