Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 5. Mai 2020 * Seit letzter Woche gilt in Bayern und auch in vielen anderen Bundesländern, in Geschäften und dem öffentlichen Nahverkehr die Maskenpflicht. Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, der Biopolymer-Hersteller Tecnaro aus Ilsfeld und das 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie haben sich diesem Thema angenommen. Sie entwickeln und produzieren Mehrwegmasken und Gesichtsschutzschilde, die z.B. auch privat auf einem 3D-Drucker hergestellt werden können. Die Anleitungen dazu stellen sie kostenlos online zur Verfügung.

Der Biopolymer-Hersteller Tecnaro hat in Zusammenarbeit mit der Ellwanger Maschinenbaufirma CastSolut einen Prototypen für Mehrwegmasken aus Kunststoff entwickelt. Auch der Verband Deutscher Ingenieure (VDI), das Forschungszentrum Jülich und auch Ralf Kindervater, Honorarprofessor am KIT und Geschäftsführer der Stuttgarter BioPro Gesellschaft wurden ins Boot geholt und unterstützen das Projekt. Es wurde eine neue Generation von Masken entwickelt. Die Mehrwegmasken sind desinfizierbar und damit wiederverwendbar. Laut Angaben des Unternehmens kann der eingesetzte Filter je nach Einsatzort gewechselt werden. Sie seien demnach nicht nur während der Corona-Pandemie, sondern auch in Zukunft gegen Pollen oder ähnliches einsetzbar. Jürgen Pfitzer, Geschäftsführer Tecnaro und Helmut Lutz, Geschäftsführer CastSolut wollen die Maskenproduktion schnell und unkompliziert unterstützen. Daher wurde die Bauanleitung sowohl für Spritzgussverfahren der Kunststoffindustrie, als auch als Freeware für private 3D-Drucker entwickelt. Startschuss für die Überlegungen der Unternehmer war die in Deutschland nur begrenz zur Verfügung stehende Menge an FFP-Filtervliesen. Für die Mehrwegmaske wird nur etwa ein Fünftel des üblichen Vliestuchs verwendet, da das kleine rechteckige Filtertuch in eine Halterung an der Front zwischen zwei Maskenteile eingespannt wird. Geht es nach Tecnaro, sind die Masken und das Vlies beide aus Arboblend, einem von vielen spritzgussfähigen Bio- Granulaten. Tecnaro hält einige solcher Patente dank inzwischen Tausender Rezepturen für Bio-Polymere.

Einer ähnlichen Möglichkeit haben sich Mitarbeitende der Kunsthochschule in Halle gewidmet. Auf Basis eines frei verfügbaren Modells, haben sie zwei eigene Varianten von Mund-Nase-Bedeckungen aus Biokunststoffe entwickelt. Ziel war es so schnell wie möglich Einrichtungen in der Stadt Halle mit Masken zu unterstützen. Momentan werden in der BURG täglich 120 Mund-Nase-Masken hergestellt. Die Entwurfsdetails finden Sie hier.

Auch die Forschenden des 3N Kompetenzzentrums Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie haben sich dem Schutz ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger angenommen. Im Klimacenter in Werlte wird an faserverstärkten Verbundwerkstoffen geforscht und in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner IST-Ficotex ein 3D-Drucktechnikum betrieben. Die Kapazitäten des Technikums werden nun dazu genutzt Gesichtsschutzschilde aus Biopolymermaterial zu produzieren, die kostenfrei an Pflegeeinrichtungen, Hilfskräfte und Praxen in der Region abgegeben werden.


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