Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


holzrahmenbauAus den traditionellen Fachwerkbauweisen europäischer Einwanderer entwickelte sich in Nordamerika mit dem Ersatz der „Streben“ durch die mittragende, aussteifende Holzwerkstoffbeplankung der Holzrahmenbau.

Beim konventionellen Holzrahmenbau bestehen die Wände (ähnlich dem Holzskelettbau) aus vertikalen „Ständern“ und horizontalen Schwellen mit Rähmen, wobei diese „Holzrahmen“ dann außen- oder beidseitig flächig mit Holzwerkstoffen (z.B. OSB- oder Spanplatten) bekleidet werden. Im Gegensatz zum Holzskelettbau tragen diese die Last mit und übernehmen zugleich die Wind- und Luftdichtung. Der Hohlraum im Holzrahmen wird komplett für die Wärmedämmung genutzt.

Die Montagezeit beim Holzrahmenbau ist deutlich kürzer als beim Holzskelettbau. Eigenleistung ist gut möglich. Beim Holztafelbau - als Variante des Holzrahmenbaus - wird der Baukörper modular aus einzelnen ebenen Holztafeln zusammengesetzt. Der Holztafelbau ist vor allem bei Fertighausherstellern beliebt, da die Wandelemente nahezu komplett (teilw. sogar inklusive Fenster und Fassade) im Betrieb vorgefertigt werden. Dadurch ist die Montagezeit extrem kurz. Allerdings sind aufgrund der weitgehenden Vorfertigung erst ab der Installationsebene Eigenleistungen sinnvoll bzw. möglich.

Heutzutage unterscheidet man zwischen dem konventionellen Holzrahmenbau („Reimport aus Nordamerika“) und dem diffusionsoffenen Holzrahmenbau, der sich hierzulande in den letzten 25 Jahren entwickelte und seinen Ursprung in der Bewegung des ökologischen Bauens der 90er Jahre hat. Ein Grundgedanke des diffusionsoffenen Holzrahmenbaus war, die dampfsperrende Kunststoffbahn auf der Innenseite der Bauteile zu vermeiden und stattdessen eine innenliegende tragende Holzwerkstoffbeplankung auszuführen, die zusätzlich die Funktionen einer Dampfbremse und Luftdichtung übernimmt. So ist eine kontrollierte Wasserdampfdiffusion durch das Bauteil möglich. Umgangssprachlich verwendet man auch den Begriff der „atmungsaktiven“ Konstruktion. Mit einer zusätzlichen, optional gedämmten Installationsebene innenseitig vor der luftdichten Ebene wird eine mögliche Beschädigung dieser verhindert und somit das Risiko des Einströmens feuchter Innenraumluft in die Wand vermindert. Auf der Außenseite wird eine diffusionsoffene Bekleidung aus Holzwerkstoffplatten (z.B. MDF), Gipsfaserplatten oder diffusionsoffenen Membranen als Winddichtung angebracht.

Der Holzrahmenbau bietet heute „mit dem Denken in Flächen und Räumen“ ein großes gestalterisches Potenzial und ermöglicht auch die Einbindung gekrümmter Formen.


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