Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


DSC 3865Hanf hat als Faser-, Heil- und Ölpflanze eine lange Tradition und wird mittlerweile auch als Dämmmaterial verwendet. Seit 1996 dürfen rauschgiftarme Sorten (mit weniger als 0,3 % Tetrahydrocannabinol) wieder legal in Deutschland angebaut werden. Seitdem nehmen die Anbauflächen wieder zu. Hanf hat als heimischer Rohstoff den Vorteil kurzer Transportwege, für dessen Anbau zudem keine Pestizide notwendig sind.

Die Herstellung von Hanfdämmmatten erfolgt ähnlich wie die aus Flachs. Das Hanfstroh wird zunächst in Fasern und Schäben getrennt. Aus den Fasern werden Dämmvliese hergestellt. Dabei werden (statt der Kartoffelstärke bei Flachs) Polyesterfasern unter die Hanffasern gemischt, dann erwärmt, sodass die Hanffasern gebunden werden. Die eingesetzten Stützfasern sind zum Großteil fossilen Ursprungs, allerdings gibt es seit kurzem auch Bikomponenten-Stützfasern auf der Basis Nachwachsender Rohstoffe (z.B. Maisstärke). Als Imprägnierung wird heutzutage Ammoniumphosphat bzw. Soda verwendet. Daneben gibt es bauaufsichtlich zugelassene Einblas- oder Stopfwollen aus losen Hanffasern ohne synthetische Stützfasern. Eingesetzt werden diese Produkte zur Wand-, Dach- und Bodendämmung. Die Hanfschäben hingegen können mit Bitumen und Tongranulaten vermischt als selbstverfestigende Dämm- und Ausgleichschüttungen für Fußböden und Decken eingesetzt oder zu festen Platten verpresst werden. Gerade bei der Dämmung von Dachgeschossdecken mit hohen Dämmstärken werden die Vorteile der losen Hanffaser-Dämmschüttung sichtbar: einfache Verarbeitung (hautverträglich und staubarm) und günstiger Preis.

hanfpflanzeHanf ist aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe von Natur aus schädlingsresistent. Zudem ist der Dämmstoff diffusionsoffen, feuchtigkeitsbeständig und besitzt ausgezeichnete wärme- und schalldämmende Eigenschaften.

Beim Ausbau können die Dämmstoffe wiederverwendet werden. Produkte ohne Zusätze sind theoretisch kompostierbar; auf alle Fälle können alle Hanfdämmstoffe problemlos thermisch verwertet werden. 

 

 


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