Förderpreise für Nachwachsende Rohstoffe – Innovationen mit Praxisbezug gesucht

Die Bayerischen Staatsministerien für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus schreiben gemeinsam mit der Ernst-Pelz-Stiftung jährlich den renommierten Ernst-Pelz-Preis sowie den Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe aus.

Beide Preise sind mit je 10.000 € dotiert. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen des jährlichen C.A.R.M.E.N.-Symposiums in Straubing oder Würzburg statt.

Gesucht werden innovative Projekte oder Produkte, die einen vorbildlichen Beitrag zur Förderung Nachwachsender Rohstoffe leisten.

Beispiele preiswürdiger Beiträge

  • Effiziente und nachhaltige Bioenergiesysteme für Wärme, Strom oder Mobilität
  • Innovative Konzepte zur Nutzung von Biomasse, Biogas oder Holzenergie
  • Produkte und Projekte im Bereich der Bioökonomie
  • Entwicklungen zu biobasierten Materialien, Verfahren und Prozessen
  • Kopplung der stofflichen und energetischen Nutzung z.B. in integrierten Bioraffinerie-Konzepten

Bewerbungsschluss ist der 30. April 2026.

Die eingereichten Bewerbungen werden bei der Vergabe beider Preise berücksichtigt.

Das Bewerbungsformular finden Sie hier. Jetzt bewerben!

Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe

Der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe wird seit 1992 im Wechsel vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus und dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie vergeben. Der Preis wird durch den entsprechenden Staatsminister bzw. die entsprechende Staatsministerin bei einer festlichen Abendveranstaltung im Rahmen des jährlichen C.A.R.M.E.N.-Symposiums überreicht.

Förderprofil
Träger des Förderpreises Nachwachsende Rohstoffe können Personen oder Institutionen sein, die ein neues Produkt (oder eine Produktgruppe) auf der Basis heimischer Nachwachsender Rohstoffe entwickelt haben. Dabei müssen folgende Kriterien erfüllt werden: innovativer Charakter, wesentliche Förderung der umweltschonenden stofflichen oder energetischen Nutzung heimischer Nachwachsender Rohstoffe, hohe technische Originalität, umweltfreundliche Entsorgbarkeit, erkennbare wirtschaftliche Bedeutung sowohl für die Industrie als auch für die Landwirtschaft.

