C.A.R.M.E.N.-WebSeminar „Qualitätssicherung bei Schur und Sortierung“ am 4. Februar 2026

Schafwolle, ein Nachwachsender Rohstoff, hat in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung in unserem Alltag verloren. Waren früher Pullover, Jacken und Mäntel aus Schafwolle im Winter unersetzlich, wurden Schals, Mützen, Handschuhe, Socken aus 100 % Schafwolle gestrickt, so werden mittlerweile viele Textilien aus synthetischen Materialien hergestellt.
Populär gewordene Ausnahme bildet Outdoor-Kleidung aus Merino-Wolle, die mit einem hohen Wollanteil ihren Einzug in die Kleiderschränke der Outdoor-Fans gefunden hat. Die Wolle für diese Textilien stammt jedoch selten aus Deutschland.

Bei Schafen wurde seit Mitte des 20. Jahrhunderts insbesondere die Fleischqualität und die Fleischmenge in den Fokus der tierzüchterischen Aktivitäten genommen. Dies geschah einhergehend mit dem Verlust der Wertschätzung und auch der Wertschöpfung der Wollleistung der Schafe, doch ganz wurde die Wolle nie aus den Augen verloren.
Die Qualität ist der entscheidende Faktor für Vermarktung und Einsatz der Wolle. Diese hängt vor allem von der Schafrasse, den klimatischen Bedingungen und der Körperstelle des Schafes, von der die Schurwolle stammt, ab. Feine Wollfasern, die von der Textilindustrie bevorzugt werden, liefern Schafe vor allem in warmen Klimazonen. In Deutschland müssen Schafe vor Wettereinflüssen geschützt sein und benötigen ein Vlies aus gröberen Wollfasern.

Natascha Zimmermann, HSWT arbeitet an einem Projekt, bei dem es um die „Implementierung einer Qualitätssicherung bei Schur und Sortierung“ des Merinolandschafs geht. Ziel des Projektes ist unter anderem auch, der heimischen Textilindustrie ein strukturiertes Angebot mit definierten Woll-Qualitäten, insbesondere auch mit feineren Wollen zur Verfügung stellen zu können. Zusätzlich wird uns Frau Zimmermann noch einen Einblick geben, welche Erfolgsfaktoren und Potenziale für die Inwertsetzung süddeutscher Schafwolle wichtig sind.

Anmeldung

Eine Anmeldung zu dieser kostenfreien Veranstaltung ist über folgenden Link möglich.


Eine weitere Veranstaltung zum Thema Schafwolle finden am
11.03.2026 (C.A.R.M.E.N.-WebSeminar „Die bayerische Schafwolle – Qualitäten, Verwendung, Marktsituation”) ebenfalls als kostenfreies WebSeminar statt.


Heimische Schafwolle

Derzeit gibt es in Deutschland 1,5 Mio Schafe, die  jährlich ca. 6000 t Schafwolle liefern. Schafwolle ist eine natürliche, regionale Faser, die hierzulande aktuell trotz ihrer hervorragenden Eigenschaften wie Langlebigkeit, wasserabweisende Fähigkeiten und klimaregulierend, mit hohem Dämmwert  leider sehr wenig verwertet wird. Wolle bringt den hiesigen Schafhaltern sehr geringe Erlöse, die häufig noch nicht einmal die Kosten für die Schafschur abdecken. Insbesondere das Fehlen einer Wollwäscherei stellt die Schafhalter und Verarbeiter von Schafwolle vor Probleme oder zusätzliche Kosten für Transport und Logistik. Zusätzlich trägt auch die Konkurrenz von vermeintlich qualitativ höherwertiger günstigerer Wolle aus dem Ausland dazu bei, dass Wolle nicht selten verworfen, verbrannt oder zumindest aufgehoben wird, in der Hoffnung, sie noch sinnvoll und wirtschaftlich verwerten zu können.

In einzelnen Vorträgen möchte C.A.R.M.E.N. e.V. die Situation der Schafhalter, insbesondere des Schafwollmarktes unter die Lupe nehmen, in Praxisbeispielen die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten der Schafwolle aufzeigen und innovative Formen der Schafwollvermarktung vorstellen.


Weitere Infos:

C.A.R.M.E.N. berät und informiert Sie gerne. Eine Übersicht zu Themen und Veranstaltungen zur Bioökonomie sowie unsere Ansprechpartner*innen finden Sie hier: https://www.carmen-ev.de/biooekonomie/
Unsere Aktivitäten und Informationen zu Schafwolle können Sie hier gezielt aufrufen: https://www.carmen-ev.de/tag/schafwolle/
Hier finden Sie weitere Informationen zu Schafwolle – ein Nachwachsender Rohstoff, viele Nutzungspfade: https://www.carmen-ev.de/schafwolle-ein-nachwachsender-rohstoff-viele-nutzungspfade, dies Übersichtsseite wird kontinuierlich ergänzt.