Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


DSC 3846Seegrasfasern werden aus den an den Stränden des Mittelmeeres häufig anzutreffenden „Neptunbällen“ gewonnen. Diese entstehen durch die abgestorbenen Blattrippen und –scheiden der Wasserpflanze Posidonia oceanica, die durch Wellenbewegungen zu Bällen geformt werden.

In der energiearmen Dämmstoffherstellung werden die eingesammelten sonnengetrockneten Bälle zerkleinert und eine homogene Wolle hergestellt. Die Fasern werden ohne weitere Zusätze verarbeitet. Geliefert wird der Dämmstoff als lose Wolle. Die Herstellung von Dämmmatten befindet sich noch in der Entwicklung. 

meier Neptunbälle am Strand 01 Eingesetzt wird Seegras als Dämmschüttung oberster Geschossdecken oder von Holzbalkendecken, als Stopfwolle für Hohlräume oder als Einblasdämmstoff für Hohlräume (z.B. im Holzbau) sowie in der Dach- und Fassadensanierung. Der Dämmstoff ist begrenzt druckbelastbar, folglich ist eine Konstruktion oder ein schwimmend verlegter diffusionsoffener Belag aus z.B. Gipsfaser- Estrichplatten sinnvoll.

Laut dem ECO-Institut in Köln sind in Seegrasfasern keinerlei Fremd- oder Schadstoffe enthalten. Seegrasdämmung weist naturgegeben eine schlechte Entflammbarkeit auf und speichert Wasserdampf ohne wesentliche Verschlechterung der Dämmfähigkeit.

Die Entsorgung gestaltet sich unproblematisch: scheidet eine Wiederverwendung aus, können die Fasern einfach unter die Erde gemischt werden und bilden dort ein gutes Pflanzsubstrat. Ist beides nicht möglich, kann der Dämmstoff auch thermisch verwertet werden.