Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Bei der Technologie der Holzvergasung handelt es sich um ein Verfahren mit dem Ziel, aus fester Biomasse, in aller Regel in Form von Holzhackschnitzeln, gleichzeitig Strom und Wärme zu gewinnen.In Abgrenzung dazu steht der Bereich der Holzverbrennung zum Zwecke der Wärmeproduktion. Der wesentliche Unterschied zur Holzvergasung besteht darin, dass bei den Anlagen zur Holzverbrennung kein in einem Motor nutzbares Gas produziert wird.

Durch eine Vergasungsanlage wird ein Einsatzstoff (Hackschnitzel oder Pellets) mit Hilfe eines Vergasungsmittels thermisch umgesetzt und so ein brennbares Produktgas erzeugt. Die dazu nötige Energie in Form von Wärme wird dabei entweder durch eine externe Quelle erzeugt und indirekt dem Holz zugeführt (allothermes Verfahren) oder durch eine teilweise Verbrennung des Holzes bereit gestellt (autothermes Verfahren). Da die indirekte Zufuhr von Wärme technisch sehr aufwändig ist, kommen im kleinen Leistungsbereich praktisch nur autotherme Verfahren zum Einsatz.

Für den zentralen Teil der Vergasungsanlage, in dem das Holz in ein heizwertreiches Produktgas überführt wird, kommen einige grundsätzlich verschiedene Bauarten in Frage. Die für den betrachteten Leistungsbereich relevante Bauartengruppe stellen die sogenannten Festbettverfahren dar, bei denen die Vergasung der Biomasse innerhalb eines meist stehenden, zylindrischen Behälters in „festgelegten“ Zonen erfolgt, welche die zugeführten Hackschnitzel nacheinander durchlaufen. Die zwei wesentlichen Bauarten sind der Gegenstrom- und der Gleichstromvergaser, deren Bezeichnungen sich aus der Führung des Gasstromes im Verhältnis zur Richtung der Brennstoffzuführung ableiten.

Holzgas besteht bei der Verwendung von Luft als Vergasungsmittel zu einem großen Teil aus Stickstoff und Kohlendioxid, während der Heizwert durch den Gehalt an den brennbaren Gasen Kohlenmonoxid (CO), Wasserstoff (H2) und in geringen Mengen Methan (CH4) bestimmt wird. Es ist im Normalzustand schon ein sogenanntes „Schwachgas“, also ein Gas mit einem Heizwert, der mit etwa 1,2 Kilowattstunden pro Kubikmeter weit unter dem von Erdgas (ca. 10 kWh/m³) liegt.

Für die Produktion von Strom und Wärme aus Holzgas können prinzipiell Blockheizkraftwerke (BHKW) mit Schwachgasmotoren eingesetzt werden, wie sie zum Beispiel auch bei der Verwertung von Biogas Anwendung finden. Allerdings besitzt Holzgas nicht nur einen geringeren Heizwert als Biogas (ca. 1,2 kWh/m³ zu ca. 5 kWh/m³), sondern ist auch ganz anders zusammengesetzt. Daher muss beim Einsatz von Holzgas mit geändertem Betriebsverhalten gerechnet werden.


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