Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


DSC 9169Lange bevor es Produkte aus fossilen Rohstoffen wie z. B. Kunststoffe gab, nutzten die Menschen zur Deckung ihrer Bedürfnisse tierische, pflanzliche und mineralische Stoffe, die Ihnen die Natur bot oder die sie aus der Acker-, Vieh- und Forstwirtschaft gewannen. Nachwachsende Rohstoffe wie Holz zum Bauen und Heizen, Wolle, Faser- und Färbepflanzen für die Herstellung von Textilien, Futtermittel für Zugtiere und Arzneipflanzen waren ganz alltägliche Produkte. Heutzutage werden viele vergessene Anwendungen wieder entdeckt, zum Teil weiter entwickelt und dank der Forschung auch ganz neue Einsatzmöglichkeiten für Nachwachsende Rohstoffe erschlossen.

Heutzutage lassen sich in Haus und Garten, Schule und Büro zahlreiche Produkte vom Bleistift bis zur Gartenbank direkt aus dem nachwachsenden Material Holz erwerben. Daneben decken wir unseren Bedarf an Papier- und Pappeerzeugnissen vorwiegend aus dem aus Frischholz gewonnenen Zellstoff. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist eine Nutzung von Altholz bzw. von recyceltem Zellstoff (Stichwort "Altpapier") anzustreben.

Ein Teil des gewonnenen Zellstoffs wird in der chemischen Industrie unter anderem als Celluloseester, Celluloseether und als Regeneratcellulose (Viskose) verwendet. Celluloseester findet sich in Zigarettenfiltern, Textilien, Thermoplasten, Explosivstoffen und Lacken. Celluloseether dient als Hilfsmittel für die Waschmittel-, Kosmetik- oder Textilindustrie. Technische und textile fasern, Folien und Filme werden mit Regeneraten aus Zellstoff gefertigt.

Die hauptsächlich genutzte Pflanzenfaser imTextilbereich ist die Baumwolle. Zu den weiteren verwendeten Naturfasern gehören Jute, Flachs, Kokos und Sisal. Daneben gibt es auch Kunstfasern - synthetische, also durch chemische Modifikation hergestellte Fasern -, die entweder aus Nachwachsenden Rohstoffen oder fossilen Rohstoffen erzeugt werden können. Die Kunstfasern, die auf Nachwachsenden Rohstoffen basieren, werden in der Regel aus gebleichter Cellulose hergestellt, die meist aus Holz oder Bambus, seltener aus Baumwolle stammt. Man nennt sie deshalb auch cellulosische Chemiefaser oder Regenerat-Cellulose. Dazu zählen Viskose, Acetat, Cupro, Modal, Lyocell und Cellulon.

Die Verwendung zahlreicher pflanzlicher Inhaltsstoffe in Kosmetika ist auf ihre Wirkstoffkomplexe zurückzuführen. Daneben spielen aber auch Duft- und Aromastoffe eine wichtige Rolle. Zusätzlich werden aus Pflanzen gewonnene Hilfs- und Zuschlagstoffe wie Zucker, Stärke, Proteine oder Fette und Öle für kosmetische Zwecke verwendet.

Naturfarbstoffe sind heute zwar fast vollständig durch synthetische Farbstoffe verdrängt; in einigen Nischenanwendungen haben sie jedoch nach wie vor Bedeutung: z. B. Lebensmittelfarben, Kosmetika, Künstlerfarben, Pharmazeutika, Natur-Anstrichfarben, Naturtextil und Papierfärbung. 

Von den pflanzlichen Ölen und Fetten, die industriell genutzt werden, werden etwa ein Viertel zu Wasch- und Reinigungsmitteln verarbeitet. Als pflanzlicher Rohstoff dient überwiegend Kokos- und Palmkernöl. Mittlerweile werden Tenside aber auch aus Zuckern hergestellt. Für die Herstellung von Anstrich- und Druckfarben ist Leinöl sozusagen prädestiniert.

Biokunststoffe sind heute vorwiegend im Verpackungsbereich anzutreffen. So werden zum Beispiel Verpackungschips häufig aus Stärke hergestellt. Daneben gibt es biobasierte Tragetaschen, Schalen für Pralinen, Obst, Gemüse, Fleisch und Eier, Becher für Molkereiprodukte, Flaschen, Netze oder Beutel für Obst und Gemüse. Weitere verfügbare Produkte aus Biokunststoffen sind Spielzeug, Hygieneartikel, Sportbekleidung, Outdoorartikel, Einweggeschirr (Cateringgeschirr), Produkte für den Garten- und Landschaftsbau (Blumentöpfe, Mulchfolien) oder kompostierbare Bioplastikbeutel für die häusliche Sammlung von Biomüll.


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