Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Schon seit 5.000 Jahren wird die Flachspflanze als Rohstoff für die verschiedensten Zwecke, wie Leinsamen als Lebensmittel, Leinen für Kleidung und zur Herstellung von Leinöl genutzt. Allerdings werden zur Gewinnung von Leinsamen oder Leinöl andere Sorten angebaut (Öl-Lein), als zur Gewinnung von Fasern (Faserlein).

In der heutigen Zeit findet Faserlein nun auch als Baustoff in Form von Dämmstoffmatten, -platten und -vliesen sowie als Stopfwolle für die Wärme- und Schalldämmung Verwendung. Der Dämmstoff Flachs kann in Innen- und Außenwänden sowie in Dach- und Deckenkonstruktionen eingebaut werden. 

Flachs enthält - genauso wie Hanf - natürliche Bitterstoffe, die das Material resistent gegen Schädlinge und widerstandsfähig gegen Schimmelpilze und Fäulnis machen. Flachsdämmstoffe sind zudem zugfest, dehnbar und punkten im eingebauten Zustand durch ihre hohe Formbeständigkeit. Sie verursachen keine Hautreizungen und sind daher für Heimwerker gut zu verarbeiten. Durch feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften tragen die Flachsdämmplatten zu einem angenehmen Wohnklima bei.

Für die Dämmstoffherstellung werden die in der Textilindustrie nicht benötigten Kurzfasern eingesetzt. In der Regel wird Röstflachs verwendet, welcher einige Wochen auf dem Feld belassen wird und dort von Mikroorganismen teilweise zersetzt wird. Durch Brechen in einer Schwinge werden die Kurzfasern letztlich von den Langfasern und Schäben getrennt. Im Anschluss werden die Fasern zu Ballen gepresst, die dann zur weiteren Aufbereitung transportiert werden. Die Fasern werden mit Borsalzen gegen Brand- und als Feuchteschutz ausgerüstet. In einem Krempel werden die Fasern zu einem dünnen Flor verarbeitet und unter Zugabe von Bindemitteln (z.B. Kartoffelstärke) oder z.T. mit Vliesbildnern (Kunststofffasern) zu mehrschichtigen Bahnen verarbeitet. Zuletzt werden diese zu Vliesen vernadelt und zu dickeren Platten gepresst. Eine handelsübliche Dämmplatte besteht zu 80 % aus Flachsfasern, zu 10 % aus Kartoffelstärke und zu 10 % aus Natriumoctaborat.

Nach dem Rückbau können unbeschädigte Flachsdämmstoffe wiederverwendet werden. Einige Hersteller bieten eine kostenfreie Rücknahme an. Aufgrund der Zusatzstoffe können Flachsdämmstoffe nicht kompostiert werden, sondern werden thermisch verwertet.


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