Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Kompostierung beschreibt den Zersetzungsprozess organischen Abfalls über mikrobielle Verdauung zur Gewinnung von Kompost. Kompost ist von vielerlei Nutzen, beispielsweise zur Verbesserung und Düngung des Bodens. Für den Kompostierungsprozess benötigt der organische Abfall die richtige Temperatur und das richtige Maß an Wasser und Sauerstoff. In einem Haufen organischen Abfalls befinden sich Millionen winziger Mikroben, die diesen durch ihr Verdauungssystem wandern lassen und so die organischen Materialien in Kompost verwandeln. Damit ein Produkt als vollständig kompostierbar bezeichnen zu können, muss es alle Bedingungen erfüllen, die die europäische Richtlinie DIN EN 13432 und/oder die US-amerikanische Norm ASTM D6400 stellen. Beide Spezifikationen fordern, dass ein biologisch abbaubares/kompostierbares Produkt vollständig zersetzt wird, und zwar in einem festgelegten Zeitrahmen und ohne umweltschädliche Reststoffe zu hinterlassen.

Biologisch abbaubare Kunststoffe gelten zudem als kompostierbar, wenn sie sich unter definierten Bedingungen in einem Kompostierungssystem innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne, d.h. eines Kompostierungszykluses einer technischen Kompostanlage vollständig zu Wasser, Kohlendioxid und Biomasse zersetzen.

Die DIN EN 14995 legt die Kompostierbarkeit von Kunststoffen fest, während sich die DIN EN 13432 mit der Kompostierbarkeit von Verpackungen beschäftigt, die Kriterien bezüglich der Kompostierbarkeit sind allerdings bei beiden Normen gleich.

Um oben genannten Normen zu entsprechen, muss ein biologisch abbaubarer Kunststoff oder eine biologisch abbaubare Verpackung folgende Kriterien erfüllen:

  • Angabe der Werkstoffinhaltsstoffe
  • Biologischer Abbau (im Labortest müssen mind. 90 % des Materials innerhalb von 6 Monaten abgebaut sein)
  • Desintegration, d.h. nach einer Kompostierung dürfen nach max. 12 Wochen höchstens 10 % des ursprünglichen Trockengewichts des Prüfmaterials in einer > 2-mm-Siebfraktion enthalten sein
  • Überprüfen der Kompostqualität (z.B. mittels Pflanzenwachstumstest)
  • Zusatzstoffe, die zu weniger als einem Masse-Prozent enthalten sind, müssen für die Kompostierung unbedenklich sein
  • In der Verpackung verbleibende Reststoffe oder mögliche mit dem Produkt entsorgte Stoffe müssen für die Kompostierung unbedenklich sein
  • Die Gesamtsumme der organischen Verbindungen, für die der biologische Abbau nicht bestimmt werden muss, darf nicht größer als 5 % sein
  • Organische Zusatzstoffe mit Masseanteilen von >1 % im Produkt müssen die Anforderungen von biologisch abbaubaren Zusatzstoffen nachweisen

Sind alle diese Anforderungen erfüllt und von einer zugelassenen Zertifizierungsstelle positiv geprüft, darf das Produkt als Zeichen der Kompostierbarkeit das „Keimling-Logo" oder das „OK compost-Logo" oder "industriell kompostierbar" tragen.industriell kompostierbar nebeneinander

 


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