Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Vor der Installation einer Anlage müssen verschiedene finanzielle und rechtliche sowie organisatorische Punkte beachtet werden. Es ist wichtig, sich Kostenvoranschläge einzuholen und diese zu bewerten. Ebenso sollten die Finanzierung und Fördermöglichkeiten geklärt werden. Förderanträge sind rechtzeitig zu stellen und Bewilligungsbescheide abzuwarten. Erst danach kann der Auftrag erteilt werden.

Für die Wirtschaftlichkeitskalkulation sind folgende Faktoren zu beachten:

    • Investitionskosten
    • Betriebskosten 
        • Wartung, Reparaturen, Rücklagen (z.B. für den Austausch von Wechselrichtern)
        • Versicherungen
    • Steuerlast/ Steuererleichterung (Abschreibungen, Mehrwertsteuer-Erstattung)
    • Vergütung für Einspeisung und vermiedene Kosten durch den Eigenverbrauch

Je nach installierter Leistung und somit abhängig von der Anlagengröße, ergeben sich die Kosten für die PV-Anlage. Für den Endverbraucher ist der Systempreis (schlüsselfertig) der tatsächliche Anlagenkomplettpreis (Module, Anschlusskästen, Unterkonstruktion, Wechselrichter, Verkabelung, Anschluss, Transport und Montage) ausschlaggebend. Dieser Preis ist maßgeblich durch den Wechselrichter und Modulpreis beeinflusst. Vergleichbar werden unterschiedliche Solarmodule an Hand der spezifischen Kosten (€/max. Anlagenleistung = €/kWp).

Preisentwicklung der Solarstromanlagen in Deutschland

PV-Invest14

Die Anlagenpreise sind in den letzten Jahren stark gesunken, die Wechselrichterpreise hingegen blieben nahezu konstant. Der spezifische Anlagenpreis ist immer von der zu installierenden Leistung (10/100/200 kWp) abhängig. Je nach Anlagengröße variiert somit der Preis, in der Regel gilt je größer die Leistung desto geringer sind die spezifischen Kosten.

Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage ist maßgeblich von der Einspeisevergütung abhängig, welche in Deutschland durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) geregelt wird. Das EEG besagt, dass die in das öffentliche Stromnetz eingespeisten Kilowattstunden dem Eigentümer der PV-Anlage im Inbetriebnahmejahr und in den folgenden 20 Kalenderjahren gleichbleibend vergütet werden. Die Höhe der Vergütung hängt vom Inbetriebnahmejahr, dem Installationsort der Anlage und der installierten Leistung ab (s. Bundesnetzagentur).

Dachflächenvergütung

    • maximale Anlagengröße: 10 MW
    • auf bestehenden Dachflächen
    • auf neuen Wohngebäuden- und landwirtschaftlichen Gebäuden
    • auf Lärmschutzwänden

Freiflächenvergütung

    • maximale Anlagengröße: 10 MW
    • bei Bebauungsplänen nach dem 1.9.2003:
        • bis zu 110 m Entfernung zu Eisenbahn oder Autobahn
        • auf bereits versiegelten Fläche
        • auf Konversionsfläche
    • auf Neubau-Dächern
        • ausgenommen Wohngebäude und landwirtschaftliche Gebäuden

 

Der vom Anlagenbetreiber erzeugte Strom sollte außer zur Netzeinspeisung ins öffentliche Stromnetz auch zum Eigenverbrauch genutzt werden. Die Kostenersparnis beim Eigenverbrauch ist häufig größer als die derzeitige Einspeisevergütung.

Je mehr die Stromkosten steigen, desto höher ist die Ersparnis und umso rentabler wird der Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage. Bei Anlagen mit einer Leistung zwischen 10 bis 1000 kW, werden zusätzlich ab dem 01.01.2014 nur noch 90 Prozent des erzeugten Solarstroms zum EEG-Einspeisesatz vergütet (Marktintegrationsmodell). Die restlichen 10 Prozent können entweder selbst genutzt werden oder sie werden jeweils zum aktuell Börsenstrompreis (ca. 4-5 Cent) vergütet. Beim Bau einer Anlage sollte diese somit möglichst gleich für den Eigenverbrauch ausgerüstet werden. Dazu gehört im Vergleich zu einer konventionellen Anlage mit Stromeinspeise- und Strombezugszähler ein Zähler für die Messung der Stromerzeugung. Anstelle des Strombezugs- und Stromeinspeisezählers kann auch ein Zweirichtungszähler eingesetzt werden. Damit die wirtschaftlichen Vorteile des Eigenverbrauchs voll ausgenutzt werden können, sollte der Zweirichtungszähler über alle Phasen saldierend zählen, d.h. die Ströme über alle Phasen miteinander verrechnen.

