Spätestens mit der Zeitumstellung beginnt in Bayern die Heizsaison – und mit ihr das vertraute Surren der Heizungen. Noch immer setzen rund 38 % der Haushalte im Freistaat auf Ölheizungen, in manchen ländlichen Regionen liegt der Anteil sogar bei über 50 %. Doch die Statistik zeigt: Wo viel Öl, da auch viel Holz.
Etwa ein Drittel der bayerischen Haushalte nutzt Holz zum Heizen – meist als Zusatzwärmequelle in den Übergangszeiten und an besonders kalten Wintertagen. Laut Schornsteinfegerverband sorgen rund 2,7 Millionen Kamin- und Kachelöfen für wohlige Wärme in Bayerns Stuben. Rund 250.000 Eigenheimbesitzer setzen auf Pellet- oder Scheitholzzentralheizungen und haben sich somit bereits vollständig von fossilen Brennstoffen verabschiedet. Gemeinsam mit Solarenergie und der wachsenden Zahl an Wärmepumpen kann Bayern inzwischen knapp 30 Prozent seines Wärmebedarfs erneuerbar decken, wobei heimisches Brennholz den Löwenanteil stellt.
Klimafreundlich heizen – auch finanziell attraktiv
Für Hausbesitzer lohnt sich der Blick in die Zukunft. Ab 2026 steigt der CO₂-Preis für fossile Energieträger auf bis zu 65 Euro pro Tonne. Das bedeutet: Pro Liter Heizöl fallen bis zu 20,7 Cent CO₂-Abgabe an. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus summiert sich das auf rund 350 Euro Mehrkosten jährlich – Tendenz steigend.
Erneuerbare Energien bieten hier klare Vorteile. Holzpellets etwa sind von der Klimaabgabe befreit und kosten derzeit nur etwa halb so viel wie Erdgas sowie rund 30 Prozent weniger als Heizöl. Auch Wärmepumpen überzeugen und sind dank technischem Fortschritt inzwischen auch im Gebäudebestand effizient einsetzbar – aus einer Kilowattstunde Strom werden hier durchschnittlich 3,5 Kilowattstunden Wärme. Langfristig amortisieren sich die höheren Investitionen in erneuerbare Heizsysteme durch niedrigere Betriebskosten, wie unser Heizkostenvergleich zeigt.
Mehr Versorgungssicherheit und Autarkie gefällig?
In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten wächst das Bedürfnis nach Versorgungssicherheit und regionaler Autarkie. Mit einer Kombination aus Photovoltaikanlage und Wärmepumpe lässt sich eine Eigenversorgung von 25 Prozent und mehr erreichen.
Wer herausfinden möchte, ob sein Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist, kann im Winter einen einfachen Test machen: Bleibt es auch bei Minusgraden mit einer Vorlauftemperatur von 55 °C ausreichend warm, stehen die Chancen gut.
Angst vor kalten Füßen? Auch das gute alte Brennholz bleibt eine verlässliche Wärmequelle – als Zusatzheizung oder vollwertige Alternative zu Öl oder Gas. Bayern verfügt über enorme Holzvorräte, insbesondere in den Privatwäldern. Forstexperten betonen, dass diese Bestände gezielt genutzt werden müssen, um klimaresiliente Mischwälder zu fördern. In den kommenden zwei Jahrzehnten wird das Rohholzaufkommen daher weiter steigen und damit auch das Angebot an Brennholz, Hackschnitzeln und Pellets aus regionaler Produktion.
Augen auf beim Scheitholzkauf
Beim Kauf von Brennholz lohnt sich ein genauer Blick auf die Maßeinheiten. Ein Raummeter (RM) oder Ster entspricht einem Kubikmeter gestapeltem Holz. Ein Schüttraummeter (SRM) hingegen beschreibt lose geschüttetes Holz mit deutlich mehr Luftanteil und entspricht nur etwa 0,7 Raummetern. Kostet ein Raummeter Buchenholz beispielsweise 140 Euro, ergibt sich daraus ein Preis von rund 100 Euro pro Schüttraummeter.
Vorsicht bei vermeintlichen Schnäppchen: „Halbtrockenes“ Holz muss mindestens ein Jahr nachtrocken, bevor es verheizt werden darf. Feuchtes Holz verbrennt ineffizient, rußt stark und belastet Umwelt wie Geldbeutel.
Unser Appell: Kaufen Sie heimisches Ofenholz direkt bei den Waldbauern vor Ort und ihren Verbänden statt anonymen Brennholzes aus dem Baumarkt! So unterstützen Sie eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und sorgen für ehrliche Wärme aus heimischer Quelle.
Infobox:
Für Liebhaber des knisternden Feuers
- Nur naturbelassenes und trockenes Holz verwenden
- zur Heizsaison die Bedienungsanleitung des Ofens lesen
- Auf optimale Luftzufuhr achten
- Informieren Sie sich unter www.tfz.bayern.de über richtiges Einheizen!
- Beim Scheitholzkauf auf Herkunft achten

Daniela Probst C.A.R.M.E.N.-Expertin für Energieholz
Weitere Informationen rund um Heizungsmodernisierung und Brennstoffpreise finden Sie auf der unter den Rubriken „Service“ und „Erneuerbare Energien“
