Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Drei- und Fünfschichtplatte

Die Platten bestehen aus drei oder fünf miteinander verklebten Brettlagen aus Nadelholz (Fichte, Lärche, Douglasie), wobei die Richtung der Holzfasern der benachbarten Lagen jeweils um 90° gedreht ist. Zur Klebung werden modifizierte Melamin- oder Phenolharze verwendet. Die Holzfeuchte beträgt 12 (+/- 2)%. Die Mehrschichtplatten kommen als mittragende und aussteifende Beplankung für die Herstellung von Wand-, Decken- und Dachtafeln für Holzhäuser in Tafelbauweise zum Einsatz. Bei sorgfältigem Schutz der Kanten durch Abdeckung oder Versiegelung lassen sie sich auch für flächige, hinterlüftete Fassaden einsetzen.

 

Bau-Furniersperrholz (BFU)

Bau-Furniersperrholz entsteht durch kreuzweises Anordnen und Verleimen von Furnieren. Mögliche Holzarten sind Fichte, Kiefer, Seekiefer, Douglasie, Buche, Westamerikanische Hemlocktanne, Sumpf-Kiefer, Eiche. Buchenholz wird für statisch besonders beanspruchte Bauteile eingesetzt. Je nach Plattentyp werden Harnstoffharze oder wasserbeständige, alkalisch härtende Phenolharze, Phenol-Resorcinharze oder Resorcinharze eingesetzt. Bei verwendeten Holzarten geringerer Resistenzklasse ist chemischer Holzschutz notwendig. Die Holzfeuchte liegt bei 5-15%. Baufurniersperrholz wird hauptsächlich als mittragende und aussteifende Beplankung bei Wänden, Decken und Dächern verwendet.

Furnierschichtholz (FSH)

Furnierschichtholz ist ein aus mehreren Holzlagen zusammengesetzter Holzwerkstoff. Nach Schälung der entrindeten, gewässerten Nadelholzstämme werden die Furniere in Formblätter geschnitten und getrocknet. Die sortierten Furnierblätter werden in Faserrichtung parallel mit Phenol-Formaldehydharz wasserfest beleimt aufeinandergeschichtet und zu Platten verpresst. Bei größeren Breiten werden auch querlaufende Schichten zur Erhöhung der Stabilität eingesetzt. Vorwiegende Holzarten sind Fichte, Kiefer, Douglasie und Southern Pine. Die Anwendung ist ähnlich wie bei Brettschichtholz. Es kann als Verstärkung von waagerechten Trägern (Pfetten) und anderen Biegeträgern, Trägerverstärkungen im Auflagerbereich und vieles weitere verwendet werden. Durch die vorhandenen Schälrisse lässt sich das Furnierschichtholz relativ leicht mit wässrigen Holzschutzmitteln imprägnieren, sodass es auch bei ungünstigen Klimabedingungen verwendet werden kann (z.B. als Dachplatten).

Oriented Strand Board (OSB)

Grobspanplatten (OSB-Flachpressplatten) bestehen aus gerichteten Spänen (Strands), die durch Schälen und Brechen von Furnieren bzw. durch einen Zerspaner gewonnen werden. Die Flachspäne werden gesiebt, sortiert, getrocknet, beleimt und richtungsorientiert gestreut. Danach wird das Spänevlies unter Hitze und Druck verpresst. Nach Abkühlen folgt das Schleifen der Platten. Aufgrund der Wechselorientierung der Spanlagen haben OSB-Platten in Längs- und Querrichtung wir Sperrholz gerichtete mechanische Eigenschaften. Parallel zur vorwiegenden Herstellrichtung werden sehr hohe Festigkeitswerte erreicht. Die wasserbeständige Verleimung erfolgt mit unterschiedlichen Leimen: Phenolharz, Polyharnstoff (Isocyanat), bzw. Melamin-Urea-Phenol-Formaldehyd-Leim (MUPF) -Deckschichtverleimung und Polymeres Diphenylmethandiisocyanat (PMDI) -Mittelschichtverleimung. Mögliche Holzarten sind Kiefer, Seekiefer, Douglasie, Erle und Pappel. Die Holzfeuchte beträgt nur 5-6 %. OSB-Platten werden zur Beplankung von tragenden bzw. aussteifenden Wänden im Außenbereich mit Witterungsschutz verwendet.

