Kohlenstoff ist in vielen Lebensbereichen unverzichtbar. Noch basieren viele Produkte auf Kohlenstoff, der aus Erdöl und Erdgas gewonnen wird. In einer klimaneutralen Zukunft wird Kohlenstoff weiterhin benötigt. Doch woher soll er kommen, wenn auf die fossilen Quellen verzichtet werden soll?
C.A.R.M.E.N. e.V. hat diese und weitere Fragen in drei WebSeminaren im Juni und Juli 2026 behandelt. Theorie- und Praxisvorträge informierten zahlreiche Teilnehmende, gaben Anstöße für weitere Fragen und stärkten das Netzwerk rund um die „Erneuerbare Kohlenstoffwirtschaft“.
Die C.A.R.M.E.N.-WebSeminare im Überblick
C.A.R.M.E.N.-WebSeminar “Biogenes CO2 als Rohstoff: Potenziale, Praxis, Perspektiven” am 11.06.2026

Thema: Carbon Capture and Utilization (CCU) und die Nutzung von biogenem CO2 als Rohstoff.
Kernaussage: CCU bietet technologische Lösungen, um den oft unvermeidbaren Ausstoß von CO2 aus bestimmten Industriesektoren und Wirtschaftsbranchen zu reduzieren. Durch direkte Nutzung oder Umwandlung von CO2 lassen sich Emissionen mindern und neue Wertschöpfungspotenziale schaffen.
Beiträge:
- Dr. Bettina Fink, C.A.R.M.E.N. e.V.: Vorstellung der Ergebnisse des Cross-Cluster-Projekts „CCU in Bayern — CO2 als erneuerbarer Rohstoff für die stoffliche Nutzung“ (Projektpartner: Chemie-Cluster Bayern GmbH). Das Projekt zeigt Potenziale für prozessbedingte CO2-Emissionen in Bayern und schätzt u.a. das CO2-Potenzial biogener Quellen wie Biomethan- und Biogasanlagen ein. Die Projektergebnisse sind hier einsehbar.
- Lena Friedmann, PRO CryoMechanics Germany GmbH: Praxisbeispiele aus Biogas, Bio-LNG und Bio-CO2
- Anja Birke, Bayern Innovativ: Einblick in die Aufgaben der neuen Koordinierungsstelle Carbon Management in Bayern
C.A.R.M.E.N.-WebSeminar “Impulse für bestehende Energieanlagen:
Biogas-Clusterung und grünes Methanol aus CO2” am 02.07.2026

In einigen industriellen oder fermentativen Prozessen entsteht CO2, das nicht vermieden werden kann. Gerade für bestehende Bioenergie- und Abfallvergärungsanlagen bietet die Vermarktung von CO2 neue Perspektiven, welche jedoch auch mit Herausforderungen verbunden sind: Investitionen in geeignete Technik müssen getätigt und Fragen zur Infrastruktur sowie Abnahmemodalitäten geklärt werden. Ähnliches trifft auch auf die Aufbereitung und Vermarktung von Biomethan zu, was besonders für kleinere Anlagen kostenintensiv ist. Im WebSeminar wurden zwei Lösungsansätze präsentiert.
Thema: Vermarktung von CO2 aus bestehenden Bioenergie- und Abfallvergärungsanlagen sowie Aufbereitung und Vermarktung von Biomethan.
Kernaussage: Für Bestandsanlagen bieten CO2-Vermarktung und der Zusammenschluss zu einem Cluster neue Perspektiven, erfordern aber Investitionen in Technik und Klärung von Infrastruktur- und Abnahmemodalitäten. Für kleinere Anlagen sind die Kosten für die Aufbereitung und Vermarktung von Biomethan besonders relevant.
Beiträge:
- Dr. Bettina Fink, C.A.R.M.E.N. e.V.: Vorstellung der Ergebnisse des Cross-Cluster-Projekts „CCU in Bayern — CO2 als erneuerbarer Rohstoff für die stoffliche Nutzung“
- Domenik Lenz, RegPower GmbH, stellte in seinem Vortrag Biogascluster als Zukunftsmodelle vor und ging im Detail auf die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für das Biogas‑Cluster in Südostbayern ein.
- Praxisbeispiel CO2‑Abscheidung und grüne Methanol‑Produktion: Christian Wünsch, ICODOS GmbH, erläuterte, wie in Bestandsanlagen, etwa zur Erzeugung von Bioenergie oder Abfallvergärung, eine CO2-Abscheidung integriert und die Umwandlung zu grünem MeOH gelingen kann.
C.A.R.M.E.N.-WebSeminar “Zirkulärer Kohlenstoff aus Biomasse und Abfallströmen – Wirtschaftlichkeit und Recycling” am 23.07.2026

Thema: Im C.A.R.M.E.N.-WebSeminar am 23.07.2026 wurde das Thema „Zirkulärer Kohlenstoff aus Biomasse und Abfallströmen“ genauer unter die Lupe genommen. Wirtschaftlichkeit und Recycling standen dabei im Fokus.
Kernaussage: Wirtschaftlichkeit unterscheidet sich je nach Biomasseform (fest, flüssig, gasförmig). Recycling-Verfahren können Kunststoffabfälle und CO2 wieder in den Kohlenstoffkreislauf bringen.
Beiträge:
- Dr. Bettina Fink, C.A.R.M.E.N. e.V.: Kurzvorstellung des Cross-Cluster-Projekts „CCU in Bayern“.
- Tim Steindamm, Seeger Engineering GmbH ging darauf ein, wie sich die Kosten bei fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse unterscheiden. Er stellte die Studienergebnisse zur Wirtschaftlichkeit der Abscheidung von CO2 aus Bioenergieanlagen vor.
- Außerdem zeigte Maike Lambarth, Cyclize GmbH anhand eines Praxisbeispiels, wie Kunststoffabfälle und CO2 durch Plasma-Reforming recycelt und so wieder in den Kohlenstoffkreislauf zurückgebracht werden können.
Kooperation
Die C.A.R.M.E.N.-WebSeminare fanden in Kooperation mit dem Fachverband Biogas statt.
Ausblick
Die Vorträge zeigen: Eine klimaneutrale, zirkuläre Kohlenstoffwirtschaft ist technisch möglich und eröffnet Wertschöpfungschancen — sowohl im ländlichen Raum als auch in der Industrie. Gleichzeitig sind technische Anpassungen, Investitionen und neue Infrastrukturen notwendig.
Haben Sie Fragen?
Sie interessieren sich für die Themen CCU (Carbon Capture and Utilization), biogenes CO2 oder benötigen Unterstützung bei der Umsetzung eines Projekts?
Unser Team steht Ihnen gerne als Anlaufstelle zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!
Bildquelle Header-Bild: KI-generiert
Weitere Informationen
C.A.R.M.E.N. e.V. berät und informiert Sie gerne. Eine Übersicht zu Carbon Capture and Utilization sowie unsere Ansprechpartnerinnen finden Sie hier: https://www.carmen-ev.de/carbon-capture-and-utilization/
Informationen zum abgeschlossenen Cross-Cluster-Projekt CCU in Bayern sind hier einsehbar: https://www.carmen-ev.de/2026/03/12/projektergebnisse-des-cross-cluster-projekts-ccu-in-bayern-handlungsempfehlungen-fuer-eine-nachhaltige-co%e2%82%82-nutzung/
