Wenn von der Vergütung für Windenergieanlagen die Rede ist, geht es in der Regel um das Referenzertragsmodell, sofern es sich um eine Vergütung nach dem Erneuerbare‑Energien‑Gesetz (EEG) handelt. Das Modell zielt darauf ab, den bundesweit gleichmäßigen Ausbau der Onshore‑Windenergie zu fördern. Der nachfolgende Beitrag erläutert die Funktionsweise des Referenzertragsmodells, seine Bedeutung für Bayern als Windenergiestandort sowie die aktuellen Herausforderungen für bayerische Windprojekte.
Der Gütefaktor
Der Gütefaktor ist eine wesentliche Kennzahl zur Bestimmung der Vergütungshöhe für erzeugten Strom. Er errechnet sich aus dem Verhältnis des Standortertrags einer Windkraftanlage zum Referenzertrag und muss für jeden Standort individuell ermittelt werden. Die Angabe erfolgt in Prozent.
Das Referenzertragsmodell
Das Referenzertragsmodell soll einen über das Bundesgebiet gleichmäßigen Ausbau von Windkraftanlagen an Land ermöglichen.
Ausschreibungsergebnisse und Zuschläge
Seit 2017 gibt es ein Ausschreibungsverfahren für Windkraftanlagen an Land, das über die Bundesnetzagentur abgewickelt wird. Ab der Gebotsrunde August 2024 waren alle Ausschreibungsrunden überzeichnet, die meisten davon stark. In der Gebotsrunde Februar 2026 wurde mehr als doppelt so viel Leistung geboten als ausgeschrieben wurde. Diese zunehmende Konkurrenz schlägt sich auch in den Gebotswerten nieder: Lag der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert im August 2024 noch bei 7,33 ct/kWh, betrug dieser in der Runde vom Februar 2026 nur noch 5,54 ct/kWh.
Veranschaulichung anhand von Beispielberechnungen
Die im folgenden Abschnitt gezeigten Beispielberechnungen veranschaulichen den Einfluss des Korrekturfaktors sowie des anzulegenden Werts für die Ausschreibungsergebnisse.
Fazit und Ausblick
Das Referenzertragsmodell hat zum Ziel, einen über das Bundesgebiet gleichmäßigen Ausbau von Windenergieanlagen an Land zu ermöglichen. Das geschieht über einen Korrekturfaktor, der die Vergütungshöhe auf windschwächeren Standorten erhöht und somit Projekte wirtschaftlich macht. Für den Standort Bayern ist dieses Modell besonders wichtig, da ansonsten viele bayerische Projekte wirtschaftlich nicht darstellbar wären. Die obige, stark vereinfachte Beispielrechnung macht die aktuelle Situation für Windenergieprojekte in Bayern deutlich und erklärt, warum bayerische Projekte bei den aktuellen Ausschreibungsrunden nur selten Zuschläge erhalten.


