Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Foto 191202 verkleinertRoding, 2. Dezember 2019 * Franz Löffler, Landrat des Landkreises Cham, Karl Holmeier MdB, Dr. Gerhard Hopp MdL sowie Vertreter von Institutionen und Verbänden, wie der Zimmerer-Innung Cham, C.A.R.M.E.N. e.V. und der Kreishandwerkerschaft Cham, waren der Einladung von Gerhard Gruber gefolgt, gemeinsam über die Situation und Potentiale des Holzbaus in der Region zu diskutieren.

In ganz Deutschland, vor allem aber in Bayern, wird die klimafreundliche und energieeffiziente Holzbauweise immer beliebter. Der Fertigbauanteil in Bayern erreicht mit fast 24 Prozent einen Höchststand. Das gilt für Privathäuser, aber immer mehr auch für gewerbliche und öffentliche Bauten.

In nur elf Monaten vom Spatenstich bis zur Inbetriebnahme: die 2016 erbaute Sporthalle in Rötz ist ein positives Beispiel für Vorteile, die der Holzbau auch bei gewerblichen Bauten bieten kann. Durch die Vorfertigung in witterungsunabhängigen Produktionshallen können Holzgebäude nämlich zu jeder Jahreszeit produziert werden. Dazu kommen, so Gerhard Gruber in seiner Eröffnungsrede, die wichtigen Aspekte des Klimaschutzes: es gäbe kein besseres Baumaterial als Holz, denn jeder Kubikmeter Holz speichert immerhin eine Tonne Kohlendioxid. „Es ist ein Glück, dass wir den Baustoff Holz haben“, so Gruber, „mit nur drei LKW-Fahrten wird beispielsweise ein ganzes Haus zur Baustelle gebracht. Ein weiterer Aspekt des Klimaschutzes.“

Von fundamentaler Bedeutung sei es, dass der Baustoff Holz wesentlich mehr aus unserer eigenen Region kommen muss, so Landrat Löffler. Es sei bedauernswert, dass dieser Rohstoff oft über tausende Kilometer zu uns gefahren würde, obwohl wir doch so viel bewirtschafteten Wald vor der Haustür haben. Es muss erklärtes Ziel sein, hier in unserer Region Produktionen zu etablieren, die genau das Holz produzieren, was für unsere Betriebe benötigt wird, zum Beispiel Konstruktionsvollholz. „Wir wollen den regionalen Wirtschaftskreislauf fördern.“, so Löffler.

Einigkeit herrschte bei allen Teilnehmern der Gesprächsrunde zum Thema Bewirtschaftung des Waldes. „Der Wald ist die Basis des Wirtschaftens. Und die Wirtschaft ist die Basis des Waldes.“, so Alexander Schulze. Gerade im Zeichen des Klimawandels kommen hier große Aufgaben auf unsere Waldbauern zu. Große Teile der Waldflächen müssen umgebaut werden, damit der Wald auch in Zukunft wirtschaftlich gut nutzbar sein wird. Auch bei der Bevölkerung müsse dieses Bewusstsein gestärkt werden, so Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier. Nur ein bewirtschafteter Wald sei aktiver Klimaschutz, nicht Wälder die sich selbst überlassen zu Urwäldern werden.

Und die Kosten für Holzbau? Dass die Holzbauweise teurer sei als der Massivbau, das gehöre der Vergangenheit an, so Gruber. Anhand von Beispielen erläutert er, wie sich Preise zusammensetzen und dass höhere Preise vor allem durch exklusivere Ausstattungswünsche der Kunden entstehen. Wer heute clever und sinnvoll plant, punktet beim Holzbau mit erstaunlich akzeptablen Quadratmeterpreisen. „Der Holzbau kostet das, was sich der Kunde wünscht,“ so Gruber, „dass der Holzbau teuer ist, ist Geschichte.“ Das sieht auch Dr. Gerhard Hopp, Abgeordneter im Bayerischen Landtag, so. Es sei noch viel Arbeit zu leisten, um die Konkurrenzfähigkeit des Holzbaus in den Vordergrund zu stellen.


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