Förderpraxis
Der Preisträger wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus bzw. vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie auf Vorschlag des Förderkuratoriums für das jeweils vorausgegangene Kalenderjahr bestimmt. Das Förderkuratorium besteht aus einem Vertreter des verantwortlichen Staatsministeriums sowie sechs weiteren Mitgliedern. Zu den Mitgliedern gehören ein Vertreter der Umweltverwaltung, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bzw. sonstigen Umweltorganisationen, ein Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes, zwei Vertreter der Wissenschaft sowie zwei Vertreter der Wirtschaft.
Preisträger des Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe
2024 STEICO SE
Für die Entwicklung und Markteinführung von STEICOtimberfloc, einem innovativen Einblasdämmstoff aus Holzfaser und Zellulose
2023 Reverion GmbH
Für die Entwicklung hocheffizenter Festoxid-Brennstoffzellen für die Verstromung von Biogas sowie zur Elektrolyse von grünem Wasserstoff oder synthetischem Erdgas
2022 Lorenz GmbH
Für die Entwicklung und Markteinführung des solaraktiven Bauelements
DD34 sunny aus Holz und Stroh
2021 hirner & riehl architekten & stadtplaner gemeinsam mit der Benediktinerabtei Plankstetten
Für den Bau des dreigeschossigen Passivhauses St. Wunibald in Holzstrohbauweise aus baubiologisch unbedenklichen Materialien
2021 ackergold-das thüringer Strohlehmhaus eG
Für die herausragende Entwicklung eines Modulbausystems mit Wandmodulen aus Stroh, Lehm und Holz
2020 BENAS Biogasanlage GmbH
Für die Umsetzung eines innovativen Verfahrens, mit welchem Faserreststoffe aus der Bioenergieproduktion technisch nutzbar gemacht werden
2019 Aschaffenburger Versorgungs-GmbH, Aschaffenburg
Für die herausragende Leistung im Bereich Bioökonomie durch holzbasierte Energie- und Stoffkreisläufe
2018 Biofibre GmbH, Straubing
Für die herausragende Leistung beim Ersatz von Kunststoffgranulat durch ÖKO-Streugranulat aus Biopolyester und Holzfasern beim Transport von Betonplatten
2017 SWW Wunsiedel GmbH und ZukunftsEnergie Fichtelgebirge GmbH, Wunsiedel
Für das regionale Energieversorgungskonzept mit Holz und das Projekt Fichtelgebirgsstrom
2016 Unterfränkische Überlandzentrale eG, Lülsfeld
Für die vorbildliche Umsetzung der Energiewende in der Region
2015 Landpack GmbH, Puchheim
Für die Entwicklung und Vermarktung von Verpackungen aus Nachwachsenden Rohstoffen, speziell für den Versand gekühlter Lebensmittel
2014 Reiner Weng, Alterheim
Für herausragende und oftmals ehrenamtliche Leistungen bei der gemeinschaftlichen Direktvermarktung von Biogas-Strom und sein Engagement im Fachverband Biogas
2013 Thermo Natur (ehm. Hock) GmbH & Co. KG, Nördlingen
Für die Verdienste bei der Entwicklung von Baustoffen aus Nachwachsenden Rohstoffen
2012 Schnell Motoren GmbH, Amtzell
Für Verdienste bei der Entwicklung von BHKW-Motoren für landwirtschaftliche Biogasanlagen
2011 H. Hiendl GmbH & Co. KG, Bogen-Furth
Für die Verdienste bei der Entwicklung von Verfahren für NaturFaser verstärkte Compounds (Hiendl NFC®)
2010 Thomas Kaiser, München
Für die Pionierarbeit im Bereich Pflanzenöl als Kraftstoff
2009 Kloster Münsterschwarzach
Für ein herausragendes Erneuerbare Energien Konzept
2008 Lopper Kesselbau GmbH, Rohr-Alzhausen
Für die Entwicklung des automatischen Scheitholzkessels “Timber”
2007 Rudolf GmbH, Geretsried
Für die Entwicklung eines Entschäumers für die Textilindustrie auf Rapsölbasis
2006 Bio-Ethanol-Initiative-Straubing
Für die herausragende Pionierarbeit bei der Markteinführung von E 85
2006 Campa AG, Ochsenfurth
Für die herausragende Pionierarbeit im Sektor Biodiesel
2005 Bio-Composites And More GmbH, Ipsheim
Für die herausrangende Leistung bei der Entwicklung eines leinölbasierten Werkstoffes
2004 Herbert Wazula, Dingolfing
Für das herausragende Engagement für den Energieträger Biomasse
2004 Biomassehof Allgäu eG, Kempten
Für die herausragende Leistung bei der Vermarktung von Biomassebrennstoffen
2003 Firmengruppe Loick, Drosten
Für die perfekte Umsetzung des Kreislaufgedankens bei der stofflichen und energetischen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe
2002 Metzeler Schaum GmbH, Memmingen
Für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung einer Matratze aus Sonnenblumenöl
2001 Audi AG, Ingolstadt
Für die herausragenden Leistungen bei der Einführung des Treibstoffes Biodiesel
2000 Grimm GmbH & Co. KG, Amberg und HDG Bavaria GmbH, Massing und wodtke GmbH, Tübingen
Für die herausragenden Leistungen für den Energieträger Holzpellets
1999 Oberland Mangold GmbH, Garmisch-Partenkirchen
Für die innovativen Leistungen bei der Entwicklung und Markteinführung des Biodiesel-Katalysators
1998 Werner Rück, Merkendorf
Für innovative Leistungen bei der Biogaserzeugung und -nutzung
1997 Pronaro GmbH, Kulmbach
Für die Entwicklung und Markteinführung eines Futtermitteleimers aus Nachwachsenden Rohstoffen
1996 MAFO Systemtechnik GmbH & Co. KG, Teisendorf
Für die Entwicklung und Markteinführung von biologisch abbaubaren Verpackungen
1996 Buck Verpackungen GmbH, Bad Reichenhall-Fronau
Für die Entwicklung und Markteinführung einer biologisch abbaubaren Streudose aus Stärkewerkstoff
1995 John Deere GmbH & Co. KG, Vertrieb Deutschland, Bruchsal
Für die Markteinführung von biogenen Treibstoffen und technischen Pflanzenölen
1994 HOFTEX GROUP AG (ehm. Textilgruppe Hof), Hof und Klaus Hofmann, Hofmann Garten- und Landschaftsbau, Kitzingen
Für innovative Leistungen bei der Erzeugung und Markteinführung eines Vlieses aus Flachs für den Landschafts- und Gartenbau
1993 Stadt Grafenwöhr und Grünguttrocknungsgenossenschaft Lengenfeld
Für die umweltfreundliche Verwertung von Restholz und die erstmalige Nutzung von speziell angebauter landwirtschaftlicher Biomasse
1992 Füssener Textil AG, Füssen
Für die Entwicklung und Produktion spezieller Flachsfasern und -garne für technische Anwendungen

