Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


strohballen

Hausbau aus Strohballen gibt es seit Ende des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich aus Nebraska kommend wurden die Ballen von Wanderarbeitern wie Ziegelsteine zum Wandaufbau verwendet. Heute werden sie in Deutschland hauptsächlich als Wärmedämmung in einer Holzrahmenkonstruktion eingesetzt und im Anschluss verputzt oder verkleidet.

Als Stroh werden die trockenen Halme von gedroschenem Getreide bezeichnet. Stroh ist ein jährlich nachwachsender Rohstoff, der in unseren Breiten in ausreichenden Mengen in der regionalen Landwirtschaft anfällt. Für die Herstellung von Baustrohballen sind Weizen-, Dinkel- oder Roggenstroh ideal geeignet. In der Produktion sind die Baustrohballen nahezu CO2-neutral und zudem kostengünstig. 

Die Strohballen müssen eine Dichte von 85 bis 115 kg/m³ aufweisen und gut getrocknet sein (max. Feuchte 15 %), um Schädlings- und Schimmelbefall vorzubeugen. Häufigstes Vorurteil ist die Angst vor Nagetieren, doch die ist unbegründet, denn diese fressen nur Getreidekörner, nicht aber Strohhalme. Zudem bieten kompakt gepresste Strohballen Nagern keine Angriffsfläche oder gar fertige Nisthöhlen. Strohhalme bestehen überwiegend aus Zellulose, Lignin sowie Kieselerde und sind mit einer mikroskopisch dünnen wasserabweisenden Wachsschicht überzogen. Aber auch wenn Stroh nass werden kann, muss es in jedem Fall die Möglichkeit haben wieder auszutrocknen.

Da die Ballen sehr dicht gepresst sind, befindet sich im Inneren der Ballen so wenig Luft, dass sie nur schwer brennen, mit Lehm oder Kalk verputzt sinkt die Entflammbarkeit noch weiter. Stroh besitzt eine hohe Zugfestigkeit und Elastizität. Aufgrund der eingeschlossenen Lufträume haben Strohballen hervorragende Wärmedämmeigenschaften und können daher auch im Passivhausbau eingesetzt werden. In Deutschland ist entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) und wegen des Klimas ein schlagregendichter, diffusionsoffener und winddichter Wandaufbau erforderlich, der mit Hilfe von Putzen, Holzwerkstoffplatten oder weiterer Verkleidungen erfolgen kann.

Da die Strohballen keinerlei Zusätze aufweisen, können sie em Lebensende problemlos kompostiert oder thermisch verwertet werden.

Weitergehende Informationen zum Bauen mit Stroh in Deutschland finden Sie auf den Seiten des FASBA (Fachverband Strohballenbau Deutschland e. V.) sowie auf den Seiten der FNR  (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.).  Das Netzwerk Nachhaltiges Bauen e.V. im Norddeutschen Zentrum für nachhaltiges Bauen in Verden (Aller), unterhält dort eine Ausstellung mit dem Titel „nachhaltig.bauen.erleben“. Auch interessant und lehrreich sind die Filme auf DVD STROH IM KOPF Teil 1 und MODERNER STROHBALLENBAU - Stroh im Kopf Teil 2.

Baustoffeigenschaften der Baustrohballen sind umfänglich dokumentiert in der Strohbaurichtlinie. Nachgewiesene Bauteilaufbauten sind in der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung für Baustroh (DIBT Z-23.11-1595, 2014 [1] mit Ü bzw. CE - Kennzeichnung) und mit Erläuterung in der Strohbaurichtlinie 2014 hinterlegt.

Unsere gesammelten Branchenadressen zum Bauen mit Stroh finden Sie hier.

Andere internationale und nationale Netzwerke und Vereinigungen rund um das Bauen mit Stroh (u.a.):


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