Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Es gibt heutzutage zahlreiche Schmier- und Verfahrensstoffe auf Basis Nachwachsender Rohstoffe. Man unterscheidet sie nach den Einsatzgebieten.

Hydrauliköle dienen zur Kraftübertragung. Sie werden je nach Rohstoffbasis in HETG (Hydraulic Oil Environmental Triglycerid = natürliche Ester) und HEES (Hydraulic Oil Environmental Ester Synthetic = synthetische Ester) eingeteilt. HETG sind ölsäurereiche, native Pflanzenöle mit Additiven, auch als native Ester bezeichnet, die in normal belasteten Maschinen (z.B. Mähdreschern) eingesetzt werden und für Temperaturen zwischen - 10 und +70° C gut geeignet sind. HEES sind synthetische Ester aus pflanzlichen oder tierischen Fetten, die ihren Einsatzbereich in Forstmaschinen und Baggern haben und für Temperaturen unter -20 ° C und über +70° C empfohlen werden. Sie können durch chemische Modifikation aus Nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

Biologisch abbaubare Öle werden vor allem in umweltsensiblen Bereich wie Wasserschutzgebieten eingesetzt. Durch die große Verbreitung sind hier Öle für die verschiedensten Anwendungen und Viskositätsklassen erhältlich. Eine Erstbefüllung bietet sich an, um eine Spülung des System und damit einen zusätzlichen Ölwechsel zu vermeiden, denn die hier zumeist eingesetzten HEES Öle sollen nicht mit konventionellen Hydraulikölen vermischt werden. Durch entsprechende Kennzeichnung der Einfüllstutzen oder Anschlußstellen für Anbaugeräte ist sicherzustellen, dass eine Vermischung mit anderen Ölen vermieden wird. Die Preise für diese Öle sind deutlich höher, dennoch kann gerade bei großen Füllmengen durch einen bedarfsgerechten Ölwechsel eine Konkurrenzfähigkeit erreicht werden.

Getriebeöle werden zur Schmierung von Getrieben und Schnecken eingesetzt und bieten hervorragenden Verschleißschutz. Auch im lebensmittelnahen und im Verpackungsbereich kommen bio-basierte Getriebeöle zum Einsatz. Ihre Viskosität liegt über den Werten von Mineralöl. Ihre Scherstabilität ist ebenfalls ausgezeichnet. 

Motorenöle werden zur Schmierung von Verbrennungs- und Elektromotoren eingesetzt. Sie stellen die größte Gruppe der Schmier- und Verfahrensstoffe dar. Zu ihren wichtigsten Eigenschaften gehört, dass sie auch bei extremen Temperaturen und unter hohen Leistungsanforderungen ihren Zweck erfüllen und zuverlässige Schmierung garantieren. So können biogene Hochleistungs-Leichtlauföle den Motor-verschleiß sowie den Kraftstoff- und Ölverbrauch reduzieren. Damit können sie positiv auf die Abgasemissionen wirken und beim Dieselmotor den Partikelausstoß reduzieren.

Bio-Motoröle basieren auf synthetischen Estern. Dies zeichnen sich durch einen hohen Viskositätsindex aus und haben deshalb ein ausgesprochen Mehrbereichsverhalten (d h. schnelle Durchölung des kalten Motors und ausreichende Dickflüssigkeit bei hohen Temperaturen). Diese Öle haben einen geringen Marktanteil, so dass die Hersteller den Aufwand nach den Normen für Motoröle scheuen.

Schmieröle und -fette werden vorwiegend als Verlustschmierstoffe eingesetzt. In der Land- und Forstwirtschaft z. B. für Mähwerke aber auch bei der Schmierung von Gleisen und Schleusen können Schmieröle und -fette in den Boden oder das Grundwasser gelangen. Da solche Schmierstoffe nicht aufgefangen und aufbereitet werden können, kommt hier der Pluspunkt biologische Abbaubarkeit voll zum Tragen. 

Sägekettenhaft- und gatteröle stellen einen Nischenmarkt dar, der bereits zu 80 % auf Nachwachsenden Rohstoffen basiert.

Sägekettenöle gehören zu den Verlustschmierstoffen, da das Schmiermittel nach der Schmierung der Sägekette unmittelbar in der Umwelt verbleibt. Wegen der geringen Belastung werden hierfür natürliche Pflanzenöl eingesetzt, die oft mit Additiven zur Verbesserung der Hafteigenschaften ergänzt werden. Wird die Sägekette über die Sommersaison nicht benutzt, so empfiehlt sich auf konventionelle Öle zu wechseln um ein Verharzen zu vermeiden.

Formtrennmittel und Schalöle werden im Metallbereich auf Gußformen und im Betonbau auf die Schalungen aufgebracht, um deren Ablösung zu ermöglichen. Bislang ist dieser Markt von Mineralölen beherrscht, biogene Öle fristen mit einem Anteil von 8-10 % ein Nischendasein. 

Kühlschmierstoffe werden in der Metallverarbeitung beim Drehen, Fräsen, Schneiden und Bohren benötigt. Sie vermindern die Reibung zwischen Werkzeug und Werkstück und transportieren gleichzeitig Späne ab. Sie bestehen zum Großteil aus Mineralöl, Bio-Öle spielen hier nur ein untergeordnete Rolle.


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