Ernst-Pelz-Preis

Die Ernst-Pelz-Stiftung wurde 1996 von ihrem Stifter Peter Pelz als gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts gegründet. Er benannte die Stiftung nach seinem Vater Ernst Pelz in Anerkennung an dessen unternehmerische Leistungen. Heute leitet Sohn Jochen Pelz als Vorsitzender die Stiftung. Seit 1992 wird der Preis jährlich gemeinsam mit dem bayerischen Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe in Kooperation mit C.A.R.M.E.N. e.V. vergeben. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen einer Abendveranstaltung zum C.A.R.M.E.N.-Symposium statt.

Förderprofil
Träger des Ernst-Pelz-Preises können Persönlichkeiten oder Personengruppen sein, die unter Inkaufnahme wirtschaftlicher Risiken und/oder durch überragendes persönliches Engagement einen bedeutenden Beitrag zur Förderung heimischer Nachwachsender Rohstoffe geleistet haben und sich freiheitlich-humanen Grundwerten verpflichtet fühlen. Die Preisträger müssen überragende Leistungen zugunsten der umweltfreundlichen stofflichen und/oder energetischen Nutzung heimischer Nachwachsender Rohstoffe erbracht haben. Diese Leistungen können bestehen in Forschung, Entwicklung, Rohstofferzeugung, Produktherstellung, Markteinführung und/oder Anwendung. Forschungs- und/oder Entwicklungsleistungen müssen innovativ sein und technische Originalität haben. Alle Leistungen müssen ein wirtschaftlich nutzbares Potenzial klar erkennen lassen sowie Vorteile für die Landwirtschaft/Wirtschaft in einem sinnvollen Zeitraum versprechen.

Förderpraxis
Auf Vorschlag des Förderkuratoriums bestimmt der Stifter, die Ernst-Pelz-Stiftung, den Preisträger für das jeweils vorausgegangene Kalenderjahr. Das Förderkuratorium setzt sich aus dem Stifter sowie sechs weiteren Mitgliedern zusammen. Zu den Mitgliedern gehören ein Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus oder des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, ein Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes, zwei Vertreter der Wissenschaft bzw. des Umweltbereichs sowie ein Vertreter aus der Wirtschaft.
Preisträger des Ernst-Pelz-Preises

