Torffreie Erden – Umfrage auf dem Stadtplatz in Straubing

C.A.R.M.E.N.- Umfrage in Straubing zeigt: Viele Hobbygärtnerinnen und -gärtner haben torffreie Erde bereits ausprobiert und meist gute Erfahrungen damit gemacht.

Die Gartensaison steht vor der Tür, Balkonkästen werden bepflanzt, Beete vorbereitet. Doch was viele nicht wissen: Die Wahl der richtigen Blumenerde kann einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Im Sommer 2025 hat C.A.R.M.E.N. e.V. auf dem Straubinger Stadtplatz nachgefragt und Passantinnen und Passanten zur Nutzung torffreier und torfreduzierter Erden befragt. Die Ergebnisse zeigen ein wachsendes Interesse – aber auch Infobedarf.

Fast jede(r) Zweite hat es schon probiert

Rund 40 Prozent der Befragten im Alter zwischen 18 und über 60 Jahren gaben an, bereits torffreie Erde verwendet zu haben. Eine ähnlich große Gruppe hat bislang noch keine Erfahrungen damit gesammelt. Torfreduzierte Produkte haben knapp zehn Prozent ausprobiert. Eingesetzt werden die Erden vor allem im Garten (47 Prozent), dicht gefolgt von Balkon- und Zimmerpflanzen mit rund 46 Prozent.

Das Interesse ist also da. Doch beim genaueren Hinsehen wird deutlich: Nur etwa 20 Prozent derjenigen, die torffreie oder -reduzierte Erde nutzen, wissen, wodurch der Torf eigentlich ersetzt wird.

Warum Torf problematisch ist

Torf ist ein fossiler Rohstoff, der in Mooren entsteht – und genau dort liegt das Problem. Moore zählen zu den wichtigsten terrestrischen Kohlenstoffspeichern der Erde. Wird Torf abgebaut, entweicht der gespeicherte Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid (CO₂) in die Atmosphäre. Gleichzeitig gehen wertvolle Lebensräume für seltene Pflanzen- und Tierarten verloren.

Hinzu kommt: Torf wächst extrem langsam nach. Pro Jahr bildet sich im Durchschnitt nur etwa ein Millimeter Torfschicht. Für eine zehn Zentimeter dicke Schicht braucht es rund 100 Jahre. Der Abbau steht also in keinem Verhältnis zur natürlichen Regeneration.

Was steckt stattdessen in torffreier Erde?

Torffreie Erden bestehen aus einer Mischung verschiedener Bestandteile. Zum Einsatz kommen beispielsweise mineralische Stoffe, wie Bims, Blähton, Ton, Quarzsand oder Lava und organische Materialien wie Kompost, Gärreste, Rindenhumus, Reisspelzen, Miscanthus, Holz- oder Kokosfasern.

Ein besonders vielversprechender Ersatzstoff ist Sphagnum – ein Torfmoos, das leicht ist, viel Wasser speichern kann und gleichzeitig für eine gute Durchlüftung sorgt. Damit eignet es sich hervorragend als heimische Alternative zu herkömmlichem Torf und wird ebenfalls in torffreien oder-reduzierten Erden eingesetzt

Ein großer Vorteil all dieser Ersatzstoffe: Ihre Herstellung verursacht deutlich weniger Treibhausgas-Emissionen als der Abbau von Torf.


Mehr Infos

C.A.R.M.E.N.-Übersichtsseitehttps://www.carmen-ev.de/torffrei-gaertnern-klima-schuetzen/
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