Holzfaserplatten (HF)

Faserplatten sind plattenförmige Werkstoffe, die aus faserartigen Partikeln, vorwiegend Holzpartikeln, bestehen und mit oder ohne Druck, mit oder ohne Kleb- sowie Zusatzstoffe (Harnstoffharze, Phenol-Formaldehydharze) unter Einwirkung von Wärme hergestellt werden. Sie können im Nassverfahren (ohne Bindemittel) oder im Trockenverfahren (mit Bindemittel) als Ein- oder Mehrschichtplatten hergestellt werden. Es werden poröse sowie bitumierte, harte und mittelharte Holzfaserplatten sowie Holfaserdämmplatten unterschieden. Für den Innenausbau sind weitere Holzfaserplatten am Markt, z.B. die mitteldichte Faserplatte. Mögliche Holzarten sind Fichte, Kiefer, Tanne, Buche, Pappel und Birke. Die Holzfeuchte beträgt nur 5 (+/-3) %. Die Platten werden bei der Herstellung von Wand-, Decken- und Dachtafeln für Holzhäuser in Tafelbauart als mittragende und aussteifende Beplankung für Räume mit niedriger Luftfeuchtigkeit verwendet.

Flachpressplatten (FP)

Flachpressplatten sind plattenförmige Holzwerkstoffe, die durch Verpressen von kleinen Teilen aus Holz (Nadel- oder Laubholz) oder holzartigen Faserstoffen mit Bindemitteln hergestellt werden. Je nach der Verklebung und den Holzschutzmittelzusätzen (Aminoplaste, alkalisch härtende Phenoplaste, polymere Diphenymethan-Diisocyanate (PMDI), Phenolresorcinharze) werden diverse Plattentypen unterschieden. Die Holzfeuchte liegt bei 5-12 %. Im Bauwesen werden sie vorwiegend als mittragende und aussteifende Beplankung bei Wänden, Böden, Decken und Dächern verwendet.

Strangpressplatten

Bei der Herstellung von Strangpressplatten werden die mit dem Bindemittel vermischten Späne von einem Kolben in den beheizten Pressenschacht oder Formkanal gedrückt. Hieraus ergibt sich eine Orientierung der Späne rechtwinklig zur Plattenebene aus der hohe Querzugfestigkeiten resultieren. Beim Durchwandern des beheizten Schachtes werden die Späne zu einem endlosen Plattenstrang verleimt (Harnstoffharze, modifizierte Melaminharze, Phenolharz oder PMDI), der erst nach der Presse abgelängt wird. Die Platten weisen jedoch infolge der Spananordnung geringe Biegefestigkeiten und unzureichendes Stehvermögen auf. Sie müssen daher für Verwendungen im Bauwesen beidseitig mit z. B. Spanplatten, Hartfaserplatten, Furnieren oder Kunststoffplatten beplankt werden. Strangpressplatten werden für Türen eingesetzt und sind als Beplankung von Holzhäusern in Tafelbauart zugelassen. Die Holzfeuchte liegt bei 5-12 %.

Zementgebundene Spanplatten

Im Gegensatz zu den organisch gebundenen Holzwerkstoffen sind diese anorganisch mit etwa 1/3 Gewichtsprozent Zement gebunden. In der Herstellung wird gelagertes entrindetes Nadelholz von Fichte oder Tanne zerspant und im mechanischen Mischer mit Zement, den Hilfsstoffen und Wasser in einem halbtrockenen Streuverfahren vermischt und anschließend gleichmäßig auf Trägerplatten verteilt. Das Streugut wird gepresst und zum Abbinden in einer Klimakammer gelagert. Aufgrund des Bindemittels sind die Platten feuchteunempfindlich. Durch Beschichtungs- oder Putzsysteme kann ein dauerhaft wirksamer Wetterschutz erzielt werden. Die Holzfeuchte beträgt abschließend 9 (+/-3) %. Sie sind bauaufsichtlich zugelassen als tragende und aussteifende Beplankung bei Holzhäusern in Tafelbauweise. Die Platten sind schwer entflammbar; wenn 24 % Perlite beigemischt werden, sogar nicht brennbar. Anwendungsgebiete sind die Verkleidung von Außenwänden sowie die aussteifende Beplankung von Wänden. Außenseitig muss ein dauerhaft wirksamer Wetterschutz sichergestellt sein.


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