Bioökonomie-Workshop für das Ferienprogramm “Technik trifft Umwelt”

Bei unserem gestrigen Workshoptag drehte sich alles um die Bioökonomie und die Frage, wie Nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen und unseren Alltag nachhaltiger gestalten können. Gemeinsam mit Dr. Daniel Berki-Kiss und Teresa Hofmann aus unserer Abteilung “Stoffliche Nutzung” beschäftigten sich 15 Schülerinnen und Schüler mit den vielfältigen Möglichkeiten der Nachwachsenden Rohstoffe. Dabei wurde schnell deutlich: Bioökonomie ist keine Zukunftsvision, sondern begegnet uns bereits heute in vielen Bereichen des täglichen Lebens.

Vom Holz zur Kleidung und vom Kaffeesatz zur Tasse

Zu Beginn lernten die Jugendlichen die Grundidee der Bioökonomie kennen: Biologische Ressourcen und Nachwachsende Rohstoffe können fossile Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas ersetzen. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten, Produkte nachhaltiger herzustellen und natürliche Ressourcen möglichst effizient zu nutzen. Anhand verschiedener Beispiele wurde diese Entwicklung ganz praktisch erlebbar. So erfuhren die Teilnehmenden, wie aus Holzfasern Viskose für Textilien entsteht, wie sich Kaffeesatz zu neuen Produkten wie Kaffeetassen verarbeiten lässt und wie Kohlenstoffdioxid als Ausgangsstoff für die Herstellung von Biokunststoffen genutzt werden kann.

In verschiedenen Aufgaben und Experimenten setzten sich die Schülerinnen und Schüler selbst mit unterschiedlichen Nachwachsenden Rohstoffen, ihren Eigenschaften und ihren Einsatzmöglichkeiten auseinander. Dabei wurde deutlich, wie vielseitig biologische Rohstoffe sind und welches Potenzial in vermeintlichen Reststoffen steckt.

Eigene Produkte für die Zukunft entwickeln

Zum Abschluss des Workshops wurde es besonders kreativ: In kleinen Gruppen entwickelten die Jugendlichen eigene innovative Produktideen auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Dabei waren Fantasie, Teamarbeit und ein Gespür für nachhaltige Lösungen gefragt. Die Aufgabe bestand darin, ein Produkt zu entwerfen, das fossile Materialien möglichst durch nachwachsende oder biobasierte Alternativen ersetzt. So konnten die Teilnehmenden das zuvor erworbene Wissen unmittelbar anwenden und eigene Ideen für eine nachhaltigere Zukunft entwickeln. Und wer würde sich nicht über einen Stuhl im Café freuen, der aus dem übriggeblieben Kaffeesatz des beliebten Heißgetränks stammt oder über einen Laptop mit einem Gehäuse aus Wiesengras, der sich mit PV-Zellen selbst auflädt und mit biobasierten, fluoreszierenden LEDS funktioniert oder einer mit dem Lotuseffekt beschichteten Bauplatte für mehr Wetterbeständigkeit, hergestellt mit der Energie, die aus der Glukose von Pflanzen gewonnen wurde oder, oder oder…

Bioökonomie beginnt im Alltag

Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass Bioökonomie weit mehr ist als ein abstrakter Fachbegriff. Ob Textilien aus Holz, Produkte aus Kaffeesatz oder Kunststoffe auf Basis biogener Rohstoffe beziehungsweise CO₂: Innovative Materialien eröffnen schon heute neue Möglichkeiten, fossile Ressourcen zu ersetzen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Bioökonomie auch vom Ideenreichtum und Engagement der nächsten Generation lebt. Mit dem Workshop möchte C.A.R.M.E.N. e.V. junge Menschen für Nachwachsende Rohstoffe, nachhaltiges Wirtschaften und innovative Technologien begeistern. und dazu anregen, die Zukunft selbst mitzugestalten.

Weitere Bildungsangebote aus dem Bereich Bioökonomie

Unsere mobile Ausstellung zeigt die Zusammenhänge von Biomasse, biobasierten Produkten und Bioökonomie. Zu entdecken gibt es viele biobasierte Gegenstände aus den Bereichen Baustoffe, Mobilität, Freizeit, Pflege und Reinigung, Haushalt und Catering sowie Schule und Büro. Exponate aus Fasern, Holz, Pflanzenölen, Stärke, Zucker oder besonderen Pflanzeninhaltsstoffen demonstrieren welche umweltfreundlichen Alternativen unseren Alltag schon heute prägen. Informationen zu weiteren Veranstaltungen sowie Bildungsangebote im Bereich der Bioökonomie gibt es unter www.carmen-ev.de/biooekonomie/