Nachhaltigkeit beginnt vor der eigenen Haustür – das beweisen zahlreiche Kommunen, die C.A.R.M.E.N. e.V. im Rahmen der Best-practice-Serie vorstellt. Mit zukunftsweisenden Konzepten und tatkräftigem Einsatz gestalten sie die Energiewende aktiv mit und setzen wichtige Impulse für den Klimaschutz. Diesen Monat steht die Stadt Nürnberg im Fokus. Nürnberg setzt beim Klimaschutz auf einen integrierten Maßnahmenmix aus Erneuerbaren Energien, Wärmewende und nachhaltiger Mobilität und arbeitet mit vielen Akteurinnen und Akteuren daran, bis 2040 klimaneutral zu werden. Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg, betont den hohen Stellenwert von Umwelt- und Klimaschutz: „Klimaneutralität ist keine Option, sondern eine Verpflichtung gegenüber kommenden Generationen. Die Energiewende ist dabei der zentrale Baustein – ökologisch notwendig und wirtschaftlich eine große Chance für Innovation und regionale Wertschöpfung.“

Standort
Das mittelfränkische Nürnberg ist mit ca. 530.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bayerns.
Art des Projekts
Die Energiewende in Nürnberg bedeutet: weniger Öl, Gas und Kohle, mehr Sonne, Umwelt- und Fernwärme sowie saubere Mobilität. Stadtverwaltung, Energieversorger, wie die N‑ERGIE, Unternehmen, Kammern, Initiativen und Bürgerinnen und Bürger arbeiten gemeinsam, damit die Stadt klimafreundlicher und lebenswerter wird. So will die Großstadt ihr ambitioniertes Ziel erreichen, bis 2040 klimaneutral zu sein. Für die Stadtverwaltung gilt dieses Vorhaben bereits bis 2035.
Klimaneutralität ist keine Option, sondern eine Verpflichtung gegenüber kommenden Generationen. Die Energiewende ist dabei der zentrale Baustein – ökologisch notwendig und wirtschaftlich eine große Chance für Innovation und regionale Wertschöpfung. (Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit Stadt Nürnberg)
In einem umfassenden Ansatz verbindet Nürnberg strategische Planung mit praktischer Förderung: Neben verbindlichen Leitlinien wird die Bürgerschaft durch Beratung und lokale Initiativen eingebunden.
Umsetzung
Nürnberg setzt seit Jahren auf Photovoltaik. Die installierte Leistung wuchs von 19,4 MW (2010) auf 144,7 MW (2025) deutlich. Für Gebäudebesitzende bietet die Stadt ein kostenloses Solar- und Gründachkataster an. Mit diesem Tool lassen sich Eignung und Wirtschaftlichkeit ablesen. Die Solarinitiative informiert und berät Bürgerinnen und Unternehmen zu Solarstrom und Solarwärme, initiiert Projekte und unterstützt Akteure vor Ort.
Für die Wärmewende wurde im Juni 2025 ein kommunaler Wärmeplan beschlossen, der die räumliche Priorisierung von Heiztechnologien, wie Fernwärme und Wärmepumpen, regelt. Der Nürnberger Energieversorger N-ERGIE spielt bei der Umsetzung eine wichtige Rolle. Bereits jetzt sorgt ein Biomasse-Heizkraftwerk für klimafreundliche Wärme und Strom im Stadtgebiet. N-ERGIE plant weitere Projekte zur Reduzierung der Emissionen, wie H₂-fähige Gasturbinen bis hin zu einer Großwärmepumpe im Klärwerk. Darüber hinaus prüft der Energieversorger die Potenziale der Tiefengeothermie im Stadtgebiet.
Neben dem Ausbau Erneuerbarer Energien und der Umstellung der Wärmeversorgung, strebt Nürnberg die Reduktion von Verkehrsemissionen durch eine stärkere Nutzung des ÖPNV, Fahrradverkehrs, Carsharing und Elektromobilität an. Der öffentliche Nahverkehr der VAG bezieht seinen Strom für Straßen- und U-Bahnen bereits zu 100 Prozent aus regionalem Ökostrom und die Busflotte wird schrittweise elektrifiziert.
Nutzen
Die Maßnahmen verringern Treibhausgasemissionen, verbessern die Luftqualität und schaffen langfristig stabile Energiekosten für Haushalte und Betriebe. Die Elektrifizierung des ÖPNV und der Ausbau nachhaltiger Mobilitätsangebote verringern Verkehrsemissionen und machen den städtischen Verkehr für alle attraktiver. Eine klimaangepasste Stadtplanung mit mehr Grün- und Wasserflächen erhöht die Resilienz gegenüber Hitze und Starkregen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Stadt Nürnberg.
Eine Übersicht unserer Best Practice Beispiele finden Sie hier.