EIgenverbrauch

Mit der EEG-Novelle 2014 wurde die erste Pilotausschreibung zur finanziellen Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen festgeschrieben. Die Bundesnetzagentur führt in diesem Rahmen jeweils drei Ausschreibungsrunden für die Jahre 2015, 2016 und 2017 durch. Basis ist die Freiflächenausschreibungsverordnung (FFAV), welche vorab vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Dialog mit den Marktteilnehmern definiert wurde.

Entgegen der regulierten Fördersätze des EE-Gesetzes, welches auf Marktprognosen basiert und somit die Risiken der Über- bzw. Unterförderung beinhaltet, soll ein geeignetes Ausschreibungsmodell den wirtschaftlichen sowie kontinuierlichen Ausbau und die Ausbauziele von Erneuerbaren Energien sicherstellen. Zudem ist ab dem Jahr 2017 eine Ausweitung des Ausschreibungsverfahrens auf weitere Bereiche der Erneuerbaren Energien geplant.

Ausführung der Pilotausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen

Die gleitende Marktprämie ist als anzulegender Wert (ct/kWh) für die Angebote heranzuziehen. Zusätzlich wird ein Höchstpreis als Grenzwert definiert, welchen die Angebote nicht überschreiten dürfen. Der Zuschlagswert der Verfahren entspricht dann dem Gebotswert („Pay-as-bid“-Verfahren). Ausnahmen sind hierbei die Ausschreibungsrunden zum 1. August und 1. Dezember 2015, welche nach dem Einheitspreisverfahren („Uniform‑Pricing“-Verfahren) bestimmt werden (s. Zusatz §13 FFAV).

Die expliziten Rahmenbedingungen für die Ausschreibungsrunden sind in der FFAV festgeschrieben. Die Bundesnetzagentur muss nach §3 FFAV zu folgenden Gebotsterminen ausschreiben:

  •      15. April 2015: 150 MW / 1. August 2015: 150 MW / 1. Dezember 2015: 200 MW
  •        1. April 2016: 125 MW / 1. August 2016: 125 MW / 1. Dezember 2016: 150 MW
  •        1. April 2017: 100 MW / 1. August 2017: 100 MW / 1. Dezember 2017: 100 MW

Zur Vermeidung missbräuchlicher Gebote und zur Deckung der Kosten des Verfahrens wird bei der Gebotsabgabe eine finanzielle Sicherheit sowie eine Gebühr erhoben (s. §7 FFAV).

Förderfähig nach Ausschreibung sind Anlagen gemäß §5 Nr. 16 EEG - „Freiflächenanlagen“ – Anlagen, die nicht auf Gebäuden oder sonstigen baulichen Anlagen errichtet werden. […] (§2 Nr. 5 FFAV)

Die Voraussetzungen für die Teilnahme ergeben sich aus §6 FFAV:

  • Abgabe der Gebote von:
    • natürlichen Personen
    • rechtsfähigen Personengesellschaften
    • juristischen Personen
  • Umfang der Gebote mindestens 100 kW und höchstens 10 MW
  • Informationen zum Standort der geplanten Freiflächenanlage (inkl. Kopien):
    • Bebauungsplan
    • Beschlüsse zu Aufstellung/Änderung
    • Offenlegungsbeschluss BauGB
  • Kopie eines Auszugs aus dem Liegenschaftskataster der Flurstücke

 

[…] Weitere Angaben sind der Freiflächenausschreibungsverordnung zu entnehmen!

Einen generellen Überblick zum Ausschreibungsverfahren gibt das FAQ des BMWi.

 

 


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