Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


P1020859Straubing, 10. Juli 2019 * Am 27. Juni 2019 fand der Workshop „Einsatzmöglichkeiten Nachwachsender Rohstoffe bei der Herstellung von Schreibgeräten“ in Straubing statt. Im Auftrag des Industrieverbands Schreiben, Zeichnen, Kreatives Gestalten e.V. (ISZ) wurde der Workshop von C.A.R.M.E.N. e.V. organisiert. Ziel war es, die Mitglieder des Verbands über den aktuellen Stand zu biobasierten Kunst- und Werkstoffen zu informieren und dabei nachhaltigere Materialien für die künftige Herstellung von Schreibgeräten zu identifizieren.

Stefan Weiß vom ISZ begrüßte die ca. 25 Teilnehmenden aus den unterschiedlichen Bereichen der Schreibgerätebranche zum Workshop. In einer kurzen Vorstellungsrunde zeigte sich, dass der Workshop sowohl Mitarbeitende aus den Technikabteilungen der Unternehmen, aber auch aus dem Marketing und der Geschäftsführung nach Straubing führte.

Nach der Vorstellung von C.A.R.M.E.N. e.V. durch Dr. Bettina Fink, Leiterin der Abteilung Stoffliche Nutzung, begann Nico Arbeck mit einem einleitenden Vortrag zum Thema. Er ging auf die wichtige Rolle Nachwachsender Rohstoffe bei der Ressourcenwende, den Zusammenhang zwischen CO2, Plastik und Klima sowie die Kreislaufwirtschaft ein. Auch die Definition des Begriffs Biokunststoff und die zugrundeliegenden Rohstoffe wie Stärke oder Holz wurden behandelt.

P1020889Jörg Dörrstein von der Biofibre GmbH widmete sich in seinem Vortrag naturfaserverstärkten Kunst­stoffen (NFK). Die Biofibre GmbH entwickelt und produziert biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe meist auf Kundenwunsch. Einige der bisher realisierten Kundenprojekte sind bioabbau­bares Geschirr, Pflanztöpfe und der sogenannte „BPB Eco Spacer“. Dörrstein gab außerdem Tipps für den Einsatz von NFK, insbesondere, was die Verarbeitung und Formgebung betrifft.

Marc Eckes vom Süddeutschen Kunststoff Zentrum (SKZ) stellte in seinem Vortrag die Ergebnisse aus dem Projekt KompetenzNetzwerk zur Verarbeitung von Biopolymeren vor. Inhalte des Projekts waren Datenermittlung, Technologietransfer und die Einbindung dieses Wissens in ein Netzwerk. Vorgestellt wurden technische Ergebnisse aus den Bereichen Spritzguss, Compoundieren und Additive Fertigung. Als Nachfolgerprojekt wurde das Zukunftsnetzwerk biobasierte Polymere (BioFoN), welches zur Vernetzung der Akteure in verschiedenen Bereichen beitragen soll genauer beleuchtet.

Anschließend wurde mit Teilnehmern und Referenten ein „World Café“ durchgeführt. An drei Tischen wurden dabei gemeinsam die Anforderungen an biobasierte Kunst- und Werkstoffe zur Herstellung von Schreibgeräten unter den Gesichtspunkten Verarbeitbarkeit, Nachhaltigkeit und Kommunikation gesammelt, diskutiert und zum Schluss der gesamten Gruppe präsentiert.

Fabian Loske von der thinkstep AG stellte ein Ökobilanz-Tool, das speziell für biobasierte Kunststoffe entwickelt wurde, in einem Webinar vor. So konnten die Teilnehmer die Funktionen des Tools ohne Umwege, direkt anhand der Software kennenlernen. Das Tool GaBi-Envision bietet die Möglichkeit sich ohne grundlegendes Wissen zu Ökobilanzen einen Überblick über die Umweltwirkungen verschiedener Materialien zu verschaffen.

Der letzte Vortrag des Tages widmete sich dem Thema Zertifizierung. Kristina Block von DIN CERTCO gab Einblicke in den Ablauf und die Herausforderungen bei der Zertifizierung von biobasierten Kunststoffen und Recyclingkunststoffen und stellte die dafür relevanten Siegel vor.

Abgerundet wurde der Vortragsteil mit einer Führung durch die Ausstellung „Nachwachsende Rohstoffe – Von der Pflanze zur Nutzung“ im Schulungs- und Ausstellungszentrum am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe und durch das Technikum des TUM Campus Straubing.


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