Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Hempcrete-Workshop mit Wolf Jordan in München/Allach

DSC 2309München, 10. Juli 2019 * Für ein Wochenende widmete sich eine Gruppe von ca. 15 Interessierten in München/Allach dem Thema Hempcrete. Auf Einladung der Hanfinitiative Bayern wurde gemeinsam mit dem belgischen Experten Wolf Jordan ein Gartenhaus aus Hempcrete gebaut. Ganz nach dem Motto „Learning by doing“ war das Ziel der teilnehmenden Landwirte, Maurer, Baubiologen und Privatpersonen durch eigene Erfahrung, den Umgang mit diesem ökologischen Material zu erlernen.

 

DSC 2331Zur Herstellung von Hempcrete mischten die Teilnehmenden Schäben, Kalk, Wasser und eine kleine Menge eines von Wolf Jordan entwickelten Binders in einer herkömmlichen Betonmischmaschine miteinander. Wichtig ist dabei das richtige Mischungsverhältnis, das Gemisch darf weder zu trocken, noch zu nass sein, da es sich sonst nicht richtig verarbeiten lässt. Es wurden jeweils ca.ein Eimer Kalk, zwei Eimer Schäben, zwei Eimer Wasser und eine kleine Schaufel Binder vermischt. Bereits im Vorfeld hatte der Bauherr ein Ständerwerk aus Holzbalken errichtet, an dem eine Verschalung befestigt wurde. In Schichten von 10 bis 15 cm wurde das Hempcrete-Gemisch eingefüllt und mit einem speziellen Werkzeug fest gestampft. Bereits nach kurzer Trockenzeit konnte die Verschalung entfernt und ein Stück nach oben versetzt werden. Dann wurde in gleicher Weise die nächste Schicht aufgebracht.

DSC 2343Bis eine Hempcrete-Wand vollständig durchgetrocknet ist dauert es mehrere Wochen. Mit dem Verputzen kann jedoch bereits nach wenigen Stunden begonnen werden. Hierzu kann, wie Wolf Jordan den Teilnehmenden empfahl, ein dünner Kalkputz mittels Pinsel aufgetragen werden. Eine weitere Alternative ist das Aufbringen eines Lehmputzes, mit dem deutlich gleichmäßigere Wandoberflächen realisiert werden können. Als letzte Schicht und zur Farbgebung können beispielsweise mit farbigen Pigmenten angereicherte Caseinfarben verwendet werden.

Bauen mit Hanf bzw. „Hempcrete“ bietet zahlreiche Vorteile für Mensch und Natur, da es sich um einen vollständig natürlichen Baustoff handelt. Er weist wärmeisolierende Eigenschaften auf, ist diffusionsoffen und verfügt über eine gute Wärmespeicherfähigkeit. Für das Aufhängen von z.B. Küchenschränken müssen in die Holzständerkonstruktion an den entsprechenden Stellen Holzträger eingebunden werden, ansonsten trägt das Material Lasten von bis zu 12 kg. Hempcrete kann auch von handwerklich geschickten Laien gut verarbeitet werden. Mit viel Eigenleistung kann es daher eine kostengünstige Lösung sein. Grundsätzlich handelt es sich jedoch um eine sehr zeitintensive Bauweise.


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