Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Bevor die Idee einer Anlage umgesetzt werden kann, müssen einige Planungsschritte beachtet werden. Dazu gehören die Prüfung baulicher Voraussetzungen des Standortes, die Festlegung der Größe und des Kostenrahmens sowie allgemeine Ausstattungskriterien. Außerdem sind die Einspeisebedingungen sowie die Dachnutzungsbestimmungen neben einer möglicherweise notwendigen Baugenehmigung bei Freiflächenanlagen zu prüfen.

Bei der Planung einer Anlage ist auf die regionale und temporale Verteilung der solaren Einstrahlung zu achten. Die Energie und Zusammensetzung der Solarstrahlung unterliegt täglichen und jahreszeitlichen Schwankungen. Die Globalstrahlung in Deutschland beträgt im langjährigen Mittel 1055 kWh/m² und Jahr (s. DWD). Die von der PV-Anlage zu erzielenden Jahreserträge und letztendlich die Wirtschaftlichkeit der Anlage hängen von der geographischen Lage und den örtlichen Gegebenheiten ab. Ertragsgutachten und Verschattungsanalysen schaffen einen Überblick über die kommenden Erträge. Die durchschnittlichen Erträge liegen zwischen 902 kWh/kWp in Norddeutschland und 1043 kWh/kWp in Süddeutschland.

Ertragsmindernde Faktoren:

    • Bäume in unmittelbarer Nähe
    • Abgase und Staub von Straßen-/Eisenbahnverkehr
    • Verschattung (Schornsteine, Antennen, Blitzableiter…) 

 

Anforderungen an Freiflächen

DSC 0909Bei der Installation von PV-Anlagen auf Freiflächen für sogenannte Solarparks stellen Naturschutz-, Landschaftsschutz-, FFH- und Vogelschutzgebiete sowie Naturparks, Biosphärenreservate und Nationalparks Ausschlussgebiete dar. Da Freiflächenanlagen eine siedlungsähnliche Nutzung der Landschaft sind, müssen Baugenehmigungen eingeholt werden, wenn die Anlage breiter als 9 und höher als 3 Meter ist.

 

Anforderungen an Gebäude und Dächer

Schwarzwald Gert MaterneInstallationsmöglichkeiten bieten sich vor allem auf Gebäuden als Aufdachmontage, Dachintegration, Flachdachaufständerung oder Solarfassade, aber auch an Schallschutzwänden an. Hierbei sind Statik (Tragfähigkeit), Verschattung, Brand- und Blitzschutz sowie Denkmalschutzbestimmungen zu beachten. Ebenso sollten bei der Planung der Unterkonstruktion die auftretenden Schnee- und Windlasten berücksichtigt werden.

 

 

 

Ertrag in Abhängigkeit von Ausrichtung und Aufstellwinkel:

Am intensivsten ist die Sonneneinstrahlung während der Mittagszeit. Somit ist eine Kollektorausrichtung nach Süden ideal, jedoch nicht zwingend erforderlich. Die optimale Neigung beträgt 30 - 45 °. Weicht die Aufstellung davon ab, reduziert sich der jährliche Ertrag. Dies kann allerdings durch eine vergrößerte Kollektorfläche ausgeglichen werden. Auch eine südwestliche oder südöstliche Ausrichtung ist möglich. Zur Deckung des Eigenverbrauchs hingegen bieten sich auch Ost-/Westausrichtungen an.

Ausrichtung PV Modul

Vor der Entscheidung für eine Photovoltaikanlage ist eine ausführliche Beratung vor Ort sinnvoll. Dabei sollte entschieden werden, welcher Anlagentyp ideal zu den Standortbedingungen und Nutzungsverhalten passt. PV-Dachanlagen sind außer in denkmalgeschützten oder ensembelgeschützten Gebäuden genehmigungsfrei.

Außer von der solaren Einstrahlung, der Dachausrichtung und der Neigung der Module hängt der Stromertrag maßgeblich von deren Alterung (Leistungsminderung), Verschattung, Verschmutzung und Temperatur ab. Des Weiteren sind die verwendeten Kabelquerschnitte und der Wirkungsgrad des Wechselrichters entscheidend.

 

Sollten keine eigenen Dachflächen zur Verfügung stehen können die Bürgerbeteiligung, Investmentfonds, Aktien, eine Solardachbörse oder eine eigene Anlage auf fremden Dächern eine Möglichkeit der Beteiligung im Photovoltaiksektor darstellen.

 

Der Arbeitszeitbedarf und der Wartungsaufwand von Photovoltaikanlagen sind sehr gering. Dennoch können Störungen Ertragseinbußen hervorrufen, weswegen eine regelmäßige Kontrolle (einmal täglich) der Anlage unabdingbar ist. Anzeige- und Kontrollgeräte überprüfen die Leistungsfähigkeit der Anlage und zeigen Störungen an. Datalogger erleichtern diese Leistungsprotokollierung. Sie zeichnen relevante Werte auf und visualisieren die Daten, wodurch PV-Systemfehler schnell erkannt werden können. Zur Anlagenüberwachung sind außerdem Servicedienstleister vorhanden, welche entsprechende Wartungsverträge anbieten. Häufige angebotene Dienstleistungen: Fernüberwachung, Sichtkontrolle, Wartungsarbeiten, Störungsbeseitigung, Reparaturen, Notdienst.

Zu den Wartungsarbeiten gehört auch unter Umständen die Reinigung der Anlage. Im Umfeld von Staub- und Schmutzemittenten (Verkehrswegen, landwirtschaftlichen Betriebe) ist die Verschmutzung hoch. Bei Fremdvergabe können die Kosten bei 1,20 – 3,00 €/m² liegen. Schmutzablagerungen können den Stromertrag bis zu 10 % pro Jahr reduzieren. Die Reinigung sollte mit einer verdünnten Spülmittellösung und entminieralisiertem Wasser/Regenwasser erfolgen, um Kalkablagerungen zu vermeiden (am Ende des Winters). Zum Einsatz kommen dabei Dachwaschlanzen und Rollbürsten, die an Teleskopstangen befestigt sind.

Ein Austausch der Wechselrichter in der Lebenszeit der Photovoltaikanlage ist allgemein üblich und wahrscheinlich (ca. nach 8-10 Jahren), da häufig Defekte und Regelungsprobleme auftreten. Ebenso kann ein Austausch defekter Module notwendig werden, verantwortlich sind Schäden an Stromleitern oder Risse in der Glasschreibe. Weitere Schäden können während der Betriebsdauer einer Anlage durch Feuer, Sturm, Überspannung, Schneedruck, Diebstahl, Hagel, Böswilligkeit oder sonstigen Einwirkungen, wie Marderverbiss, entstehen.


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