Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Bauen mit NawaRoStraubing, 01. Juni 2016 * (jl) * Ökologisch Bauen mit Naturdämmstoffen und Holz ist oft ein wenig teurer als konventionelle Bauweisen. Allerdings gibt es Naturdämmstoffe, die gut preislich mithalten können: Dämmstoffe aus Stroh und Jute sowie Zellulose im Einblasverfahren gehören zu den vergleichsweise günstigen Dämmstoffen aus Nachwachsenden Rohstoffen. Trotz allem kann eine Dämmmaßnahme kostenintensiv werden. Daher ist es immer ratsam, sich früh über Förderungsmöglichkeiten zu informieren. Durch die Förderung wird aber nicht die Maßnahme an sich automatisch günstiger. Vielmehr soll sie als Anreiz dienen, um eine Dämmung umzusetzen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht.

Fördermöglichkeiten bieten u.a. die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Form von zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie das Bayerischen Förderprogramm "10.000-Häuser-Programm" mit dem „EnergieBonusBayern". Je nachdem, welcher KfW-Effizienzhaus-Standard angestrebt wird, fällt die Höhe der Förderungssumme aus. Je energieeffizienter saniert oder gebaut wird, desto besser stehen die Chancen auf eine hohe Förderung. Wichtig ist auch zu wissen, dass für die Förderung der KfW ein Energieberater zwingend notwendig ist und die Förderung vor der Umsetzung der Maßnahme beantragt werden muss. 

Neben diesen Fördermöglichkeiten gibt es auch regionale Förderprogramme, die in der Regel auf denen der KfW aufbauen. Einige Programme ermöglichen eine Förderung speziell für Naturdämmstoffe. Es kann sich also lohnen, sich in seiner Stadt bzw. Gemeinde zu speziellen Förderprogrammen zu informieren. Deutschlandweite Fördermöglichkeiten für Naturdämmstoffe gibt es derzeit nicht.

Münster geht derzeit mit gutem Beispiel voran: Zuschüsse für zertifizierte ökologische Dämmstoffe

Seit diesem Jahr fördert die Stadt Münster im Rahmen des Förderprogramms „Energieeinsparung und Altbausanierung – Programmteil 1: Altbausanierung besonders nachhaltige Dämmstoffe, die mit mit dem "natureplus- Qualitätszeichen" oder der Kennzeichnung "Blauer Engel" ausgezeichnet sind." Für das Jahr 2016 stehen im Rahmen des Programms insgesamt Fördermittel in Höhe von 425.000.Euro zur Verfügung.

In Münster ist das Potenzial an Altbauten, die mit passender Dämmung die CO2-Bilanz der Stadt entlasten könnten, groß. Zunächst soll nach entsprechender Beratung ein guter Energiestandard erreicht werden: Im Rahmen des Förderprogramms gibt es einen Zuschuss in Höhe von 10 (bzw. 20) € pro qm Außenwanddämmung, wenn der Wärmedurchgangskoeffizient den Wert von U = 0,19 W/m²K (oder U = 0,16 W/m²K) erreicht. Eine Kerndämmung wird mit 2 € je qm gefördert, wenn die Luftschicht den Wert von 5 cm übersteigt. Die Dämmung der Innenwände wird mit 20 € je qm gedämmter Fläche gefördert, wenn der Wärmedurchgangskoeffizient den Wert von U < 0,45 W/m²K erreicht. 

Seit diesem Jahr liegt nun bei der Förderung von Dämmmaßnahmen ein besonderer Fokus auf dem Einsatz nachhaltiger Materialien und Baustoffe. Mit der Neuauflage des Förderkatalogs wird die ökologische Qualität der verwendeten Dämmstoffe zum Fördergegenstand: Für den Einbau umweltfreundlicher Dämmstoffe beträgt der angesetzte Fördersatz 10 €/ m² Bauteilfläche bei Einhaltung der o.g. genannten U-Werte und wird ergänzend zu den dort genannten Förderbeträgen gezahlt. An umweltfreundliche Baustoffe werden folgende Anforderung gestellt: Zertifizierung mit dem "natureplus-Qualitätszeichen" oder die Kennzeichnung "Blauer Engel". Werden umweltfreundliche Dämmstoffe in fachlich sinnvoller Kombination mit anderen Dämmstoffen eingebaut, so wird der zusätzliche Fördersatz ab einem Anteil von 80 % des wärmedämmenden Bauteilaufbaus in voller Höhe gezahlt. Werden weniger als 80 % der Bauteilfläche mit umweltfreundlichen Baustoffen ausgeführt, so gelten die normalen Fördersätze.

