Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


DSC 3828Holzfasern werden aus zerfaserten Rest- und Schwachhölzern aus heimischem Nadelholz gewonnen. Im Nassverfahren wird das zerfaserte Holz mit Wasser, Naturharz und Alaun (Aluminiumsulfat) zu einem Holzfaserbrei vermengt. Dieser wird dann über Langsiebe und Rollenpressen geführt, entwässert und geformt. Aus dem getrockneten Material werden Platten zugeschnitten und wenn nötig profiliert. Weitere mögliche Zusatzstoffe sind Weißleim, gegebenenfalls Bitumen, Kolophonium, Paraffin oder Latex zur Hydrophobierung bei Unterdachplatten, Ammoniumpolyphosphat als Brandschutzmittel sowie Polyolefin- oder Polyurethanfasern zur Stabilisierung der flexiblen Platten und ca. 8 Gewichts-% Ammoniumphosphat und Borate bei losen Holzfasern.

Bei den im Trockenverfahren hergestellten Platten werden die Komponenten mit Bindemitteln auf der Basis von PUR-Harzen trocken gemischt und geformt. Mit warmer Luft werden die holzeigenen Bindekräfte aktiviert, anschließend wird abgekühlt, geschnitten und verpackt.

Für die verschiedensten Verwendungen gibt es hier eine große Produktpalette. Der Einsatz reicht von der Dämmung im Holzrahmenbau bis zum Holzfaser-Wärmedämmverbundsystem (WDVS). WDVS bestehen aus einer Dämmebene, die mittels Kleber oder Dübel am Untergrund angebracht wird, einer in mindestens zwei Lagen aufgebrachten armierten, witterungsbeständigen Putzschicht und gegebenenfalls einem Schlussanstrich.Holzfaser WDVS 

Seit einigen Jahren finden Holzfaser-WDVS Verwendung bei Gebäuden in Massivholzbauweise. Ebenso werden Holzfaserdämmplatten zur Dämmung von Wandflächen mit mineralischen Untergründen (z.B. bei Mauerwerksbauten) eingesetzt. Die Holzfaserdämmung verfügt grundsätzlich über guten Schall- und Wärmeschutz; insbesondere der sommerliche Wärmeschutz ist sehr gut.

Eine Wiederverwendung der Platten ist nach Ausbau theoretisch sowie Kompostierung nur zusatzfrei möglich. Auch bei der Einblasdämmung ist eine Wiederverwendung möglich, eine direkte Kompostierung aufgrund der Zusatzstoffe jedoch nicht. Produkte aus Holzfasern können aber in jedem Fall problemlos einer energetischen Verwertung zugeführt werden.


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