2024 Probst Energy GmbH
für ihr herausragendes Engagement bei der regnerativen Energieerzeugung mit Holz mit hoher regionaler Wertschöpfung
2023 Leipfinger-Bader GmbH
für die Entwicklung und Vermarktung von Raffstore- und Rollladenkästen aus Nachwachsenden Rohstoffen mit integriertem dezentralen Lüftungssystem
2022 Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e.V.
für die Entwicklung des innovativen Bio-Schmelzklebstoffs „Caremelt®“
2021 J. Rettenmaier & Söhne GmbH & Co. KG
Für die herausragende Entwicklung eines Trägerstoffs aus Cellulose für Home & Personal Care Produkte
2020 DITF Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf
Für die Entwicklung eines einzigartigen nachhaltigen Herstellungsverfahrens zur Produktion von Carbonfasern auf Basis von Holz
2019 Holzmühle Westerkamp GmbH, Norddöllen, Visbek
Für die herausragende Leistung im Bereich Innovative Einsatzbereiche für Holz – Bioökonomie im geschlossenen Kreislauf
2018 Organoid Technologies GmbH, Fliess (Österreich)
Für die herausragende Entwicklung und Markteinführung von Naturoberflächen aus Nachwachsenden Rohstoffen
2017 ESKUSA GmbH, Parkstetten
Für die die Züchtung und den Anbau von Russischem Löwenzahn als Kautschuk- und Latexrohstoff-Lieferant
2016 Langmatz GmbH, Garmisch-Partenkirchen
Für die Entwicklung und Markteinführung eines mit Nachwachsenden Rohstoffen geschäumten Kabelschachtes
2015 Bioblo Spielwaren GmbH, Tulln an der Donau (Österreich)
Für die Entwicklung und Markteinführung eines Spiel- und Konstruktionssteins aus neuartigem Verbundwerkstoff aus Holz
2014 Anke Domaske, Qmilch GmbH, Hannover
Für die Entwicklung von Biopolymeren und anderen Produkten aus Kasein nicht verwerteter Milch
2013 Dr.-Ing. Michael Gass, Biowert Industrie GmbH, Brensbach/Odw.
Für die Entwicklung von Produkten aus Wiesengras
2012 Dr. Theo Weber, Ministerialdirigent a. D. und C.A.R.M.E.N.-Gründungs-Vorstandsvorsitzender
Für Verdienste im Bereich Nachwachsende Rohstoffe, u. a. das Gesamtkonzept “Nachwachsende Rohstoffe” und Mitbegründung von C.A.R.M.E.N. e.V.
2011 Burkhardt GmbH, Mühlhausen und
Spanner Re² GmbH, Neufahrn in Niederbayern
Für die wegweisende Entwicklung von Holzvergasern
2010 Walter Gigl, Sauerlach
Für Verdienste für die energetische Nutzung von Nachwachsenden Rohstoffen
2009 MT Propeller Entwicklung GmbH, Atting
Für die Wiederetablierung des Werkstoffes Holz im Propellerbau
2008 Xaver Haas, Haas Group, Falkenberg
Für ein langjähriges und herausragendes Engagement im Bereich Nachwachsende Rohstoffe
2007 Agrokraft GmbH, Bad Neustadt
Für die wegweisende Projektentwicklung von Biogasanlagen
2006 Franz Vielhuber, Polling (BBV)
Für ein langjähriges Engagement im Bereich Nachwachsende Rohstoffe
2005 ÖkoFEN Forschungs- und EntwicklungsgesmbH, Niederkappel, Österreich
Für überragende Leistungen bei der Entwicklung und Markteinführung des ersten Brennwert-Pelletkessels
2004 Novamont GmbH, Eschborn
Für die Entwicklung und Markteinführung von biologisch abbaubaren Werkstoffen
2003 Klaus Geuder, Klaus Geuder Straßenunterhalt und ARGE RapsAsphal e.V., Neusitz
Für die Markteinführung von RapsAsphalt
2002 Dr. Arno Strehler, Buchloe
Für die herausragenden Leistungen bei der Verwertung von Biomasse im energetischen Bereich
2001 Anton Dingl, Altötting
Für die herausragenden Leistungen beim Aufbau von Biomasseheizwerken
2000 Dr. Rainer Frische, Dr. Frische GmbH, Alzenau
Für herausragende Leistungen bei der Entwicklung neuer chemisch-technischer Verfahren auf dem Gebiet der Pflanzenöle und Stärke
1999 Trocknungsgenossenschaft Weißenburg e.G.
Für die herausragenden Leistungen bei der Produktion und Markteinführung von Biomasse-Pellets und
Dr. Erich Ortmaier, Freising
Für die herausragenden Leistungen bei der Verwertung von Biomasse im energetischen Bereich
1998 Stadt Herrieden
Für das herausragende Engagement beim Einsatz Nachwachsender Rohstoffe
1997 GÜMO Technik GmbH, Marktoberdorf
Für die Entwicklung und Herstellung von Einweggeschirr aus reiner Kartoffelstärke
1996 Marktgemeinde Wendelstein und Hallertauer Hopfenveredelungs GmbH, Mainburg und AGRANA Pflanzenölhandels KG, Essenbach/Altheim
Für die energetische Nutzung von naturbelassenem Pflanzenöl bzw. die Herstellung und den Vertrieb von Biodiesel
1995 Bau-Fritz GmbH & Co. KG, Erkheim und Professor Julius Natterer, Lausanne
Für ein herausragendes Engagement zur Wiederetablierung des Nachwachsenden Rohstoffes Holz
1994 BMW AG, München
Für die Verwendung und Markteinführung von Verpackungsmaterialien aus Nachwachsenden Rohstoffen
1993 BayWa AG, München
Für die Markteinführung von Industrieölen auf pflanzlicher Basis
1992 Freiherr von Rotenhan, Ebelsbach
Für die Pionierleistungen auf dem Gebiet der Erforschung, Züchtung und Verwertung der Kreuzblättrigen Wolfsmilch (Euphorbia lathyris)