Die genauen Förderbedingungen können auf den Seiten der Stadt Münster eingesehen werden.

Seit 2013 fördert München mit dem CO2-Bonus den Einsatz Nachwachsender Rohstoffe in Bestandssanierungen und Neubauten

Für das Förderprogramm Energieeinsparung (FES) gilt seit 1. Mai 2013 der aktualisierte Kriterienkatalog zur Förderung von energieeffizienten Neubauten und Gebäudesanierungen durch die Landeshauptstadt München. Das Budget des FES liegt jährlich bei insgesamt 13,8 Millionen Euro, womit die eingehenden Anträge ganzjährig gefördert werden können. Vom FES profitieren können Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden und Wohnungen, Betreiberinnen und Betreiber einer Anlage (z.B. Dienstleistungsunternehmen im Energiebereich oder Wärmelieferanten/ Kontraktoren), Verwalter von Wohnungseigentümergemeinschaften und Bauträger. Auch die mit der Planung und Ausführung beauftragten Personen und Unternehmen wie Architektur- und Planungsbüros oder Handwerksbetriebe können einen Antrag einreichen und Zuschüsse  erhalten. Die Fördersumme bewegt sich zwischen 500 Euro und 50.000 Euro. Das FES kann mit Zuschüssen aus anderen Programmen kombiniert werden. Für die Förderung muss der Nachweis erbracht werden, dass die Anforderungen aus dem „Münchner Qualitätsstandard 3.1“ eingehalten werden. Die je nach Maßnahme unterschiedlich ausfallende Fördersumme wird nach vollständigem Abschluss der Arbeiten und Nachweis durch die erforderlichen Unterlagen an die Antragstellerin oder den Antragsteller ausbezahlt.  

Der CO2-Bonus prämiert den Einsatz nachwachsender, Kohlenstoff speichernder Baustoffe (regional oder zertifiziert) bei Neubau- und Sanierungsvorhaben. Gefördert wird der Einsatz von Baustoffen aus den förderfähigen Rohstoffen in der Gebäudekonstruktion (z. B. Wandkonstruktion sowie Wärmedämmung), im Zusammenhang mit einer förderfähigen Maßnahme aus dem Förderprogramm Energieeinsparung. Nicht gefördert wird der Einsatz dieser Baustoffe für die Dachkonstruktion bzw. -schalung und den Innenausbau (z. B. Möblierung, Innenwand-Verkleidungen). Die äußere Haut der Gebäudehülle wird nur gefördert, wenn sie Bestandteil einer Konstruktion zur Wärmedämmung ist und diese Konstruktion mindestens die Anforderungen der EnEV in der jeweils aktuellen Fassung zum Zeitpunkt der Antragstellung erfüllt. Reine Fassadenverkleidungen werden nicht gefördert.

Förderfähige Material-Typen sind: Vollholz, Holzwerkstoffe und Dämmstoffe, mit einem Material- Mindestanteil von 80 % an nachwachsenden (regionalen oder zertifizierten) Rohstoffen. Es muss nachgewiesen werden, dass der Rohstoff in Deutschland oder maximal 400 km von München entfernt geerntet wurde oder dass er eine FSC-, PEFC- oder Naturland-Zertifizierung aufweist. Der Fördersatz beträgt 0,30 € je kg langfristig im Gebäude verbautem nachwachsendem, Kohlenstoff speicherndem Baustoff. Die Verwendung von Tropenholz, auch von Tropenholz mit FSC, PEFC oder Naturland Zertifizierung, führt zum Ausschluss der eigentlichen Bau- oder Sanierungsmaßnahme von der Förderung und dadurch auch zum Wegfall der CO2-Bonusförderung.

Weitere Informationen zum Münchner Förderprogramm Energieeinsparung sind auf den Seiten der Landeshauptstadt München, in der Broschüre sowie direkt im Bauzentrum München und im Referat für Gesundheit und Umwelt, Abteilung Umweltvorsorge - Team FES - erhältlich. 


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